Darum gehts
- Bruno Wang erhielt 2021 670 Millionen Dollar aus eingefrorenen Schweizer Konten zurück
- Gelder stammen aus umstrittenen Rüstungsdeals zwischen Taiwan und Frankreich
- Auch Taiwan und die Schweiz erhielten Millionenbeträge
Die Summe ist immens: Bruno Wang (59) – ein taiwanesich-britischer Bürger, der in der Waadt lebt – hat gemeinsam mit seinen Geschwistern von der Schweiz Gelder über 670 Millionen Dollar zurückerhalten. Das berichtet «Le Matin Dimanche». Das Geld stammt aus umstrittenen Rüstungsdeals zwischen Taiwan und Frankreich.
Wang ist als Mäzen bekannt. Das Vermögen stammt aus Geschäften, die sein 2015 verstorbener Vater Andrew Wang gemacht hatte. Es soll unter anderem um unerlaubte Zahlungen in Zusammenhang mit dem Kauf französischer Fregatten und Mirage-Jets durch Taiwan in den 1990er-Jahren zustande gekommen sein. Trotz Verbot sollen Provisionen geflossen sein, die auch auf Schweizer Bankkonten gelagert wurden. Die Schweiz fror die Gelder 2001 auf Betreiben Taiwans ein.
Ermittlungen ergaben kein klares Resultat
Rund 20 Jahre lang haben die Behörden ermittelt. Dann gaben sie der Familie Wang die Gelder 2021 zurück. Die exakte Höhe und Details um den Deal wurden aber erst jetzt bekannt. «Le Matin Dimanche» stützt sich auf geheime Dokumente. 266 Millionen waren an Taiwan zurückzugeben worden, wobei die Schweiz die Hälfte davon offenbar selbst für ihren Aufwand erhielt.
Der Grund für den Rückgabe-Entscheid: Das Verfahren hatte rund 20 Jahre gedauert – und war zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Das Bundesamt für Justiz schrieb damals zur Rückgabe an die Familie Wang: «Beim Rest der gesperrten Vermögenswerte konnte hingegen kein Zusammenhang mit korrupten Handlungen ausreichend nachgewiesen werden. Die Sperrung der Vermögenswerte wird deshalb aufgehoben.» Zudem hatte der Rüstungsgigant Thales mutmassliche Kommissionsgelder aus dem damaligen Deal an Taiwan zurückerstattet.
Wang kann allerdings bis heute nicht nach Taiwan reisen. Dort wird ihm nach wie vor Geldwäscherei vorgeworfen. Wangs Anwalt erklärte gegenüber «Le Matin Dimanche», Bruno Wang sei an den Geschäften in den 1990er-Jahren nicht beteiligt gewesen. Gegenüber Blick sagt Wangs Vertreter, auch der oberste taiwanesische Gerichtshof habe dies festgestellt. Wang und seine Geschwister seien an keine Verbrechen beteiligt gewesen, so das Verdikt.