Chronologie des Inferno-Horrors
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Chronologie der Inferno-Nacht:In diesem Moment fängt die Decke Feuer

Italienische Medien berichten
Verfahren gegen Walliser Rettungskräfte eröffnet

Im Walliser Skiort Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Am Montag, 13. April, wurde der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, befragt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Gegen das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wird ermittelt
  • Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
10:27 Uhr

Italienische Medien berichten: Verfahren gegen Walliser Rettungskräfte eröffnet

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Bisher konzentrierten sich die Ermittlungen rund um die Brandkatastrophe in Crans-Montana auf das Ehepaar Moretti, die Betreiber der Inferno-Bar, sowie die Sicherheitsverantwortlichen in der Gemeinde. Jetzt geraten scheinbar auch die kantonalen Rettungskräfte ins Visier der Behörden.

Mehrere italienische Opferanwälte erheben schwere Vorwürfe gegen die Rettungskräfte, die in der Nacht der Brandkatastrophe im Einsatz waren. Kritisiert wird insbesondere die Infrastruktur der Aktion. «Es gab nicht genügend Barren, und auch die Wärmedecken reichten nicht aus. Ebenso fehlten die Sauerstoffflaschen», schildert Fabrizio Ventimiglia, Anwalt der Familie eines Brandopfers, gegenüber der italienischen Zeitung «La Stampa».

Foto: AFP

Ventimiglia zufolge hätte der Mangel an essenziellem Rettungsmaterial in der Brandnacht schweren Schaden angerichtet. So könnte sich etwa der Gesundheitszustand seiner Mandatin dadurch verschlechtert haben. «Crans-Montana ist kein abgelegenes Bergdorf, sondern ein bekannter Ferienort, der jeden Winter Tausende von Touristen beherbergt. Es kann nicht sein, dass es nur wenige Minuten von der Stadt entfernt kein Lager gibt, in dem die gesamte Ausrüstung bereitliegt, um bei Unfällen mit der notwendigen Ausrüstung eingreifen zu können», so der Anwalt.

Wie mehrere italienische Medien jetzt übereinstimmend berichten, soll die Walliser Staatsanwaltschaft ein zweites, gesondertes Strafverfahren gegen die Kantonale Rettungsorganisation Wallis OCVS eröffnet haben. Die Durchführung der Rettungsmassnahmen in der Brandnacht soll geklärt werden. Gegenüber Blick wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht zu diesem Thema äussern.

07:36 Uhr

Wogen und Wut glätten: Parmelin trifft Meloni

Von Lucien Fluri, Co-Leiter Politik

Italien spart nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana nicht mit Kritik an den Schweizer Behörden. Jüngst sorgte in Italien für grosse Empörung, dass die Schweiz Spitalrechnungen nach Italien verschickte. Nun will Bundespräsident Guy Parmelin (66, SVP) die Wogen glätten. Dies berichten die Zeitungen von CH Media. Am Montag soll Parmelin am Rande eines Gipfels in Armenien die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) treffen. Am Dienstag wird der Bundespräsident dann in Rom weilen zur Vereidigung der Schweizer Gardisten. In der italienischen Hauptstadt steht auch ein Gespräch mit dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella (84) auf dem Programm. Wie CH Media weiss, ist Parmelin über die verschickten Rechnungen nicht glücklich. Er soll darauf drängen, dass die Schweiz nun Rechnungen zurückbehält. 

29.04.2026, 17:49 Uhr

Italien zieht als Nebenkläger vor Gericht

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Italien hatte sich zuletzt immer wieder kritisch aufgrund der angeblichen Forderung der Schweiz zur Deckung der Behandlungskosten für drei italienische Brandopfer im Spital Sitten geäussert. Nun hat Italien beantragt, sich dem Zivilverfahren im Zusammenhang mit der Tragödie von Crans-Montana anzuschliessen.

Kritik hatte es aus Italien zuletzt genug gehagelt, etwa von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
Foto: AFP via Getty Images

Eine Schweizer Anwaltskanzlei habe den Auftrag erhalten, die Interessen der Italienischen Republik im Verfahren zu vertreten. Dies teilte der Palazzo Chigi am Mittwoch in einer offiziellen Erklärung mit. 

Die Entscheidung als Nebenkläger im Strafverfahren aufzutreten, sei «durch den direkten Schaden motiviert, der dem Vermögen des italienischen Staates durch die erheblichen Ressourcen entstanden ist, die der Nationale Zivilschutzdienst für die medizinische, psychologische und logistische Unterstützung der betroffenen Landsleute mobilisiert hat», hiess es hierzu in der Erklärung. 

Zudem wurde betont, dass eine Mitverantwortung lokaler Behörden an der Entstehung des Brandes als «äusserst plausibel angesehen wird». Dadurch rechtfertige sich die entschiedene Forderung nach Schadensersatz gegen alle zivilrechtlich Verantwortlichen, hiess es weiter. 

Die italienische Regierung kündigte an, weiterhin «ihr grösstmögliches Engagement für die Überwachung jeder Phase des Gerichtsverfahrens in der Schweiz zu gewährleisten, für ständige und transparente Informationen über ihre Initiativen sorgen und ihre volle und ununterbrochene Unterstützung für die Familien der Opfer und die Verletzten zu bestätigen, um eine vollständige Aufklärung der Verantwortlichkeiten und Gerechtigkeit für den der nationalen Gemeinschaft entstandenen schweren Schaden zu gewährleisten».

29.04.2026, 08:04 Uhr

«Ich nehme es Crans nicht übel – ich würde gerne wieder hinfahren»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Er wurde schwer verbrannt, lag wochenlang im Koma und musste unfassbare Schmerzen aushalten: Manfredi M.* (16) aus Rom überlebte das Inferno von Crans-Montana. Nun meldet er sich erstmals zu Wort. Im Gespräch mit der Tageszeitung «Corriere della Sera» erklärt der Jugendliche, wie er den steinigen Weg zurück ins Leben erlebte und warum er trotzdem positiv bleibt. 

In der Brandnacht befand sich M. im hinteren Teil der Inferno-Bar. Plötzlich sei ein junges Mädchen, die 15-jährige Elsa R.*, zu Manfredi und seinen Freunden gerannt und habe geschrien, dass alles in Flammen stehe. Die Freunde haben versucht, sich in der glühenden Hitze in Sicherheit zu bringen. Sein bester Freund Riccardo M.* starb in den Flammen. 

Der 16-Jährige erlitt schwere Verbrennungen an Rücken, Gesicht und Händen. Mitte März wurde er aus dem Spital entlassen, musste aber kurze Zeit später wieder eingeliefert werden. Der Grund: eine Verletzung an der Luftröhre, die auf einmal Probleme bereitete. «Ich konnte nicht mehr Treppen steigen, weil ich keine Luft bekam. Ich hatte die ganze Zeit ein pfeifendes Gefühl», beschreibt er. «Das war wirklich ein Schock.» Mittlerweile sei das Problem endlich gelöst und die Behandlungen konzentrierten sich auf seine Verbrennungen. 

Bemerkenswert: M. verspürt keine Wut gegen das Wallis oder Crans-Montana. «Ich hege keinen Groll gegen Crans. Es wäre zu kurz gegriffen, sich nur an die Ereignisse der Silvesternacht zu erinnern. Tatsächlich gefällt es mir dort, und ich würde gerne wieder hinfahren.»

Mittlerweile geht Manfredi wieder zur Schule. Er geht auch wieder in den Ausgang. «Ich war sogar auf einer Party», erzählt er. 

Zahlreiche Brandopfer kämpfen nach wie vor mit den Folgen der Silvesternacht. Die 18-jährige Roze leidet auch über 100 Tage nach der Katastrophe noch unter den traumatischen Erlebnissen. Hier liest du, wie es ihr geht. 

* Namen bekannt

28.04.2026, 15:03 Uhr

Richtigstellung: Artikel im «Messaggero»

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Am Nachmittag vermeldete Blick an dieser Stelle die Berichterstattung der italienischen Zeitung «Il Messaggero» und gab eine Schilderung einer Familie eines Brandopfers wieder, die der Anwalt des Vaters des Brandopfers komplett zurückweist. Die vom «Messaggero» zitierten «unwahren Aussagen» des Brandopfer-Vaters wurden nach Angaben des Anwalts niemals getätigt und der Artikel der italienischen Zeitung sei in seiner Gesamtheit verleumderisch. Blick hat den entsprechenden Tickereintrag daraufhin vorerst entfernt.

28.04.2026, 11:51 Uhr

«Italien rettet Leben kostenlos»

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Italien lässt nicht locker. Seit Tagen hagelt es aus Rom Kritik an den Schweizer Behörden. Hintergrund des Streits ist eine angebliche Forderung seitens der Schweiz zur Deckung der Behandlungskosten für drei italienische Brandopfer im Spital Sitten.

Kurz zusammengefasst soll der Kanton Wallis keine rechtlichen Möglichkeiten haben, diese Kosten zu übernehmen, weshalb Italien dafür aufkommen soll. Es gehe um einen Beitrag von rund 100'000 Franken. Meine Kollegin Janine Enderli hat den Disput am Samstag in einem ausführlichen Ticker-Eintrag zusammengefasst.

Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado (66), machte seiner Empörung über die mutmassliche Schweizer Forderung in den letzten Tagen immer wieder Luft. «Italien wird niemals die Rechnungen für die Opfer des Brandes in Crans-Montana bezahlen», betonte er beispielsweise am Dienstag in einem Interview auf dem Fernsehsender Rete 4.

Cornado spricht in diesem Interview auch die zwei Schweizer Brandopfer an, die nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana im Niguarda-Spital in Mailand behandelt wurden. «Wir werden die Rechnung für die beiden Schweizer Patienten übernehmen, denn Italien rettet Leben kostenlos.»

Die italienische Ministerpräsidenten Giorgia Meloni (49) äusserte sich bereits am Freitag zum Disput. Sie nannte die mutmassliche Forderung «verabscheuungswürdig» und erklärte ebenfalls, Italien werde sie nicht bezahlen.

26.04.2026, 11:09 Uhr

Opfer-Familien dürfen Videos aus Brandnacht ansehen

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

Das Leiden für die Angehörigen nach der Katastrophe in der Silvesternacht scheint nicht abzureissen. Wie «Tribune de Genève» am Sonntag berichtet, dürfen Angehörige bald die Bilder und Videos, die von den Überwachungskameras gemacht wurden, anschauen.

Ab Montag dürfen erst die Anwältinnen und Anwälte der Angeklagten und dann die Vertreterinnen und Vertreter der Angehörigen der Opfer die Aufnahmen sichten. 

Insgesamt starben 41 Menschen in der Flammenhölle der Bar in Crans Montana.

Ab 30. April dürfen aber auch die Familien die Bilder einsehen. Einige der Angehörigen verzichten darauf. Verständlich – einige der Aufnahmen zeigen die Leichen der Verstorbenen. Andere Angehörige wiederum bestehen darauf, die Bilder zu sehen.

«Diese Bilder sind unerlässlich, um konkret zu messen, was diese Kinder in den weniger als zwei Minuten erlebt haben, die ihnen das Leben oder lebenslange Verletzungen und Leiden kosteten», sagte die Genfer Anwältin Catherine Hohl-Chirazi , die die Familie einer jungen Frau vertritt, die bei dem Brand ums Leben kam.

Die Aufnahmen der 14 Kameras sollen auch zeigen, wer für die Umsetzung der Aktion mit den Kerzen auf den Champagnerflaschen verantwortlich war. War es Jessica Moretti, die die Anweisungen erteilte? Zeugen sagten nämlich aus, dass sie die Aktion persönlich angeordnet habe. Sie selbst sagte aus, dass sie den Angestellten lediglich «geholfen» habe, die Flaschen zu servieren. 

Eine der Mitarbeiterinnen war die 24-jährige Cyane Panine. Sie starb in der Flammenhölle. Mehr über das Schicksal der jungen Frau findest du hier.

25.04.2026, 15:43 Uhr

«Die Schweizer Behörden begegnen dieser Angelegenheit mit passiver Akzeptanz»

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Manfredi M.* (16) erlitt in der Silvesternacht im Le Constellation schwere Brandverletzungen. Wenige Stunden lag der Teenager auf der Intensivstation in Sitten. Dann fuhr ihn sein Vater Umberto M.* zusammen mit zwei weiteren Schwerverletzten ins Mailänder Spital Niguarda. Umso mehr ist Manfredis Familie schockiert, dass sie eine Rechnung über rund 70'000 Franken vom Sittener Spital erhielt. 

Brandopfer Manfredi M.

Grund dafür: Der Kanton Wallis soll keine rechtlichen Möglichkeiten haben, die Kosten für die Behandlung dreier italienischer Brandopfer im Spital Sitten zu decken. Stattdessen soll nun Italien zahlen. Die italienische Ministerpräsidentin Georgia Meloni und der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, reagierten bereits mit Entrüstung und betonten: Italien werde nicht zahlen. 

Nun hat sich Umberto M. im Interview mit «Corriere della Sera» zu den Spitalkosten geäussert. «Diese Erstattungsproblematik ist unglaublich traurig. Wir haben immer noch Kinder im Spital, die dort leider lange bleiben müssen. Anstatt über sie zu sprechen, sind wir gezwungen, mit der Schweiz über Geld zu streiten. Das finde ich absolut unangemessen», so der Vater. 

Er zeigte sich enttäuscht über die Haltung der Schweiz: «Mir scheint, die Schweizer Behörden begegnen dieser Angelegenheit mit einer Art passiver Akzeptanz dessen, was geschehen ist und was getan werden muss, sodass wir wie Fremde wirken. Dabei fordern wir doch nur legitime Dinge. Ich würde sogar sagen: banale.»

* Name bekannt

25.04.2026, 12:30 Uhr

Italien-Botschafter legt nach: «Um Himmels willen!»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Der Haussegen zwischen der Schweiz und Italien hängt wieder einmal schief. Nachdem sich Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, bereits am Freitag über die hohen Spitalkosten und deren Begleichung ausgelassen haben, legt der Diplomat am Samstag in verschiedenen Interviews mit italienischen Zeitungen nach. 

Foto: KEYSTONE/AP/JOHN LEICESTER

«Wir werden nichts zahlen», sagt er gegenüber «La Repubblica». Hintergrund ist eine angebliche Forderung seitens der Schweiz zur Deckung der Behandlungskosten für drei italienische Brandopfer im Spital Sitten. Da der Kanton Wallis keine rechtlichen Möglichkeiten habe, die Kosten zu übernehmen, soll Italien diese Ausgaben erstatten. Konkret geht es um einen Betrag von rund 100'000 Franken.

Die Forderung habe ihn fassungslos gemacht, erklärt Cornado. In den Interviews betont er mehrfach, dass Italien sich auch um zwei Schweizer Brandopfer gekümmert habe. «Der Generaldirektor des Spitals in Niguarda (Mailand) sagte mir, dass sie es ohne unseren sofortigen Transport nicht geschafft hätten. Wir haben ihnen das Leben gerettet. Wir haben ihnen das Leben gerettet, wir haben sie monatelang behandelt, nicht nur einen Tag. Und wir werden ganz sicher keine Kostenerstattung verlangen, um Himmels willen!»

Ist das ein Zeichen für eine weitere Krise zwischen Italien und der Schweiz? «Ich würde nicht von einer Krise sprechen. Aber es ist wieder einmal ein Missverständnis zwischen unseren Ländern. Was geschehen ist, ist ernst.» 

Der Fall scheint komplex, denn: Europäisches Recht regelt, wie bei Behandlungen von Ausländern vorzugehen ist. Gegenüber Blick erklärte das Spital Sitten: «Alle Rechnungen im Zusammenhang mit dem Vorfall in Crans-Montana wurden für europäische Patienten an die gemeinsame KVG-Einrichtung übermittelt, gemäss den bilateralen Abkommen», heisst es in der Erklärung. Die privatrechtliche Stiftung mit Sitz in Olten SO ist für die internationale Koordination von Krankenversicherungen zuständig. Die KVG-Einrichtung schickt die Dokumente wiederum an ihr Pendant im jeweiligen Herkunftsland. Anschliessend wird die Kostenübernahme geregelt. Das Bundesamt für Sozialversicherungen bestätigte dieses Vorgehen auf Anfrage. 

Bereits nach der Freilassung von Jacques Moretti aus der Untersuchungshaft hat es Kritik aus Italien gehagelt. Daraufhin wurde der Botschafter nach Rom zurückbeordert. 

24.04.2026, 21:38 Uhr

Schweizer Krankenkasse fordert Geld – Meloni schiesst dagegen

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Wegen versendeter Spitalrechnungen an italienische Brandopfer hatte sich die italienische Ministerpräsidentin Georgia Meloni in dieser Woche bereits mit scharfer Kritik geäussert (siehe Ticker-Eintrag vom 21.04.2026, 13:00 Uhr). Nun schiesst sie erneut gegen die Schweizer Behörden. Grund dafür: Die Schweizer Krankenkasse will Italien nun auffordern, 100'000 Franken für medizinische Kosten zu erstatten, die dem Spital in Sitten VS für den kurzen Spitalaufenthalt eben dieser drei jungen Brandopfer aus Italien entstanden sind, berichtet der «Corriere della Sera». 

Foto: AFP

Diese Forderung sei demnach ein Ergebnis des Treffens zwischen dem italienischen Botschafter in Bern, Gian Lorenzo Cornado, und dem Präsidenten des Kantons Wallis, Mathias Reynard am Freitag. Reynard erklärte demnach, dass er keine regulatorischen Möglichkeiten habe, die Kosten zu decken. Der Schweizer Botschafter in Italien, Roberto Balzaretti, hatte das Versenden der Spitalrechnungen zunächst als «Missverständnis» bezeichnet. 

Der italienische Botschafter stellte jedoch direkt klar, dass Italien nicht zahlen will: «Unser Land», so Cornado, «ist seit Wochen für die Betreuung zweier Schweizer Staatsbürger im Niguarda-Krankenhaus in Mailand verantwortlich, und die Zivilschutzbehörde des Aostatals beteiligte sich in den ersten Stunden der Tragödie mit einem eigenen Helikopter an der Rettungsaktion: Es gibt ein Prinzip der Gegenseitigkeit, das respektiert werden muss.»

Auch Meloni reagierte umgehend auf der Plattform X. Die italienische Ministerpräsidentin schrieb: «Aus Presseberichten habe ich erfahren, dass die Schweizer Behörden beabsichtigen, von Italien die Übernahme der exorbitanten Behandlungskosten zu verlangen, die dem Spital in Sion für die – wenn auch nur wenige Stunden dauernden – Krankenhausaufenthalte einiger junger Menschen entstanden sein sollen, die bei dem Brand in Crans-Montana verletzt wurden.»

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Daraus zieht sie eine Konsequenz: «Sollte diese unwürdige Forderung formell gestellt werden, kündige ich bereits jetzt an, dass Italien sie an den Absender zurückschicken und nicht weiter berücksichtigen wird. Ich vertraue auf das Verantwortungsbewusstsein der Schweizer Behörden und hoffe, dass sich diese Nachricht als völlig unbegründet erweist.»

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