Darum gehts
- Fribourg gewinnt dramatische Finalserie gegen Davos nach vier Verlängerungen
- Lucas Wallmark erzielt das entscheidende Tor nach 65:56 Minuten
- Fribourg holt ersten Meistertitel der Klubgeschichte, grosse Feier an der Saane
Fribourg übersteht Nemeth-Kurzschluss
Lange bevor Abwehrchef Patrik Nemeth im Final-Showdown mit einem Zauber-Assist auf Jamiro Reber glänzen kann, bringt er sein Team in die Bredouille. Im sechsten Viertelfinal-Spiel gegen die SCRJ Lakers brennen dem Schweden die Sicherungen durch. Er traktiert seinen künftigen Teamkollegen Jonas Taibel mit einem Crosscheck in den Nacken, wofür er einen Restausschluss und später fünf Spielsperren kassiert. Weil sich kurz darauf auch Samuel Walser eine Strafe einhandelt, gerät die 3:1-Führung der Fribourger in diesem Spiel, das sie gewinnen müssen, in Gefahr. Doch ihr Boxplay (und das miserable Powerplay der St. Galler) rettet Nemeth & Co. und Gottéron erzwingt ein Spiel 7.
Jeckers Schuss in die zweite Runde
Im letzten Duell gegen Rappi verspielt Gottéron im Mitteldrittel eine 2:0-Führung und liegt 2:3 zurück. Doch Jacob De la Rose rettet sein Team in die Verlängerung. Da profitiert Verteidiger Benoît Jecker von einem Fehlpass von Jacob Larsson. Mit dem stressigen Sieg in der Serie gegen den undankbaren Gegner vom Obersee, in der die Fribourger 0:2 zurücklagen, löst sich der Druck und die Drachen beginnen zu fliegen.
Berra macht den Laden dicht
Im zweiten Halbfinal-Spiel (4:7) schiesst Servette Goalie Reto Berra aus dem Tor. Nach vier Gegentreffern muss der Nati-Goalie in der 34. Minute seinen Platz Loïc Galley überlassen. Doch Berra lässt sich dadurch nicht unterkriegen, ist im nächsten Spiel zu Hause nahezu wasserdicht. Er wehrt 24 von 25 Schüssen ab. Mit dem 2:1-Sieg schlägt Gottéron einen Nagel ein. Zwei weitere Siege folgen zügig und der Finaleinzug ist perfekt.
Aebischers Funk an die Bande
Der Final in Davos beginnt fulminant. Gottéron überrumpelt den HCD, führt bis zur 50. Minute komfortabel 3:0. Doch dann verkürzt das Team von Josh Holden mit einem Doppelschlag auf 2:3. Brendan Lemieux gelingt gar der Ausgleich. Doch auf der Medientribüne hat Stanley-Cup-Sieger David Aebischer, der als Goalie- und Video-Coach fungiert, eine Goaliebehinderung ausgemacht und Assistenzcoach Lars Leuenberger per Funk informiert. Die Fribourger nehmen ihre Coaches Challenge – und die Schiedsrichter entscheiden sich nach langer Video-Konsultation, das Tor zu annullieren, weil Matej Stransky Goalie Reto Berra behindert habe. Ein umstrittener Entscheid, den Schiri-Chef Brent Reiber tags darauf verteidigt, und der Fribourg den Sieg rettet.
Sprunger hilft Gottéron auf die Sprünge
Im dritten Finalspiel gehen die beiden Teams zum ersten Mal in die Verlängerung – drei weitere werden folgen. Dabei ist es Captain Julien Sprunger (40), der auf der Zielgerade seiner Karriere noch einmal das Gaspedal durchdrückt, sein Team inspiriert und zeigt, dass man HCD-Goalie Sandro Aeschlimann am besten mit hohen Schüssen bezwingt. Danach feiert das Fribourger Urgestein mit Skistar Alexis Monney, dem er ein Ticket im Gästesektor beschafft hat. Der Glaube an den ersten Titel der Klubgeschichte wächst und wächst.
Gerber lanciert den Showdown
Nach dem herben Schlag im fünften Spiel (4:5 n.V.), als man sich nach einer 3:0-Führung die Butter vom Brot nehmen lässt, steht Gottéron im letzten Heimspiel mit dem Rücken zur Wand. In der Verlängerung rettet Jeremi Gerber den Abend, der sonst im Zeichen des Abschieds von Julien Sprunger (Rücktritt) und Reto Berra (zu Kloten) steht. Nur ein Spiel in dieser Saison wird noch emotionaler sein…
Wallmarks Schuss ins Glück
Den Schlusspunkt der dramatischen, packenden und mit vier Verlängerungen enorm ausgeglichenen Serie setzt der Schwede Lucas Wallmark nach 65:56. Im Powerplay nutzt er mit einem Knaller eine Strafe von Calle Andersson, der den Puck aus dem Feld spediert hat, und macht sich an der Saane unsterblich. Die grosse Party kann beginnen. Und nicht nur Sprunger und Berra, sondern auch Wallmark, der sich trotz laufendem Vertrag in seine Heimat zu Björklöven nach Umea absetzt, verabschieden sich auf denkwürdige Art und Weise. Emotionaler? Geht nicht. Wallmark wird man in Fribourg nie mehr vergessen. Er wird an der Saane nie mehr ein Bier bezahlen müssen.
