Wie ein Blick-Leser am Freitagnachmittag meldet, lief im Luzerner Zimmereggwald ein grösserer Polizeieinsatz. Der Wald sei abgesperrt worden. Die Luzerner Polizei bestätigte gegenüber Blick den Einsatz, äussert sich zur Ursache zunächst aber nicht. Auch um 17.30 Uhr dauerte der Einsatz weiterhin an.
Die Luzerner Polizei schreibt in einer Medienmitteilung am Samstag, dass am Freitagmittag vor einem Haus an der Baselstrasse geschossen wurde. Blick-Recherchen zeigen, dass es sich dabei um ein Juweliergeschäft handelt. Vor Ort wurde ein verletzter Mann gefunden. Dieser wurde erstversorgt und anschliessend durch den Rettungsdienst ins Spital transportiert. Beim lebensbedrohlich verletzten Mann handelt es sich um einen 31-jährigen Schweizer, wie die Polizei am Samstag bekannt gibt.
Die Schwester (22) des verletzten Juweliers, erklärt am Freitag gegenüber Blick: «Mein Bruder wurde im Bauch angeschossen und wird jetzt im Spital operiert.»
Am Sonntag dann die Erleichterung. «Mein Bruder ist noch im Spital. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut», erzählt die Schwester. «Er ist zum Glück nicht mehr in Lebensgefahr. Darüber sind wir alle sehr froh. Er steht nun unter Polizeischutz. Mehr dürfen wir im Moment nicht sagen.»
Täter flüchteten in weissem Lieferwagen
Die unbekannten Täter flüchteten vor dem Eintreffen der Polizei mit einem weissen Lieferwagen stadtauswärts. Das Fahrzeug konnte kurze Zeit später in einem Quartier im Stadtteil Littau festgestellt werden. Die Täter? Immer noch auf der Flucht. In Littau nahm die Polizei zwei Personen vorübergehend fest, bestätigt die Kantonspolizei gegenüber Blick. Diese seien jedoch kurz darauf wieder freigelassen worden.
Gabriela W.* (60) wohnt gleich beim Zimmereggwald in Littau. Sie wollte mit dem Hund spazieren gehen, wurde aber wegen der laufenden Suchaktion nicht durchgelassen. «Die haben mit Drohnen, Hunden und Maschinengewehr gesucht. Das war schon speziell», erzählt die Anwohnerin.
«Ich habe Blut gesehen und ein Auto, das wegfährt»
Ein Mitarbeiter eines Pizza-Lieferdienstes habe einen Vorfall bei einem Juwelier in der Baselstrasse beobachtet. «Ich habe Schüsse gehört», sagt er zu Blick. «Ich bin sofort raus auf die Strasse. Ich habe Blut gesehen und ein Auto, das wegfährt.»
Der Juwelier-Laden ist abgesperrt, versiegelt und weist kaputte Fensterscheiben auf. Auffällig: Einschusslöcher sind zu sehen. Wie die Luzerner Polizei am Freitagabend gegenüber Blick bestätigte, hängt der Einsatz bei dem Juwelier in der Baselstrasse mit dem Grosseinsatz im Zimmereggwald zusammen.
«Die Polizei sperrte den Laden ab»
Eine Mitarbeiterin eines mexikanischen Restaurants sagt am Telefon, dass bei einem Juwelier in der Strasse am Freitagnachmittag etwas vorgefallen sei. «Die Polizei war noch vor Ort und sperrte den Laden ab», sagt sie zu Blick. Gegenüber dem Blick-Reporter erklärte ein Dönerverkäufer mit einem Geschäft in der Nähe, er habe einen Schuss gehört und gesehen, wie zwei Männer – einer mit blutendem Bauch – in ein Auto gestiegen sind. Möglicherweise waren die Männer in Richtung Zimmereggwald geflüchtet.
In der Gegend sorgte der Einsatz für Unruhe: «Ich war heute Nachmittag in Littau, um einzukaufen», schilderte ein Leser. «Dort hatte es zwei Polizisten stationiert, wenn man bei der Zimmeregg-Badi hochfährt, hatte es nochmals zwei und auch vor unserer Haustür hat es Einsatzkräfte, die die Leute anhalten und nachfragen.» Wer in den Wald will, wird zurückgewiesen. «Ich wollte mit meinem Hund in den Wald», so der Leser. «Ich durfte aber nicht.»
*Name bekannt