Darum gehts
- Polizei-Einsatz wegen Bombendrohung am Gega-Schulhaus in Schaffhausen
- Evakuierung von 300 Schülern und 40 Lehrpersonen, Gebiet abgesperrt
- Schüler im Feuerwehrzentrum betreut, keine Verletzten gemeldet
Grosser Polizeieinsatz am Gega-Schulhaus in Schaffhausen: Wie die «Schaffhauser Nachrichten» berichten, waren bewaffnete Polizisten mit schusssicheren Westen vor Ort. Schülerinnen und Schüler wurden evakuiert, das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt.
Am Donnerstagmittag gab die Polizei bekannt: «Grund für den Einsatz ist eine Bombendrohung. Rund 300 Schülerinnen und Schüler sowie 40 Lehrpersonen wurden inzwischen evakuiert», sagte Polizeisprecherin Bianca Gähweiler zu den «Schaffhauser Nachrichten».
Die mögliche Strafe: Zehn Tage Arbeitseinsatz
Wie die Schaffhauser Polizei in einem Schreiben später mitteilt, wurde ein Jugendlicher festgenommen. Die Meldung über eine Bombendrohung war bei der Polizei kurz vor 11 Uhr eingegangen. Gemäss ersten Ermittlungen habe ein Jugendlicher die Drohung ausgesprochen. Ein Tatverdächtiger konnte nach einer kurzen Fahndung in der Nähe des Schulhauses festgenommen werden.
Welche Strafe könnte dem Buben jetzt drohen? Die «Schaffhauser Nachrichten» schreiben eine Woche nach der Tat, dem beschuldigten 13-Jährigen könnten bis zu zehn Tage Arbeitseinsatz drohen. Der Strafkatalog ist in diesem jungen Alter stark begrenzt: Neben dem Arbeitseinsatz gibt es nur noch einen schriftlichen Verweis als Sanktionierungsmassnahme.
Weitere begleitende Massnahmen umfassen eine Aufsicht oder persönliche Betreuung und ambulante Massnahmen bei psychischen Problemen. Auch eine mögliche Unterbringung des Jugendlichen in einer Einrichtung nennt der leitende Jugendanwalt Thomas Rapold gegenüber der Zeitung als Massnahme. Die Lage beschreibt er nach dem Wirbel in der vergangenen Woche insgesamt als «entspannt».
Sprengstoffspürhunde im Einsatz
Am Donnerstagabend vor einer Woche hatte die Polizei Entwarnung geben können. «Spezialisten des FOR (Forensisches Institut) Zürich und der Schaffhauser Polizei durchsuchten – mit tatkräftiger Unterstützung von Sprengstoffspürhunden» das Areal. Schliesslich konnte das Schulhaus wieder freigegeben werden. Der Schulbetrieb kann wieder aufgenommen werden. Heisst: Der Unterricht fand am Freitag regulär statt. Das teilte die Stadt Schaffhausen auch in einer Mitteilung mit. Und schreibt ausserdem: «Den Schülerinnen und Schülern steht bei Gesprächsbedarf morgen und darüber hinaus auch die Schulsozialarbeit zur Verfügung. Sie unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei der Verarbeitung des Erlebten.»
Wie die Polizei am Freitag gegenüber Blick bestätigt, hat die Schaffhauser Jugendstaatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen Schüler (13) aus Schaffhausen. Während er die Drohungen aussprach, soll er eine rote «Make America Great Again»–Kappe und eine blaue Einwegmaske getragen haben – offiziell bestätigen will die Polizei das jedoch nicht. «Was der Beschuldigte bei der ‹Aussprache der Drohung› an Kleidung trug, können wir derzeit weder bestätigen noch dementieren, da dies Gegenstand der laufenden Ermittlungen ist.»
Maskierter Schüler gesehen
Der Einsatz sorgte für Aufregung. «Unser Kind hat gesagt, es sei ein 5. bis 6. Klässler maskiert in die Schule gekommen und habe gesagt, er habe eine Bombe platziert», sagt ein Elternpaar von einem Schulkind zu Blick. Die Polizei kann diese Schilderung so auf Anfrage von Blick nicht bestätigen. «Zum genauen Vorfall geben wir keine weiteren Informationen», sagt Kapo-Sprecherin Bianca Gähweiler zu Blick.
Eine Anwohnerin hat die Polizei gesehen und sich gewundert: «Alle Schüler wurden rausgebracht», sagt sie zu Blick. Was genau da vorgefallen sein könnte, kann sie nicht sagen.