«Habe mich nicht getraut ‹Hoi› zu sagen»
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Fabian über seine Oceana:«Habe mich nicht getraut ‹Hoi› zu sagen»

Neues «SRF DOK»-Gesicht Oceana Galmarini
«Ich kann mir nichts Spannenderes vorstellen»

Moderatorin Oceana Galmarini übernimmt beim SRF eine neue Rolle. Privat wohnt sie mit Graffitikünstler Fabian «Bane» Florin zusammen. Welches Kunstwerk sie ihm für die Ewigkeit verpasste – und warum ihr «Schweiz aktuell»-Abschied nicht ganz freiwillig war.
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Aufgewachsen im Engadin, ist Oceana Galmarini für das SRF-Format bald in der ganzen Schweiz unterwegs.
Foto: Rémy Steiner

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Oceana Galmarini verlässt «Schweiz aktuell» und wechselt im Mai zu SRF DOK
  • Sie kämpft mit Platzangst, pendelt aber weiter zwischen Chur und Zürich
  • Seit vier Jahren mit Graffitikünstler Fabian Florin zusammen, sie leben in Chur
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Vanessa Nyfeler
Schweizer Illustrierte

Haku, der 15 Monate alte Labrador von Oceana Galmarini (32) und Fabian Florin (43) schnuppert an Galmarinis dampfender Teetasse und weicht gleich wieder zurück. Dann streift der Vierbeiner durch die 4,5-Zimmer-Wohnung in Chur, findet seine Kuscheldecke und zerrt daran. Noch ist er nicht lange Teil ihres Alltags. «Ich wollte eigentlich gar keinen Hund», sagt die Moderatorin und lacht. «Und jetzt bist du ganz vernarrt in ihn», ergänzt ihr Partner, der als Graffitikünstler unter dem Namen Bane bekannt ist.

Nicht nur privat ist viel neu, auch beruflich: Ab Ende Mai wird Oceana Galmarini neben Mona Vetsch als zweites Gesicht von SRF DOK im Einsatz sein. «Ich freue mich riesig, weil ich SRF DOK auch privat unglaublich gern schaue.» Besonders reizt sie die Tiefe des Formats: «Zu Menschen gehen, neugierig sein, in ihre Lebenswelten eintauchen – ich kann mir nichts Spannenderes vorstellen.»

Kreativ bis in die Fingerspitzen

Kameras begleiten Oceana Galmarini auch abseits des Jobs. Sie fotografiert leidenschaftlich und teilt diese Begeisterung mit ihrem Liebsten. Die Bilder, die sie knipsen, hängen bei ihnen zu Hause. Überhaupt sind die zwei gern kreativ. Sie sitzen stundenlang an Projekten, bauen filigrane Book Nooks, also Miniaturwelten, die sie zwischen Büchern ins Regal stellen.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Florins künstlerisches Talent zeigt sich auch ganz praktisch: Er hat sich beigebracht, wie man Gelnägel macht, damit sich Galmarini den Gang ins Nagelstudio sparen kann. «Gut, oder?», fragt sie und präsentiert ihre blau lackierten Nägel. Ein permanentes Andenken von ihr hat er ebenfalls. Sie haben sich gegenseitig tätowiert. «Das hat sie gut hingekriegt», findet Florin und zeigt auf das Herz auf seinem Unterarm.

Kennengelernt hat sich das Paar in Chur. Sie bewegten sich in denselben Kreisen. «Man weiss halt, wer wer ist», so Florin. Ihr erstes Date führt sie ins Haldenhüttli oberhalb von Chur. Florin bringt Bier und Cervelat mit. «Ich dachte, das passt schon», erzählt er und grinst. «Aber das Bier war jetzt nicht unbedingt deins, gell», schiebt er nach. Sie schüttelt den Kopf.

Seine Muse

Seit vier Jahren gehen sie gemeinsam durchs Leben. Was sie aneinander schätzen? «Oceana ist extrem schnell im Kopf», antwortet er. «Während ich noch nach Worten suche, hat sie die Situation bereits im Griff.» Und sie: «Dass Fäbe aus einer Drogensucht herausgefunden hat, ist für mich etwas vom Grössten», meint sie. «Und zu sehen, wo er heute steht, wie gefragt er als Künstler ist, wie er arbeitet, das beeindruckt mich extrem.»

Für seine Projekte steht Oceana Galmarini selbst Modell. Der Graffitikünstler, der Fassaden weit über die hiesigen Grenzen hinaus gestaltet, arbeitet oft mit eigenen Fotografien. Immer wieder richtet er die Kamera auf seine Partnerin, hält Momente fest und überträgt sie später auf XXL-Wände. «Sie ist meine Muse!», so Florin. Ein Highlight: Für das Street-Art-Festival North West Walls in Belgien sprayt er Galmarini auf einen riesigen Containerblock. «Das ist eine Ehre, wirklich ein unglaubliches Gefühl», findet sie.

Ein neuer Rhythmus

Die Ruhe, die Fabian Florin ausstrahlt, färbt ab. «Ich bin immer unter Spannung», so Galmarini. «Er hingegen hat eine Selbstverständlichkeit, dass alles gut kommt.» Eine Haltung, die Oceana Galmarini besonders im letzten Jahr getragen hat – einem herausfordernden. Plötzlich kämpft sie mit Platzangst. «Zugfahren wurde mega schwierig.» Dabei musste sie für ihren Moderationsjob bei «Schweiz aktuell» regelmässig zwischen Chur und Zürich pendeln.

«Was mir so Angst macht, ist, dass ich nicht aus dem fahrenden Zug rauskann.» Und aufs Auto umsteigen kann sie auch nicht, da sie das Billett nicht hat. Die Arbeit, die sie eigentlich liebt, wird zur Belastung. «Am Sonntagabend hatte ich Bauchweh, weil ich wusste: Die nächsten Tage muss ich irgendwie überstehen.»

So will sie nicht weitermachen. Sie zieht die Konsequenz: Nach sechs Jahren verabschiedete sie sich diesen Februar von «Schweiz aktuell» und wechselte innerhalb der SRG zum rätoromanischen Fernsehen RTR. Dort arbeitet sie ab Mai als Produzentin und verantwortet die Entwicklung und Produktion von Dokumentationen und Serien für die digitalen Kanäle.

«Das macht im Kopf weniger Stress»

Der Entscheid fiel ihr schwer. «Ich moderiere gern, aber ich merkte, mein Körper will mir gerade etwas sagen.» Umso mehr freut sie sich, dass sie mit SRF DOK wieder vor die Kamera kann, in einem weniger dichten Rhythmus. «Ich weiss, ich muss wieder in den Zug steigen, aber es ist punktueller. Das macht im Kopf weniger Stress.»

Über ihre Ängste zu sprechen, fällt ihr anfangs schwer. «Andere – aber auch ich selbst – hatten ein klares Bild von mir: stark, alles im Griff.» Und dann ging plötzlich etwas nicht mehr. «Da schämst du dich schon.»
Dass Fussballerin Ramona Bachmann offen über ihre Panikattacken sprach, ermutigte Galmarini. Heute arbeitet sie an ihrer Platzangst, ist in Therapie – und will das Thema enttabuisieren: «Wenn ich nur schon bei einer Person etwas bewegen kann, indem ich darüber spreche, hat es sich gelohnt.

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