«Gibt nicht einen Tag, an dem ich schlafen kann»
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Mama von Trystan auf Friedhof:«Gibt nicht einen Tag, an dem ich schlafen kann»

Vater ist fassungslos: «Wie ein Sack Müll»
Leiche von Crans-Montana-Opfer Trystan soll exhumiert werden

Schock in Pully: Das Grab von Trystan Pidoux (†17) soll wieder geöffnet werden. Das sorgte für dramatische Szenen am Mittwoch auf dem Friedhof. Inklusive einem Polizeieinsatz.
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Das Grab von Trystan Pidoux muss wieder geöffnet werden.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Grab von Trystan Pidoux (†17) in Pully ist nicht für die Ewigkeit.
  • Auf dem Friedhof kam es zu wilden Szenen.
  • Die Behörden bleiben stur, Umzonung ist nicht möglich.
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Martin MeulReporter News

Skurrile Szenen auf dem Friedhof von Pully VD am Mittwochmorgen um 8 Uhr. Polizisten sind vor Ort, es herrscht viel Betrieb. «Es ist eine Sauerrei, was da passiert», sagt der Vater von Trystan Pidoux (†17) zu Blick. Sein Sohn ist eines der Opfer des Infernos von Crans-Montana. «Mein Kind wird wie ein Sack Müll behandelt.»

Der Grund für den Zorn: Das Grab seines Sohnes muss wieder geöffnet werden.

«Das ist vollkommen inakzeptabel»

Was genau sich auf dem Friedhof abgespielt hat, kann der Vater nicht sagen, er war nicht vor Ort. «Mein Sohn soll umgebettet werden, wohin, weiss ich nicht», sagt er am Telefon. 

Der Grund für die Aufregung: Trystans Mutter Vinciane Stucky hat am Morgen direkt vor der Grabstelle ein frisches Grab entdeckt. Dadurch wurde ihr klar, dass sie entgegen ihrem Wunsch nicht neben ihrem Sohn beerdigt werden kann. 

Das hat einen Grund. «Trystan liegt in einem sogenannten Reihengrab, einem System, bei dem die Leichen nacheinander ohne reservierten Platz und nur für eine begrenzte Dauer beigesetzt werden», sagt Stucky. Heisst: Der Platz neben Trystan wird nicht freigehalten werden können, bis Trystans Mutter stirbt. 

Die Stadt Pully schreibt in einer Mitteilung vom Mittwoch: «Eine Familie hat jedoch den Wunsch geäussert, dass zwei Grabstellen im Reihengrab neben der Ruhestätte ihres verstorbenen Kindes frei bleiben, damit sich die Angehörigen dort sammeln können. Diese Praxis ist in diesem Bereich zwar nicht vorgesehen, dennoch hat die Gemeinde angesichts der besonderen Umstände zugestimmt, zwei Plätze vorübergehend freizuhalten. » Nun aber scheint diese Regelung vorbei zu sein.

Niemand habe ihn oder seine Ex-Frau jedoch darüber informiert. «Wir wären bereit, für das Grab zu bezahlen, doch das geht offenbar nicht», so der Vater. Trystan müsse exhumiert und umgebettet werden. «Das ist vollkommen inakzeptabel», so Trystans Vater.

Ein Schock für die Mutter

Am Mittwoch wollten die Angehörigen von Trystan mit den Behörden über eine Lösung sprechen. So auch die Mutter von Trystan, Vinciane Stucky. Für sie ist die mögliche Exhumierung und Umbettung ihres toten Sohnes ein Schock. Ein Video zeigt die Frau im Gespräch mit Polizisten. «Bis jetzt lag Trystan wenigstens in einem Sarg, nun müssen wir ihn in einem dieser kleinen Gräber beerdigen», sagt die Frau mit tränenerstickter Stimme. 

Trystan solle aber dort liegen bleiben, wo er nun begraben sei. «Der Ort ist zu einer Gedenkstätte geworden», so Stucky.

Es seien «Scheissgesetze» so die Mutter. «Manchmal braucht es ein gewisses Augenmass», sagt Stucky weiter. «Es gibt nicht einen Tag in meinem Leben, an dem ich schlafen kann, nicht eine Minute der Ruhe.» Sie habe gehofft, eines Tages neben ihrem Sohn beerdigt zu werden.

Allerdings bleibt die Stadt Pully hart. Die Nutzung der Reihengräber ist auf eine maximale Dauer von 25 Jahren festgelegt, und Plätze können in diesem Bereich nicht freigehalten werden. Wer dies möchte, muss andernorts begraben werden, in einem sogenannten Konzessionsgrab beerdigt werden. Die Stadt schreibt: «Wir sind dabei, mit den betroffenen Familien nach Lösungen zu suchen.»

Weiteres Kapitel

Es ist nicht das erste Mal, dass der Umgang der Behörden mit Trystans Leichnam für Schlagzeilen sorgt. So hatten die Walliser Behörden ihn für die Beerdigung freigegeben, der Teenager lag bereits aufgebahrt in der Kapelle von Saint-Roch in Lausanne. Doch am Tag davor wurde Trystans Leiche wieder abgeholt. Für eine Autopsie. 

Die Angehörigen waren fassungslos. Es war ein schwerer Schlag für Vinciane Stucky. «Wir hatten alles organisiert», sagte sie im Januar zu Blick. Die Blumen, den Pfarrer – Stucky musste alles verschieben. «Die Art und Weise, wie das abgelaufen ist, war extrem brutal!»


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