Brennende Pneus bei unbewilligter Demo
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1. Mai in Zürich:Brennende Pneus bei unbewilligter Demo

Nachdemo in Zürich
Einkaufswagen mit Pneus brennt lichterloh

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeiterbewegung. Blick berichtet von den grossen Veranstaltungen und über die wichtigsten Reden.
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Hier wird ein Mann verhaftet.
Foto: Ralph Donghi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Zürich, Basel und Bern finden grosse 1.-Mai-Demos statt
  • Proteste gegen Sozialabbau, Rüstungsausbau und 10-Millionen-Initiative dominieren Themen
  • Politiker wie Beat Jans und Cédric Wermuth sprechen an verschiedenen Orten
01.05.2026, 22:22 Uhr

Ende des Livetickers

Nun, da sich der Tag dem Ende zuneigt, schliessen wir den Liveticker. Vielen Dank fürs Mitlesen. Für weitere News sind wir auf blick.ch stets für dich da. Einen schönen Abend!

01.05.2026, 20:36 Uhr

Bei der Reitschule ist Schluss

Nun verteilt sich die Masse in Bern etwas – in einer grundsätzlich friedlichen Demonstration zogen die Protestierenden zuvor über die Nydeggbrücke in Richtung Zytglogge, am Bundeshaus vorbei und dann Richtung Bahnhof. 

Demo zieht am Bundeshaus vorbei
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1. Mai in Bern:Demo zieht am Bundeshaus vorbei

Nun sind Demonstrierenden bei der Reitschule angekommen. Der Zug löst sich langsam auf – grössere Zwischenfälle mit der Polizei soll es laut einer Blick-Reporterin keine gegeben haben. Auch der Verkehr läuft wieder normal.

Für die Demonstrierenden geht es jetzt mit einer kleinen Party in der Reitschule weiter.

01.05.2026, 19:18 Uhr

Es geht in Bern los

In Zürich dürfte es so weit vorbei sein, in Bern zieht die Demo erst los – auch in der Hauptstadt haben sich Personen zu einer Nachdemo versammelt. Einige Hundert Personen marschieren laut einer Blick-Reporterin mit Bannern wie «Klassenkampf statt Vaterland» über die Nydeggbrücke in Richtung Zytglogge.

Auch in Bern wird nach dem offiziellen Umzug weiterhin demonstriert. (Quelle: Helena Graf)

Dazu werden Parolen wie: «Absolution, Revolution» und «Siamo tutti antifascisti» gerufen. Plakate zeigen Schriftzüge wie: «Krieg dem Krieg».

Einige Hundert Personen ziehen durch Bern
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Friedliche Stimmung bei Demo:Einige Hundert Personen ziehen durch Bern
01.05.2026, 18:54 Uhr

Zürcher Stadtpolizei zieht Bilanz

Am Abend scheint sich die Situation dann soweit beruhigt zu haben, dass die Stadtpolizei in einer Medienmitteilung eine erste Bilanz zieht. 

Die Stadtpolizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.
Foto: keystone-sda.ch

Kurz nach 15 Uhr formierten sich mehrere hundert Personen auf der Langstrasse zu einem unbewilligten Demonstrationszug, wie die Stapo schreibt. Die grösstenteils vermummten Protestierenden seien dann etwa eine Stunde lang hauptsächlich durch den Kreis vier gezogen – danach löste sich der Umzug wieder auf.

Während des Umzugs wurden wiederholt Einsatzkräfte angegriffen, unter anderem auch mit Knallpetarden. Ein Verkehrspolizist wurde von seinem Motorrad gerissen und unbekannte Randalierer warfen Stühle auf die Strasse und setzten Gegenstände in Brand. 

Im Bereich Langstrasse/Stauffacherstrasse wurden die Einsatzkräfte wiederholt mit Flaschen beworfen und bedrängt. Dabei kam es mehrmals zum Einsatz des Wasserwerfers, Gummischrot und Reizstoff.

Die Stadt- und Kantonspolizei Zürich nahmen acht Personen fest, hauptsächlich wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte. Rund ein Dutzend Personen wurden weggewiesen. Zudem wurde bei einigen Personen Demomaterial sichergestellt. Gemäss jetzigem Kenntnisstand wurden zudem zwei Polizisten leicht verletzt.

01.05.2026, 18:10 Uhr

Demonstrierende zünden Pneus an

Es fliegt Gummischrot, Wasserwerfer stehen im Einsatz und wie die Stadtpolizei Zürich auf X informiert, dauert der Einsatz im Zürcher Kreis vier auch kurz vor 18 Uhr noch an – die Nachdemo hält die Einsatzkräfte auf Trab.

Brennende Pneus bei unbewilligter Demo
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1. Mai in Zürich:Brennende Pneus bei unbewilligter Demo

Wie Aufnahmen zeigen, kam es am Helvetiaplatz zu einer besonders kuriosen Aktion. In einem Einkaufswagen wurden Gummipneus angezündet. Dicke Rauchwolken zogen daraufhin über den Platz.

01.05.2026, 16:58 Uhr

Polizei setzt Gummischrot und Wasserwerfer ein

Wie Aufnahmen von Leserreportern zeigen, werden im Rahmen der Nachdemonstration auch Gummischrot und Wasserwerfer eingesetzt. Speziell auf der Stauffacherstrasse und beim Helvetiaplatz kommt es zu Mitteleinsätzen.

Polizei setzt Wasserwerfer an Nachdemo ein
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Stimmung wird hitzig:Polizei setzt Wasserwerfer an Nachdemo ein
01.05.2026, 16:14 Uhr

Unbewilligte Demo eskaliert

Nun beginnt die unbewilligte Gegendemo zu eskalieren. Ein Grosse Menge befindet sich derzeit um die Bäckeranlage. Dort wurde auch ein Polizist von einem Töff gestossen, wie ein Blick-Reporter vor Ort berichtet. 

Es kam zu Festnahmen. (Quelle: Ralph Donghi)

Auch andere Beamte sollen angegriffen worden sein. Mindestens zwei Personen wurden daraufhin festgenommen. Mittlerweile befindet sich auch ein Krankenwagen vor Ort.

Hier wird der Mann mitgenommen. (Quelle: Ralph Donghi)
Von diesem Töff wurde der Polizist gerissen. (Quelle: Ralph Donghi)

Die Polizei bestätigt derzeit auf X, es sei zu mehreren «Mitteleinsätzen» gekommen.

Wasserwerfer und Gummischrot bei unbewilligter Demo im Einsatz
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1. Mai in Zürich:Gummischrot bei unbewilligter Demo im Einsatz
Ende des Livetickers

Faire Löhne, besser Arbeitsbedingungen – dafür wird am 1. Mai von linker Seite gekämpft. Die grösste Demonstration findet auch dieses Jahr in Zürich statt. Hier wird gegen «den Niedergang der regelbasierten internationalen Ordnung» und gegen die 10-Millionen-Initiative protestiert. In Basel geht man für höhere Löhne und tiefere Krankenkassenprämien auf die Strasse – organisiert von der SP, den Grünen und dem Gewerkschaftsbund.

In Bern finden gleich zwei Demonstrationen statt: Eine reguläre Kundgebung startet in der unteren Kramgasse. Später folgt ein weiterer – unbewilligter –Aufmarsch unter dem Motto «Klassenkampf statt Vaterland – kein Krieg auf dem Rücken unserer Arbeit». Die Kundgebung richtet sich gegen den Ausbau des Schweizer Rüstungsapparats sowie gegen den Abbau des Sozialstaats.

Auftritte von Polit-Grössen

Neben zahlreichen Demonstranten melden sich am 1. Mai traditionellerweise auch namhafte Politiker zu Wort – vor allem aus dem linken Parteispektrum. Am Nachmittag sprechen unter anderem Beat Jans (61, SP) in Solothurn, Cédric Wermuth (40, SP) in Langenthal, Tamara Funiciello (36, SP) in Biel oder Mattea Meyer (38, SP) in Unterseen. Ein Überblick.

Jans spricht gegen SVP-Initiative

SP-Bundesrat Beat Jans hielt seine Rede um 13 Uhr in Biel, später wird er noch in Solothurn auftreten. Der 1. Mai sei «ein Tag zum Tanken», sagte Jans. Doch das Auftanken sei «gerade schwierig – und teuer». Rassismus, Antisemitismus und Hass gegen Frauen nähmen zu, sagt er. Zudem würden die Demokratien zunehmend von Autokratien unter Druck gesetzt. Doch es gebe auch immer wieder Lichtblicke – wie etwa die Wahl von Péter Magyar in Ungarn. Jans positioniert sich zudem klar gegen die 10-Millionen-Initiative der SVP. «Ein Ja würde den Fachkräftemangel anheizen und KMU, Spitälern und Pflegeheimen Probleme machen, sofort nach Annahme», sagt er. Die Schweiz vertrage so viel Zuwanderung, wie sie brauche. «Wohlstand und Zuwanderung gehören zusammen.» Gerade in schwierigen Zeiten brauche man Offenheit statt Abschottung.

Gewerkschaftsbund will «gute Löhne verteidigen»

15'000 Personen haben in Zürich laut den Gewerkschaften an der 1. Mai-Demo teilgenommen. Diese führte durch die Innenstadt und endete gegen 13 Uhr am Bellevue. Neben Familien und Organisationen nahmen auch linksradikale Gruppierungen teil, einige davon vermummt. Der Umzug verlief soweit friedlich, es kam jedoch zu Sachbeschädigungen entlang der Route. Fassaden und Schaufenster wurden versprayt. Entlang der Route wurden Rauchpetarden gezündet.

SP Nationalrätin Michèle Dünki-Bättig warnte, die SVP versuche «einmal mehr, Angst zu schüren und Menschen gegeneinander auszuspielen». Der 1. Mai sei aber «ein Auftrag für eine Schweiz zu kämpfen, in der wir uns nicht spalten lassen.» Der Gewerkschafter in Zürich betonten, es gelte, «die guten Löhne und Renten in der Schweiz zu verteidigen ohne Migrantinnen und Migranten zu Sündenböcken zu machen».

Oberste Gewerkschafterin mit Statement

Der 1. Mai ist naturgemäss der Tag der Gewerkschaften. So wird im Laufe des Nachmittags auch die Präsidentin der Unia, Vania Alleva, an mehreren Standorten Reden halten. Gemäss Blick-Informationen wird es dabei vor allem über die Probleme der Arbeitnehmenden – etwa steigende Mieten, Krankenkassenprämien oder Druck am Arbeitsplatz – gehen. Zudem will Alleva die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP deutlich kritisieren. .

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