Die klar beste Leistung führt zu einem versöhnlichen Ende dieser schwierigen Woche auf der Euro Hockey Tour. Im Penalty-Thriller besiegt die Nati Tschechien mit 1:0.
Es ist kein Spiel, dass die Zuschauer von den Sitzen reisst. Tore bekommen sie weder während der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung zu sehen. Aus Schweizer Sicht ist das eine gute Nachricht. Denn gegen Schweden (1:8-Debakel) und Finnland (3:5 nach 0:5-Rückstand) war das Spektakel vor dem eigenen Tor deutlich zu gross. Im letzten Spiel der Czech Hockey Games gegen den Gastgeber zeigt sich die Nati massiv solider, die Spieler arbeiten wesentlich besser zusammen, haben viel mehr Ordnung in der eigenen Zone und ziehen das über die gesamte Spieldauer durch.
Beide Teams haben ihre Chancen auf die Führung, doch Goalie Leonardo Genoni zeigt sich nach dem Absturz gegen Schweden in Topform und vorne werden die vielversprechenden Chancen ausgelassen. So bleibt es bis zum Schluss ein 0:0-Spiel und das Penaltyschiessen muss entscheiden. Dort treffen Tyler Moy und Théo Rochette für die Nati und Genoni lässt sich einzig durch den frechen Versuch von Matyas Filip bezwingen. Dieser Sieg tut allen Beteiligten im Hinblick auf die am 15. Mai beginnende Heim-WM gut. Vor allem auch Nati-Trainer Jan Cadieux.
Jetzt kommen die NHL-Stars, Bangen um Siegenthaler
Dieser verzichtet gegen Tschechien auf offensive Würze, der bislang einzige NHL-Spieler im Kader Pius Suter wird ebenso geschont, wie auch Zauberer Denis Malgin. Aus dem Comeback seines kongenialen ZSC-Partners Sven Andrighetto ist auch in dieser Woche noch nichts geworden, sein Wettlauf gegen die Zeit hinsichtlich der WM geht nach der in den Playoff-Viertelfinals erlittenen Gehirnerschütterung weiter.
Am Montag findet dann nach dem nächsten Kaderschnitt eine Tabula rasa statt. Die ausgemusterten Spieler fliegen in die Schweiz zurück, der Rest des Teams nach einem freien Tag am Dienstag von Prag aus für die letzte WM-Vorbereitungswoche nach Schweden weiter, wo dann auch die Neuankömmlinge mit den von Captain Roman Josi angeführten NHL-Stars dazustossen sollen. Das frische Blut mit reichlich Qualität kann die Nati trotz der Rehabilitierung gegen Tschechien gut gebrauchen.
«Wir sind in finalen Abklärungen und hoffen, dass wir bis am Montag definitiv kommunizieren können», sagt Nati-Direktor Lars Weibel gegenüber SRF. Sie seien auf gutem Weg, was die Freigaben der NHL-Spieler anbelange, auch die Situation bezüglich der Konstellation mit auslaufenden Verträgen sehe gut aus. Dies macht Hoffnung, dass der vertragslose Philipp Kurashev dabei sein wird. Weibel betont aber auch, dass noch einige medizinische Abklärungen offen seien. Da dürfte es primär um Jonas Siegenthaler gehen, der mit einer Verletzung zu kämpfen hat – gemäss Blick-Infos sieht es da nicht allzu gut aus.
Wer fliegt aus dem Kader?
Und wer konnte in dieser schwierigen Woche auf der Euro Hockey Tour vom bestehenden Nati-Personal auf sich aufmerksam machen? Von den bewährten Kräften sicher Ken Jäger, Damien Riat und Moy, der nach seiner Verletzungspause ein bemerkenswertes Comeback gegeben hat. Auch Malgin hatte seine wirbligen Momente, aber auch noch viel Luft nach oben. Von den Wackelkandidaten konnte sich vor allem Dominik Egli, der viel Verantwortung schulterte, in einem guten Licht zeigen.
Am anderen Ende der Skala befinden sich die Verteidiger Romain Loeffel, Fabian Heldner und Tobias Geisser, die öfters im Schilf standen. Auch für die Routiniers Tristan Scherwey, Gaëtan Haas und Dario Meyer dürfte es schwierig werden. Genauso für Goalie Stéphane Charlin. Und fragend lässt einem ein weiteres Mal Rochette zurück: So viel Talent, aber auf internationalem Parkett auch so viel Mühe, dies umzusetzen, sich in den Zweikämpfen zu behaupten und Skorerpunkte zu produzieren. Immerhin war aber auch bei ihm eine deutliche Steigerung festzustellen und im Penaltyschiessen hat er gegen Tschechien eiskalt verwandelt. Hält ihn dieses herrliche Tor im Team?
Tore: keine. - Penaltyschiessen: Thürkauf -, Cernoch -, Moy 0:1, Melovsky -, Rochette 0:2, Beranek -, Riat -, Filip 1:2, Hofmann -, Kubalik -.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Österreich | 0 | 0 | 0 | |
1 | Finnland | 0 | 0 | 0 | |
1 | Deutschland | 0 | 0 | 0 | |
1 | Großbritannien | 0 | 0 | 0 | |
1 | Ungarn | 0 | 0 | 0 | |
1 | Lettland | 0 | 0 | 0 | |
1 | Schweiz | 0 | 0 | 0 | |
1 | USA | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 0 | 0 | 0 | |
1 | Tschechische Republik | 0 | 0 | 0 | |
1 | Dänemark | 0 | 0 | 0 | |
1 | Italien | 0 | 0 | 0 | |
1 | Norwegen | 0 | 0 | 0 | |
1 | Slowakei | 0 | 0 | 0 | |
1 | Slowenien | 0 | 0 | 0 | |
1 | Schweden | 0 | 0 | 0 |


