Charles' Bankett-Rede brilliert mit trockenem britischem Humor
In seiner Rede beim Staatsbankett brilliert König Charles mit lockerem Charme und trockenem britischem Humor. Die Rede ist der Freundschaft beider Länder gewidmet – mit Schalk neckte Charles Präsident Trump wegen der kolonialen Vergangenheit der USA.
«Sie haben kürzlich, Herr Präsident, gesagt, dass die europäischen Länder Deutsch sprechen würden, gäbe es die Vereinigten Staaten nicht», sagte der König. «Darf ich behaupten, dass Sie Französisch sprechen würden, gäbe es uns nicht.»
Ohne eine Miene zu verziehen, gab der Monarch dann eine Anekdote über den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill zum Besten.
Die transatlantische «Verbundenheit war tatsächlich so gross, dass Sir Winston, während seines Aufenthalts hier im Weissen Haus, in den von Ihnen gezeigten Räumen im Obergeschoss, nackt aus der Badewanne stieg und feststellte, dass sich die Tür öffnete, als Präsident Roosevelt zu einem Gespräch hereinkam.»
Charles fuhr fort: «Mit messerscharfem Witz wischte der Präsident jede Verlegenheit beiseite, indem er erklärte: ‹Der Premierminister hat dem Präsidenten der Vereinigten Staaten nichts zu verbergen.‹»
Es ist angerichtet!
Der Staatsbankett-Empfang im East Room des Weissen Hauses.
Das edle Menü im Weissen Haus
First Lady Melania Trump hat für das Staatsdinner mit den Windsor-Royals ein elegantes Menü zusammengestellt.
Als Vorspeise gibt es eine leichte Garden Vegetable Velouté mit Palmherzen, gerösteten Schalotten und Micro-Minz.
Danach folgen handgemachte Spring Herbed Ravioli mit Ricotta, Morcheln und Parmesan-Emulsion – die Kräuter stammen direkt aus dem Weissen Haus-Garten.
Hauptgang ist klassischer Dover Sole Meunière in nussiger brauner Butter, serviert mit Frühlingsramps, Snow Peas, Potato Pavé und Petersilienöl.
Zum Dessert wartet ein Beehive-shaped Flourless Chocolate Gâteau mit White House Honey, Vanilla Bean Crèmeux, Almond Joconde und Crème Fraîche-Eis.
Dazu werden ausgewählte amerikanische Weine gereicht. Das Menü soll britische Klassik mit amerikanischer Frische verbinden und die enge Freundschaft beider Nationen unterstreichen.
König Charles trifft zum Staatsbankett im Weissen Haus ein
Das US-Präsidentenpaar empfängt das britische Monarchenpaar zum Ausklang des zweiten Besuchstages zum Staatsbankett im Weissen Haus.
Trump und Charles tragen beide einen schwarzen Frack mit weissem Hemd – Trump mit weisser Fliege und weissem Einstecktuch, König Charles mit blau-weisser Zeremonienschärpe.
Königin Camilla trägt ein langes, leuchtend pinkes Abendkleid mit glitzerndem, langärmligem Oberteil und fliessendem Rock. Dazu hat sie eine auffällige Halskette und eine kleine silberfarbene Clutch-Handtasche.
First Lady Melania? Im bodenlangen, trägerlosen Abendkleid in Hellrosa mit dramatischer Drapierung und langen weissen Opernhandschuhen – das lange Haar lose über die Schultern gelegt.
So war die Rede von Charles
Mit seiner Rede vor dem Kongress erreichte der USA-Besuch des britischen Königs gestern einen ersten Höhepunkt. Charles III. (77) bauchpinselte Amerika und seine Abgeordneten – und er war zum Scherzen aufgelegt: «Wie Oscar Wilde schon sagte: Wir Briten haben wirklich alles mit Amerika gemeinsam, ausser natürlich der Sprache.»
Der König fand genau jene Worte, die dazu angetan sind, die Beziehungen der beiden Länder zu verbessern. Und er vermied es tunlichst, sich in die inneren Angelegenheiten der USA einzumischen.
Nur ein einziges Mal wurde Charles III. politisch – als er die USA aufforderte, der Ukraine «mit aller Entschlossenheit» beizustehen, um «einen gerechten und dauerhaften Frieden zu sichern».
Blick nach vorne
Über eine halbe Stunde spricht Charles jetzt schon. Zuvor war von 20 Minuten die Rede. Jetzt blickt der König in die Zukunft.
Die Stärke der Partnerschaft zwischen den USA und Grossbritannien wurde genutzt, um gemeinsame Gegner zu bekämpfen und die Welt zu sichern. Jetzt wird es benötigt, um die Ukraine inmitten des Krieges vor Russland zu schützen.
Charles: «Herr Präsident, genau diese unnachgiebige Entschlossenheit ist heute nötig, um die Ukraine und ihr tapferes Volk zu verteidigen – um einen wahrhaft gerechten und dauerhaften Frieden zu sichern», sagt er.
«Rebellen einer Mission»
Der König bezeichnet die Gründerväter der USA als «mutige und fantasievolle Rebellen mit einer Mission.»
Er nennt mehrere Beispiele dafür, wie die Infrastruktur der US-Regierung auf britischen Traditionen basiert.
Charles sagt, sie hätten «das grosse Erbe der britischen Aufklärung» sowie die Ideale, die eine noch tiefere Geschichte hätten mit sich getragen und weitergetragen.
Charles zitiert Trump
Charles bezieht sich auf Trumps eigenen Staatsbesuch in Grossbritannien im vergangenen Jahr und zitiert den Präsidenten mit den Worten: «Das Band der Verwandtschaft und Identität zwischen Amerika und dem Vereinigten Königreich ist unbezahlbar und ewig; es ist unersetzlich und unzerbrechlich.»
Seine Rede wird von den US-Abgeordneten mit Standing Ovation bejubelt.
Lustiger Moment in historischer Rede
König Charles macht einen heiteren Witz über die alte Tradition, dass «wir, wenn ich vor meinem eigenen Parlament von Westminster spreche, immer noch einer uralten Tradition folgen und ein Parlamentsmitglied als Geisel nehmen.»
Die Kongressabgeordneten schmunzeln über den Witz, während König Charles fortfährt. «Ich halte ihn oder sie im Buckingham Palace fest, bis ich sicher zurück bin.»
Weiter: «Heutzutage kümmern wir uns recht gut um unsere Gäste, oft so gut, dass sie gar nicht mehr abreisen wollen. Ich weiss nicht, Mr. President, ob es heute Freiwillige für diese Aufgabe gab.»
Höchste Wertschätzung für die USA
Der König erklärt weiter, er sei der 19. «in unserer Reihe von Monarchen, der sich täglich mit den Angelegenheiten Amerikas befasst.»
Weiter: «Ich komme heute hierher mit grösstem Respekt vor dem Kongress der Vereinigten Staaten; dieser Bastion der Demokratie, die geschaffen wurde, um die Stimme aller Amerikaner zu vertreten und heilige Rechte und Freiheiten zu fördern.»
Er fügt hinzu, dass er dabei unweigerlich an seine Mutter, Königin Elizabeth II., denken müsse, die 1991 in demselben Saal gesprochen habe, und dass er gekommen sei, um „den höchsten Respekt und die Freundschaft des britischen Volkes gegenüber dem amerikanischen Volk zum Ausdruck zu bringen.»