BLICK: Sandra Boner, Sie sind seit Dienstag 40. Spüren Sie, dass Halbzeit ist?
Sandra Boner: Ja, ich stelle mir das Leben wie einen Lineal vor, bei dem ich 40 Prozent hinter mir habe. Aber dank meiner Familie droht keine Midlife-Crisis. Menschen, die nicht so aufgehoben sind, haben wohl mehr Mühe mit dieser Zahl.
Sie sehen sehr jugendlich aus. Was ist Ihr Schönheitsgeheimnis?
Ach, ich habe morgens zwölf Minuten Zeit vor dem Spiegel, das ist exakt getimt (lacht). Ich fühle mich sehr wohl mit meinem Äusseren. Das strahle ich vielleicht aus.
Haben Sie schon graue Haare?
Ich färbe sie seit Jahren und frage den Coiffeur immer, ob er graue entdeckt. Bis jetzt hat er das noch verneint. Mittlerweile erinnere ich mich fast nicht mehr an meine echte Farbe – ich glaube, es war so etwas wie Kuhschwanzblond (lacht).
Wie halten Sie sich denn fit?
Mit null Sport. Ich habe kein Auto und laufe viel. Wenn ich mich abends mit den Kindern ausruhe, merke ich, dass ich tatsächlich erstmals sitze.
Blicken wir kurz zurück: Haben Sie sich vor 20 Jahren Ihr Leben mit 40 so gewünscht?
Damals war ich viel konservativer als heute, meine Eltern waren meine Vorbilder. Heirat, Haus und Kind war fest eingeplant. Erst Mitte 20 habe ich richtig pubertiert. Und durch das Reisen bin ich weltoffener geworden, konnte meinen Charakter bilden. Heirat ist heute fast kein Thema mehr. Ehrlich gesagt, fürchte ich mich sogar davor. Matthieu und ich sind seit 17 Jahren ohne Ring glücklich.
Sie sind seit zwölf Jahren die Wetterfee der Nation, wenn man das sagen darf ...
Ich werde gerne Wetterfee genannt, das ist doch ein Kompliment!
Wird das Wetter nie langweilig?
Am Anfang sagten die Leute: «Und, was machst du als Nächstes? Die Wettermoderation ist doch nur ein Sprungbrett.» Ich fühle mich bis heute sehr wohl im Meteoteam. Wenn ich keine Familie hätte würde ich wohl eine zusätzliche Aufgabe suchen – beispielsweise wieder als Ergotherapeutin arbeiten. Das ist ein wundervoller Beruf.
Die Sendung «Schweiz aktuell» sucht eine neue Moderatorin. Wäre das nichts für Sie?
Ich habe mir das tatsächlich überlegt. Die journalistische Arbeit würde mich reizen. Aber es ist nichts, das ich jetzt unbedingt forciere. Und vielleicht wird es erst zum Thema, wenn meine Buben grösser und selbständiger sind.
Ist die Familienplanung mit Miles und Nelson denn abgeschlossen?
Ich hatte so viel Schwein, ich will das Schicksal nicht herausfordern. Meine Schwangerschaften waren sehr schwierig, ich durfte ab der 22. Woche nur noch liegen. Aber jede Frau, die einmal ein Bebe hatte, wünscht sich insgeheim immer wieder eines.
Sie haben Ihr erstes Kind in der 25. Woche verloren ...
Dies hat unser Leben für immer verändert. Aber heute kann ich sogar sagen, dass diese schmerzhafte und schlimme Zeit uns weitergebracht hat.
Gibt es ein Grab, an dem Sie um Ihr Ungeborenes trauern können?
Nein, aber es ist ein Teil von uns allen, begleitet uns stets. Mein verlorenes Kind ist heute unser Glücksbringer.
Was möchten Sie Frauen sagen, die dasselbe durchleben?
Die dummen Sprüche, die ihr gerade hört, sind wahr! Versucht, an das Leben und die Zukunft zu glauben, auch wenn es schwerfällt. Es geht weiter, wie auch immer. Ich kam sogar an den Punkt, an dem ich akzeptierte, ohne Kind zu bleiben. Von da an hatte ich mich vom Druck gelöst, es ging aufwärts. Heute kann ich nicht mehr unglücklich sein, wenn mich Miles und Nelson anlachen.
Aber immer scheint beim Muttersein doch nicht die Sonne, oder?
Das Schwierigste sind die Nächte. Ich bin immer müde, schlafe höchstens fünf Stunden. Und manchmal stehe ich bachnass in einem Laden, der eine reisst an meiner Tasche, der andere am Mantel, beide schreien. Das ist nicht schön, da muss man nichts romantisieren. Es regt mich extrem auf, wenn ich alles tausendmal sagen muss. Laut Nelson bin ich strenger als der Papa. Und wenn ich von der Arbeit heimkomme, und es ist ein Riesenchaos, dann werde ich hässig. Wir haben halt keine Putzhilfe, somit ist es auch immer staubig (lacht). Früher hat mich das wahnsinnig gestresst, heute sage ich: «Lass das Fünfi mal gerade sein, das bin ich!»
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