Chronologie des Inferno-Horrors
3:36
Chronologie der Inferno-Nacht:In diesem Moment fängt die Decke Feuer

Féraud sucht Ausreden
Hat sich Féraud mit Ex-Sicherheitsvorsteher abgesprochen?

Im Walliser Skiort Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Am Montag wurde der Gemeindepräsident von Crans Montana, Nicolas Féraud, befragt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Gegen das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wird ermittelt
  • Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
14:08 Uhr

Hat sich Féraud mit Ex-Sicherheitsvorsteher abgesprochen?

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Am Montag hatte der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud (55), bei seiner Anhörung viele der anwesenden Opferanwälte irritiert. Féraud behauptete, nichts von den Problemen mit den Sicherheitskontrollen im Le Constellation gewusst zu haben. «Niemand hat mich vor der Brandkatastrophe darüber informiert», hatte er bei seiner Vernehmung gesagt, wie Rai News berichtete.

Foto: KEYSTONE/CYRIL ZINGARO

Die Inspektionen in der Inferno-Bar hatten seit 2019 nicht mehr stattgefunden. Die Aussage des Gemeindepräsidenten stand im völligen Widerspruch zu den Darstellungen anderer Behördenmitglieder. Einige Vertreter der Zivilparteien bei der Anhörung in Sitten waren nicht von Férauds Aufrichtigkeit überzeugt. «Er hat bisweilen den Eindruck erweckt, auszuweichen», so etwa Opferanwalt Gilles-Antoine Hofstetter gegenüber «Le Temps».

Jetzt steht der Verdacht im Raum, der Gemeindepräsident könnte sich mit einem anderen Angeklagten im Geheimen abgesprochen haben. Am Mittwoch wird Kevin Barras (36), ehemaliger Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher von Crans-Montana, vernommen. Während seiner Anhörung erzählte dieser, er habe Féraud den letzten Tagen zweimal getroffen, darunter einmal am Dienstag in dessen Wohnung. Das berichtet RTS mit Berufung auf mehrere anonyme Quellen.

Laut Barras hätte es sich dabei um Höflichkeits- und Unterstützungsbesuche gehandelt. Diese Ankündigung sorgte aber trotzdem bei vielen der im Verhandlungssaal Anwesenden für Erstaunen. Laut RTS habe dieses Treffen bei einigen den Eindruck erweckt, dass es zwischen den zwei Angeklagten eine Absprache gegeben habe und dass beide wohl bereit seien, gegenüber der Staatsanwaltschaft übereinstimmende Versionen ihrer Geschichte vorzulegen.

Die Anhörung von Barras wird voraussichtlich den ganzen Mittwoch über fortgesetzt. 

08:53 Uhr

Ex-Sicherheitsvorsteher von Crans-Montana wird verhört

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Jetzt geraten die politischen Vertreter ins Rampenlicht der Ermittlungen rund um die Brandkatastrophe von Crans-Montana. Nachdem am Montag Gemeindepräsident Nicolas Féraud (55) in Sitten VS verhört wurde, muss am Mittwoch nun der junge FDP-Politiker Kevin Barras (36) zu seiner ersten Anhörung antraben. Er war von 2021 bis 2024 als Gemeinderat in Crans-Montana für die öffentliche Sicherheit in der Gemeinde zuständig.

Im Fokus dieser Befragungen stehen die versäumten Brandschutzkontrollen im Le Constellation. 2019 wurde die Inferno-Bar zum letzten Mal inspiziert. Während seiner Zeit als Gemeinderat wäre Barras der politische Verantwortliche für diese Brandschutzkontrollen gewesen. Deshalb wird auch gegen den 36-Jährigen ermittelt, der mittlerweile als Kantonsrat tätig ist. Ihm werden fahrlässige Brandstiftung sowie Körperverletzung und Totschlag vorgeworfen.

Es bleibt abzuwarten, ob auch Barras die Verantwortung für die versäumten Inspektionen von sich weisen wird. Gemeindepräsident Féraud hatte bei seiner Anhörung am Montag behauptet, nichts von den Problemen mit den Sicherheitskontrollen gewusst zu haben. «Niemand hat mich vor der Brandkatastrophe darüber informiert», hatte er bei seiner Vernehmung gesagt, wie Rai News berichtete.

Férauds Darstellung stand damit im völligen Widerspruch zu den Aussagen anderer Behördenmitglieder. Der ehemalige Sicherheitschef der Gemeinde sagte beispielsweise bei seiner Anhörung aus, dass die Brandschutzkontrollen wegen Personalmangel nicht durchgeführt werden konnten. Blick-Reporter Pascal Scheiber und Helena Graf haben in diesem Artikel die bekannten Probleme mit den Inspektionen zusammengefasst.

Wie sich Barras zu diesem Thema äussert, wird sich zeigen. Laut «Le Temps» setzte er sich im Oktober 2021 für eine zusätzliche Stelle beim Personal der Sicherheitsabteilung ein. Vor seiner Anhörung wollte er sich allerdings nicht mehr zu diesem Thema äussern, wie die Westschweizer Zeitung schrieb. 

14.04.2026, 14:38 Uhr

Tourismus-Chef entschuldigt sich bei Jessica Moretti

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Ein zentraler Zeuge im Fall Crans-Montana hat sich erneut zu seinen Aussagen über die Brandnacht geäussert. Der Hotelier und Präsident von Crans-Montana Tourisme, Jean-Daniel Clivaz, entschuldigt sich in einer Medienmitteilung für falsche Angaben über Barbetreiberin Jessica Moretti. 

Foto: Linkedin

Demnach habe die italienische Talkshow Quarta Repubblica Mitte Januar einen Beitrag gesendet, wonach Jessica Moretti in der Nacht des Brandes mit der Kasse unter dem Arm aus dem Constellation geflohen sei. Diese Aussagen seien ihm zugeschrieben worden, heisst es in dem Schreiben, das Blick vorliegt. 

«Ich bedauere zutiefst, diese mir zugeschriebene Aussage nie widerlegt zu haben. Diese Falschmeldung, die ich in dem beschriebenen Zusammenhang weitergegeben habe, fand weltweite Beachtung, was ich bedauere.», schreibt Clivaz weiter. «Ich entschuldige mich bei Jessica Moretti dafür, dass ich ihr Ansehen und ihre Integrität zu Unrecht geschädigt habe.»

Bereits vor zwei Wochen hatte Clivaz seine Aussagen über Jacques Moretti widerrufen. Am 30. März erklärte der Hotelier, er habe weder mit Moretti gesprochen noch ihn auf die Gefahren des schallabsorbierenden Schaums hingewiesen, mit dem der Barbetreiber die Decke verkleidet hatte. Zuvor hatte Clivaz noch behauptet, er habe Moretti vor dem verwendeten Material gewarnt.

14.04.2026, 12:28 Uhr

Staatsanwaltschaft in Rom untersucht Ehepaar Moretti

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Jetzt wird auch in Italien gegen das Ehepaar Moretti ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Rom hat Jacques und seine Ehefrau Jessica als Tatverdächtige registriert. Das zeigt ein Bericht des «Corriere della Sera», der sich mit Blick-Recherchen deckt. 

Foto: keystone-sda.ch

Dem Ehepaar werde von der römischen Staatsanwaltschaft mehrfacher Totschlag, Brandstiftung und schwere Körperverletzung unter Verstoss gegen die Unfallverhütungsvorschriften vorgeworfen, heisst es im Bericht der italienischen Zeitung. Die Ermittlungen der Behörden würden sich auf die Aussagen der italienischen Brandopfer stützen, die bei der Katastrophe in der Silvesternacht verletzt wurden. 

Im Rahmen der Untersuchungen ordneten die Staatsanwälte ausserdem die Beschlagnahme der Mobiltelefone der Opfer und Überlebenden als Beweismittel an, heisst es im Bericht des «Corriere» weiter. So soll der Hergang der Brandkatastrophe besser rekonstruiert werden können.

Auch in der Schweiz wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung gegen das Betreiber-Paar der Bar Le Constellation ermittelt. Die Morettis wurden diesbezüglich bereits mehrmals von den Behörden befragt. Bei der letzten Einvernahme wollten Angehörige der Brandopfer das Ehepaar nach der Befragung stellen. Mein Kollege Martin Meul und meine Kollegin Sandra Marschner haben die Ereignisse dieser Anhörung hier zusammengefasst.

14.04.2026, 07:11 Uhr

Opferanwälte nach Férauds Befragung nicht überzeugt

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Elf Stunden. So lange dauerte die Befragung von Gemeindepräsi Nicolas Féraud am Montag in Sitten. Nach der Anhörung äusserte sich Férauds Anwalt, Christian Delaloye, vor einigen Medienvertretern zum Zustand seines Klienten. Er sei «erschöpft nach einer schwierigen Tortur», aber auch «erleichtert, dass er einige Dinge richtigstellen konnte», zitiert die Westschweizer Zeitung «Le Temps» den Anwalt. 

Foto: AFP

Wie mein Kollege Mattia Jutzeler bereits gestern in diesem Ticker beleuchtete, hatte Féraud angegeben, erst nach der Brandkatastrophe von den fehlenden Kontrollen im Le Constellation erfahren zu haben. 

Férauds Darstellung gestern stand im völligen Widerspruch zu den Aussagen anderer Behördenmitglieder. Er gab an, «immer stolz» auf den Sicherheitsdienst der Gemeinde gewesen zu sein. Der ehemalige Sicherheitschef der Gemeinde betonte jedoch bei seiner Befragung, dass in der Walliser Gemeinde grosser Personalmangel geherrscht habe. 

Vertreter der Zivilparteien äusserten sich nach der Anhörung skeptisch: Es habe zwar «Momente der Aufrichtigkeit» gegeben, zugleich wirkten die Antworten teils nicht immer ehrlich. «Er hat bisweilen den Eindruck erweckt, auszuweichen», so Opferanwalt Gilles-Antoine Hofstetter gegenüber «Le Temps». Für ihn sei der Weg zur Wahrheit noch lang. Anwalt Romain Jordan ergänzte: «Ich kann nicht sagen, dass ich zufrieden bin.» 

Féraud, seit 2016 im Amt, muss sich wie acht weitere Beschuldigte – darunter das Betreiberpaar Moretti – wegen fahrlässiger Brandstiftung, Körperverletzung und Tötung verantworten. 

13.04.2026, 21:16 Uhr

«Ich wusste nichts von den Problemen mit den Sicherheitskontrollen»

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Als er von den hektischen Stunden nach der Brandkatastrophe erzählt, gerät die Stimme von Nicolas Féraud ins Stocken. Der Gemeindepräsident von Crans-Montana war in den Ferien in London, als er von seiner Stellvertreterin per Telefon über die Brandkatastrophe informiert wurde.

Féraud wurde am Montag in Sitten VS von den Behörden befragt. Wie die anderen Beschuldigten im Fall der Brandkatastrophe von Crans-Montana wird er der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung beschuldigt. Die Ermittler wollten bei dieser Befragung vor allem herausfinden, warum die Kontrollen in der Inferno-Bar Le Constellation jahrelang nicht durchgeführt wurden.

«Ich wusste nichts von den Problemen mit den Sicherheitskontrollen auf dem Gelände aufgrund von Personalmangel. Niemand hat mich vor der Brandkatastrophe darüber informiert», sagte Féraud bei seiner Anhörung, wie Rai News berichtet. «Wir waren überzeugt, dass alles einwandfrei funktionierte. Wir waren immer stolz auf unseren Sicherheitsdienst, der auch im Kanton als Vorbild gilt», führt der Gemeindepräsident weiter aus.

Foto: AFP

Férauds Darstellung steht im völligen Widerspruch zu den Aussagen anderer Behördenmitglieder. Der ehemalige Sicherheitschef der Gemeinde sagte beispielsweise aus, dass die Brandschutzkontrollen wegen Personalmangel nicht durchgeführt werden konnten. Das Problem sei ausserdem alles andere als unbekannt gewesen. «Alle wussten Bescheid», sagte er in seiner Einvernahme. Blick-Reporter Pascal Scheiber und Helena Graf haben in diesem Artikel die bekannten Versäumnisse zusammengefasst. 

Das Handy des Gemeindepräsidenten wurde beschlagnahmt. An Férauds Anhörung nahmen laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa rund 70 Anwälte und Nebenkläger teil. Die Morettis, das Betreiberpaar der Inferno-Bar, waren nicht anwesend. 

13.04.2026, 13:47 Uhr

Schwerer Gang für Féraud

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Es dürfte ein schwerer Gang für ihn sein: Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, muss heute vor der Staatsanwaltschaft in Sitten VS aussagen. Die zentrale Frage, die er wohl beantworten muss: Warum wurden im Le Constellation jahrelang die Kontrollen versäumt?

Foto: AFP

Wie die italienische Zeitung «La Repubblica» berichtet, betrat Féraud am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr den Anhörungsraum. Er nahm dabei offenbar einen Seiteneingang, wie das Blatt schreibt. Unmittelbar danach begann Féraud mit einer ersten Erläuterung zur Organisation und Funktionsweise der Stadtverwaltung von Crans-Montana.

Das Ehepaar Moretti war am Montag nicht vor Ort, aber ihr Anwalt war anwesend.
Foto: AFP

Offenbar soll auch die Frage geklärt werden, ob die Kontrollen aus wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen nicht durchgeführt wurden. Wie die anderen Beschuldigten wird Féraud der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung beschuldigt.

Am Morgen vor der Anhörung herrschte in Sitten ein reges Treiben.
Foto: AFP

Bereits kurz nach der Katastrophe hatte die Gemeinde Crans-Montana über ihren Präsidenten an einer Medienkonferenz eingeräumt, dass die Bar «Le Constellation» seit 2019 nicht mehr kontrolliert worden war. «Wir können uns nicht erklären, warum diese Kontrollen nicht durchgeführt wurden», hatte Féraud damals erklärt.

Mitte Februar kam heraus: Ein Grund dafür war ein Computer-System namens «VS Fire», in dem wichtige Daten zu Brandschutzkontrollen gespeichert waren. Dieses System funktionierte schlecht: Daten gingen verloren und Kontrollen konnten nicht richtig durchgeführt werden.

Verantwortlich dafür war unter anderem ein IT-Unternehmer, der das System betreute. Als er psychische Probleme bekam, verlor die Gemeinde den Zugriff auf die Daten. Viele Informationen konnten später nicht wiederhergestellt werden. Weiter gaben mehrere Angestellten der Gemeinde Crans-Montana zudem an, dass Personalmangel die Probleme verstärkt hätten. Meine Kollegen Pascal Scheiber und Helena Graf haben in diesem Artikel die bekannten Versäumnisse zusammengefasst. 

11.04.2026, 10:31 Uhr

100 Tage Crans-Montana: Letztes Inferno-Opfer verlässt Zürcher Kinderspital

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Es muss ein bewegender Moment im Zürcher Kinderspital gewesen sein. Diese Woche hat das letzte Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana das Kispi verlassen – aus eigener Kraft. Drei Monate lang kämpften Ärzte, Pflegepersonal, Jugendliche und ihre Familien um jeden kleinen Fortschritt. Nun ist die akute Phase überstanden.

Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, wurden nach dem Inferno insgesamt neun schwer brandverletzte Jugendliche im Universitäts-Kinderspital Zürich behandelt. Sie trafen in mehreren Wellen ein: zuerst direkt nach dem Unglück am 1. Januar, später wurden Minderjährige aus anderen Spitälern der Schweiz nach Zürich oder ins Universitätsspital Lausanne verlegt. In den Tagen danach wurden zudem verletzte Schweizer Jugendliche aus dem Ausland zurück in die Schweiz gebracht.

Neun Jugendliche kämpften sich im Kinderspital Zürich zurück ins Leben.
Foto: Keystone/Ennio Leanza

Die Verletzungen waren teils dramatisch. Mehrere Jugendliche hatten Verbrennungen auf über der Hälfte ihres Körpers, häufig dritten Grades. Auch die Atemwege waren schwer geschädigt – durch Hitze und giftige Rauchgase. Einige Patienten kämpften laut «Tages-Anzeiger» über Wochen mit schweren Atemproblemen, in einem Fall musste sogar eine Herz-Lungen-Maschine eingesetzt werden.

Für die Teams im Kispi waren es Wochen am Limit: lange Operationen, verstärkte Intensivstationen und Gespräche mit Eltern, die um das Leben ihrer Kinder bangten. Gleichzeitig erlebten die Ärzte auch unglaublichen Kampfgeist. Die Jugendlichen kämpften um jeden Fortschritt – und ihre Familien standen unermüdlich an ihrer Seite.

Am Ende bleibt eine aussergewöhnliche Bilanz: Alle neun schwer verletzten Jugendlichen haben überlebt. Beim Abschied im Kispi kam es zu Umarmungen, Tränen – und viel Dankbarkeit. Ein Moment, der zeigt, wie viel Hoffnung selbst nach einer Katastrophe möglich ist.

10.04.2026, 18:37 Uhr

Weitere Details aus den Befragungen

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

100 Tage nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana gehen die Ermittlungen weiter. Am Freitag wurde Damien R.* – ein Angestellter der Gemeinde im Bereich öffentliche Sicherheit – von der Staatsanwaltschaft befragt. 

R. gab an, 2024 sein Amt übernommen und stets die Anweisungen seiner Vorgesetzten befolgt zu haben. «Er erklärte, er habe von den Verzögerungen bei den Kontrollen nichts gewusst», erklärte ein italienischer Opferanwalt gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur AGI. 

Mitte Februar kam heraus, dass der Ausfall eines IT-Systems zum Verlust von Daten geführt hat. Dadurch wusste die Gemeinde nicht, wo bereits kontrolliert wurde und welche Kontrollen noch anstehen. Dies hatte potenziell verheerende Folgen. 

Das Thema sei wiederholt an Kursen des kantonalen Amts für Brandschutz diskutiert worden. Silvan P.*, der ehemalige Sicherheitschef, sagte in seiner Einvernahme Mitte März: «Alle wussten Bescheid.»

Georges T.*, der aktuelle Sicherheitschef in Crans-Montana, ergänzte , sein Team müsse laut Gesetz jährlich 500 Kontrollen durchführen. Dafür fehlten die Ressourcen – nicht nur in Crans-Montana. 2025 habe man nur 119 Betriebe kontrollieren können. Man habe sich auf Heime und Schulen konzentriert. Bars und Restaurants seien vernachlässigt worden.

Die Aussagen von Mitte März decken sich mit den jüngsten Aussagen der Gemeindemitarbeiter. Am Donnerstag gab ein weiterer ehemaliger Angestellter an, dass es auch wegen fehlenden Personals zu den Versäumnissen gekommen sei. 

* Namen geändert

10.04.2026, 13:59 Uhr

Jacques Moretti verpasst Gerichtstermin und renoviert Restaurant

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

Am Mittwoch begab sich ein Reporter-Team des TV-Senders Rai nach Lens im Kanton Wallis und trafen Jacques Moretti (49) bei einem seiner Lokale, dem Restaurant «Le Vieux Chalet» an. 

Mit der Reporterin sprechen wollte Moretti nicht, als sie ihn beim Einsteigen in sein Auto ansprach. Auch die Kamera musste ausgeschaltet werden. Wenig später filmte die Crew den Gastronomen bei Arbeiten auf dem Dach. 

Jacques Moretti arbeitet an seinem Restaurant in Lens VS.

Der Moderator der Show «Porta a Porta» leitete die Sendung mit Häme ein: «Der Arme, er kann wegen Depressionen nicht befragt werden – und muss dann auch noch in seinem Restaurant arbeiten.»

Mit der Reporterin des TV-Senders sprechen wollte er allerdings nicht.

Am Dienstag hätte Jacques Moretti nämlich erneut verhört werden sollen. Der Inhaber und Betreiber der Inferno-Bar Le Constellation hat bereits mehrere Anhörungen verpasst. Grund dafür sei sein Gesundheitszustand, heisst es. Seine Anwälte haben entsprechende Atteste eingereicht. Der Termin vom Dienstag wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

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