Erstmals Meister, doch das Feiern muss den Fribourgern niemand mehr beibringen. 80’000 Fans sind zwei Tage nach dem Sieg im Showdown von Davos bei der Parade auf den Beinen, um ihre Helden zu feiern. Um 16 Uhr beginnt die grosse Parade. Sie führt von der Rue de Rome zur Place de la Grenette bei der St. Nikolaus-Kathedrale bis zur Place du Fair-Play vor der BCF-Arena.
Im Stil der Streetparade in Zürich werden Spieler und Staff in einem offenen Lastwagen durch die Menge gefahren. Sie tanzen, hüpfen, singen und machen dabei alles andere als einen müden Eindruck. Der Chauffeur des Gottéron-Lovemobiles lässt das Horn dröhnen.
Auch die älteren wie Reto Berra (39), der eine grosse Sonnenbrille im Gesicht hat, und Julien Sprunger (40) zeigen sich immer noch in guter Form. Zu Ehren des Captains, der seine Karriere im letzten Spiel mit seinen ersten Meistertitel krönte, halten einige Fans Plakate in die Höhe, die Sprunger als heiligen Saint-Julien mit der Nummer 86 zeigen. Einige haben Strassenschilder mit der Aufschrift «Boulevard Julien Sprunger» dabei.
Marcus Sörensen, der ebenfalls mit einer Sonnenbrille ausgerüstet, ist in seinem Element. Der Schwede hatte in der Meisternacht gesagt: «Ich bin die Nummer 1 im Team beim Partymachen.» Meisterschütze Lucas Wallmark hat inzwischen seinen Playoff-Bart entfernt und sieht nicht mehr wie ein Vikinger aus. Schon stark in Mitleidenschaft gezogen ist die Stimme von Nathan Marchon, als er Fan-Gesänge anstimmt. Und Verteidiger Maximilian Streule lässt sich auf einer Holzpalette fünf Bier reichen.
Und Trainer Roger Rönnberg, der kurz nach dem Titel gesagt hatte, dass er sich beim Feiern zurückhalten werde und zwei Wochen Schlaf brauche? Der feiert mit und stemmt den Pokal auf der Bühne vor den Fans in die Höhe, als der Umzug am Ziel vor dem Stadion ankommt. Dort haben längst nicht alle Fans Platz.

