Darum gehts
- Der einstige Prinz Andrew wurde am Donnerstagmorgen festgenommen, ihm mit Amtsmissbrauch vorgeworfen
- König Charles III. äussert sich zu der Verhaftung seines Bruders und meint, das Gesetz müsse seinen Lauf nehmen
- Millionen Dokumente werden geprüft, Ermittlungen könnten noch Jahre andauern
Die Causa Andrew Mountbatten-Windsor
Nach der Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor an dessen 66. Geburtstag versucht der Rest seiner royalen Familie nun, eine Art Normalität in den Alltag zu bringen. König Charles III., Königin Camilla, Prinz William und Prinzessin Kate gehen ihren Verpflichtungen nach und nehmen offizielle Termine wahr. Prinz William gab an den Baftas jedoch zu, keinen klaren Kopf zu haben, weshalb er sich den Film «Hamnet», nominiert für den «besten Film», nicht ansah.
Das schwarze Schaf der Familie scheint sich derzeit zurückzuhalten, während die Ermittlungen gegen ihn und die damit verbundenen Hausdurchsuchungen weiterlaufen. Andrews Töchter, Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie sollen derweil Krisensitzungen miteinander haben. Wo sich ihre Mutter Sarah Ferguson inzwischen aufhält, ist nicht bekannt. Zwischenzeitlich schaltete Fergie in einer Schweizer Luxus-Klinik ab, soll diese aber inzwischen wieder verlassen haben.
Verschiedene Länder, wie etwa Australien und Neuseeland, die beide zum Commonwealth gehören, fordern unterdessen, dass Andrew Mountbatten-Windsor, der bereits alle seine Titel verloren hat, nun auch endgültig aus der Thronfolge entfernt wird. Derzeit steht er dort nämlich noch auf Platz acht. Ob der König tatsächlich zu diesem Schritt greifen wird, ist nicht bekannt. Eines ist aber sicher: Der Fall Andrew dürfte noch lange nicht abgeschlossen sein.
«Das könnt ihr nicht machen, ich bin der Sohn der Queen!»
Anfang des Monats soll Ex-Prinz Andrew in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus der Royal Lodge geworfen worden sein. Sein Bruder, König Charles III. soll angesichts der neu aufgetauchten Epstein-Akten endgültig die Nase voll von Andrew gehabt haben.
Dieser wollte sich dem Rausschmiss zunächst widersetzen. Wie ein Insider gegenüber «The Sun on Sunday» verrät, habe sich Andrew Mountbatten-Windsor arrogant verhalten und immer wieder geschrien: «Aber ich bin der zweite Sohn der Queen, das könnt ihr nicht mit mir machen!» Der Insider habe laut eigener Aussage das Gefühl, dass dem gefallenen Royal der Ernst seiner Situation nach wie vor nicht bewusst sei.
Neue Details zu Andrews «Jagdpartys»
Neue Enthüllungen zu Prinz Andrews Vergangenheit: Laut der britischen Zeitung «The Sun» sind im Zusammenhang mit seiner Festnahme am 19. Februar weitere brisante Details bekannt geworden.
Wie Autor Robert Jobson in seinem Buch «The Windsor Legacy» schreibt, soll der frühere Prinz Andrew im Jahr 2000 auf dem Anwesen Sandringham House eine Feier für Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell ausgerichtet haben – angeblich zu Maxwells 39. Geburtstag.
Während Andrew öffentlich von einem «Jagdwochenende» sprach, berichten Insider von einer deutlich ausgelasseneren Party. In Gästezimmern seien laut Buch «Poppers, Gleitgel und Kondome» gefunden worden. In seinem BBC-Interview 2019 mit Emily Maitlis hatte Andrew das Treffen bestätigt, es jedoch als harmloses Jagdtreffen dargestellt.
Laut Jobson waren die Mitarbeiter des königlichen Anwesens jedoch entsetzt über die Zustände: «Ich weiss, dass die Angestellten schockiert waren, als sie herausfanden, dass es in jedem Gästezimmer Gleitmittel und Kondome gab.»
Wird Andrew jetzt aus der Thronfolge gestrichen?
Die britische Regierung erwägt laut Informationen der BBC die Einführung eines Gesetzes, um Andrew Mountbatten-Windsor aus der Thronfolge zu entfernen. Dieser Schritt würde nach Abschluss der laufenden polizeilichen Ermittlungen erfolgen.
Heute hätten mehrere Abgeordnete, etwa von den Liberal Democrats und der Scottish National Party, vorgeschlagen, Andrew Mountbatten-Windsor aus der Thronfolge zu entfernen.
Jegliche Änderungen würden die Zustimmung anderer Commonwealth-Länder erfordern.
Andrew bleibt bislang weiterhin der Achte in der britischen Thronfolge, obwohl ihm im Oktober letzten Jahres aufgrund seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein seine Titel, darunter auch der Titel «Prinz», aberkannt wurden.
Prinzessin Eugenie war während Andrews Verhaftung in der Schweiz!
Während Andrew Mountbatten-Windsor seinen 66. Geburtstag gestern in Haft verbrachte, war von seiner Ex-Frau Sarah Ferguson (66) und seinen Töchtern Beatrice (37) und Eugenie (35) weit und breit keine Spur – geschweige denn gab es eine Aussage ihrerseits zu den Ereignissen.
Nun wurde zumindest der Aufenthaltsort einer der drei Frauen bekannt: Laut «Hello! Magazine» soll sich Prinzessin Eugenie gestern in der Schweiz aufgehalten haben. Am Tag vor der Verhaftung ihres Vaters soll sie zusammen mit ihrem Ehemann Jack Brooksbank (39) und ihren Kindern August (5) und Ernest (2) beim Skifahren in Gstaad gesehen worden sein. Auch das Kindermädchen der Familie sei mit dabei gewesen.
Zusammen mit einer Gruppe von Freunden hätten sie mittags in einem Restaurant Pause gemacht, das Kartoffelrösti und Wiener Würstchen serviert. Sie hätten sich aber nur im Innenbereich aufgehalten, um ihre Privatsphäre zu wahren.
Zu diesem Zeitpunkt dürfte Eugenie noch nichts von der kommenden Verhaftung ihres Vaters gewusst haben. Unklar ist, ob sie Gstaad verliess, als sie davon erfuhr – oder ob sie aktuell noch dort ist.
Die Londoner Polizei kontaktiert Andrews Sicherheitsbeamte
Die Londoner Metropolitan Police hat eine Erklärung zu ihren Ermittlungen im Zusammenhang mit Andrew und den Epstein-Akten abgegeben. Darin heisst es:
«Nach der weiteren Freigabe von Millionen von Gerichtsdokumenten im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein durch das US-Justizministerium sind uns Hinweise bekannt, dass Londoner Flughäfen möglicherweise zur Erleichterung von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung genutzt wurden.
Wir prüfen diese Informationen und bemühen uns aktiv um weitere Details von unseren Partnern in der Strafverfolgung, darunter auch denen in den Vereinigten Staaten.
Unabhängig davon identifiziert und kontaktiert die Londoner Polizei ehemalige und aktive Beamte, die möglicherweise eng mit Andrew Mountbatten-Windsor zusammengearbeitet haben, um ihn zu schützen.
Sie wurden gebeten, sorgfältig zu prüfen, ob etwas, das sie während dieser Dienstzeit gesehen oder gehört haben, für unsere laufenden Untersuchungen relevant sein könnte, und uns alle Informationen mitzuteilen, die uns helfen könnten.»
Diese Woche gab es in den Medien Spekulationen, dass die für den Schutz der Königsfamilie zuständigen Beamten bei einigen Aktivitäten von Andrew, insbesondere auf Jeffrey Epsteins Insel, «weggeschaut» haben könnten.
Die Londoner Polizei betont, dass keine neuen strafrechtlichen Vorwürfe wegen Sexualdelikten eingereicht worden, die innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs begangen worden sein sollen.
Familienfreund packt über Andrew aus
Verhaftet, entlassen, geächtet! Die juristische Schlinge um den britischen Ex-Prinz Andrew (66) zieht sich zu. Einer der ihn seit klein auf kennt, ist der Spitzenkoch Anton Mosimann (78). Was ihn erstaunt, erzählt er in «Glamour & Gossip» von Flavia Schlittler.
So kam das Andrew-Bild aus dem Auto zustande
Als die Nachricht von Andrews Festnahme die Runde machte, setzte sich der in Manchester stationierte Reuters-Fotograf Phil Noble ins Auto und fuhr sechs Stunden nach Norfolk. Nach einem Tipp steuerte er die Polizeistation im Ort Aylsham an, wo bereits einige Medienvertreter warteten.
Dann: Funkstille. Mehr als sechs Stunden passierte nichts, es wurde dunkel. Noble packte bereits zusammen und wollte ins Hotel zu seinem Team fahren. Doch nur Minuten später kam der Anruf: Andrews Wagen verlässt die Station!
Noble raste zurück nach Aylsham und erwischte zwei abfahrende Autos. Er drückte sechsmal ab: Zwei Bilder zeigten nur Polizei, zwei waren leer, eines unscharf.
Doch ein einziges Foto traf ins Schwarze: Andrew zurückgelehnt auf der Rückbank, die Hände locker gefaltet. «Man kann planen und seine Erfahrung nutzen – aber am Ende muss alles zusammenpassen», sagt Noble. Bei Aufnahmen aus einem fahrenden Auto brauche es «mehr Glück als Urteilsvermögen».
Blick in London vor Ort
Unser People-Redaktor Laszlo Schneider ist nach der Verhaftung von Ex-Prinz Andrew nach London geflogen. Er berichtet vor Ort über die neusten Erkentnisse rund um Andrew.
Fragwürdige Fotos von Andrew
Einen Tag nach der Festnahme und Freilassung von Andrew tauchen verstörende Bilder im Netz auf. TMZ zeigt bisher unveröffentlichte Fotos aus dem Jahr 2011 auf, die Andrew in seiner damaligen Residenz «Royal Lodge» in Windsor zeigen. Auf den Bildern spielt er mit einem kleinen Kind, vermutlich einem Jungen, und einem Ball in Form einer weiblichen Brust. Das pikante Detail: Die Brustwarze auf dem Ball ist deutlich zu erkennen. Auf einem weiteren Bild betrachtet das Kind die Brustwarze, während Erwachsene danebenstehen.
Polizei erneut bei Andrew
Dieses Foto wurde am heutigen Freitag, dem 20. Februar, aufgenommen: Polizeibeamte fahren zum Wohnsitz von Andrew Mountbatten-Windsor auf dem Anwesen Sandringham House in Norfolk. Aus welchem Grund die Einsatzkräfte erneut bei dem früheren Prinzen vorfahren, ist bislang nicht bekannt.
Vor dem aktuellen Wohnsitz Wood Farm von Andrew Mountbatten-Windsor (66) in Sandringham wurden heute Morgen gemäss britischen Medien sechs zivile Fahrzeuge der Polizei gesichtet. Während eines davon laut «Metro» vor den Eingang fuhr, begaben sich die anderen fünf Fahrzeuge hinter das Haus. Drei der Autos sollen nach einer halben Stunde das Anwesen wieder verlassen haben. Der genaue Grund für den Einsatz beim einstigen Prinzen, der heute Donnerstag seinen 66. Geburtstag feiert, war zunächst unklar. Kurz darauf berichtet die BBC, dass Mountbatten-Windsor wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen wurde. Zu Beginn des Jahres erschienen erstmals Berichte, wonach Mountbatten-Windsor dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in seiner Position als britischer Handelsgesandte geheime Informationen weitergegeben haben soll.
Die Polizei erschien zeitgleich mit Aussagen von Premierminister Keir Starmer (63), dass «niemand über dem Gesetz» stehe, auch nicht Andrew Mountbatten-Windsor. Die Thames Valley Polizei gab in einem Statement folgendes bekannt: «Im Rahmen der Ermittlungen haben wir heute (19.2.) einen Mann in den Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen und führen Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk durch. Der Mann befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam.» Den Namen des Verhafteten werden sie allerdings nicht preisgeben, so die Polizei weiter. Bei der Adresse in Berkshire dürfte es sich um die Royal Lodge handeln, in der Andrew Mountbatten-Windsor während mehrerer Jahrzehnten wohnhaft war.
Der stellvertretende Polizeichef Oliver Wright sagte gemäss BBC: «Nach einer gründlichen Prüfung haben wir nun eine Untersuchung zu diesem Vorwurf des Amtsmissbrauchs eingeleitet. Es ist wichtig, dass wir die Integrität und Objektivität unserer Ermittlungen wahren, während wir gemeinsam mit unseren Partnern diesen mutmasslichen Straftatbestand untersuchen. Wir sind uns des grossen öffentlichen Interesses an diesem Fall bewusst und werden zu gegebener Zeit über den aktuellen Stand informieren.»
Schwere Vorwürfe durch Ex-Beamten
Bereits zuvor berichtete die BBC, die britische Metropolitan Police habe «vorläufige Untersuchungen» eingeleitet, die das Verhalten ehemaliger Personenschützer des Ex-Prinzen betreffen. Hintergrund sind schwere Vorwürfe, wonach Beamte der Spezialeinheit Royalty and Specialist Protection (RaSP) bei Besuchen auf der Privatinsel des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (1953-2019) bewusst weggesehen haben könnten.
Auslöser der Untersuchung sind demnach Aussagen eines namentlich nicht genannten ehemaligen leitenden Met-Beamten gegenüber dem Sender LBC. Dieser behauptet: Mitglieder des Schutzteams könnten während der Besuche auf Epsteins Insel «Little St. James» vorsätzlich die Augen vor kriminellen Aktivitäten verschlossen haben.
Das Team soll Andrew mindestens zweimal auf die Insel begleitet haben, wobei einmal sogar Epsteins Privatjet genutzt wurde. Laut dem Informanten gab es um die Jahrtausendwende Bedenken, dass Leibwächter ihren Schutzbefohlenen zu nahe standen. Personal habe zudem «Angst» davor gehabt, bei Kritik herabgestuft zu werden.
Die Metropolitan Police betonte laut BBC in einer Stellungnahme, dass bisher «kein Fehlverhalten festgestellt» wurde. Die aktuellen Nachforschungen dienten dazu, die Faktenlage zu klären. Sollten sich konkrete Anhaltspunkte für Fehlverhalten ergeben, würde das Independent Office of Police Conduct (IOPC) eine weiterführende Untersuchung übernehmen.
Fall Epstein: Flächendeckende Ermittlungen in ganz Grossbritannien
Doch die Nachforschungen beschränken sich längst nicht mehr nur auf die Hauptstadt. In einem beispiellosen Vorgang prüfen Polizeikräfte in fast allen Teilen Grossbritanniens ihre Akten auf Verbindungen zum Epstein-Netzwerk. Die Met Police ermittelt zudem gegen den ehemaligen Minister Peter Mandelson wegen des Verdachts der Weitergabe von Marktwissen an Jeffrey Epstein. Die Thames Valley Police untersucht den Vorwurf, eine zweite Frau sei für Prinz Andrew nach Grossbritannien geschickt worden. Der einstige Prinz soll zudem junge Frauen in den Buckingham Palast geschleust haben, berichteten unter anderem britische Medien. Das Personal sei über das jahrelange vorgehen im Bilde gewesen.
Die Polizeibehörden in Essex, Bedfordshire und den West Midlands prüfen derzeit Flugprotokolle sowie die Nutzung der Flughäfen Stansted, Luton und Birmingham durch Jeffrey Epsteins Privatjet. Die Surrey Police geht parallel einem Vorwurf von Menschenhandel und sexuellem Übergriff aus den 1990er-Jahren nach. In Schottland wiederum sucht die Polizei nach möglichen Zeugen im Zusammenhang mit Epsteins Flügen über den Flughafen Edinburgh.
Angesichts von «Millionen von Dokumenten» und komplexen internationalen Rechtsfragen hat der Rat der Polizeichefs (NPCC) eine nationale Koordinierungsgruppe eingesetzt. Die Ermittler stehen vor der enormen Aufgabe, umfangreiches Material aus den USA auszuwerten und Zuständigkeiten über Ländergrenzen hinweg zu klären. Während Prinz Andrew weiterhin jedes Fehlverhalten bestreitet, gehen die Behörden davon aus, dass die Aufarbeitung dieses Geflechts aus Macht, Geld und Missbrauch noch Jahre dauern dürfte.