Die Zahlen sind ernüchternd. Doch es braucht Mut, was der PSA-Konzern gemacht hat. Der Peugeot- und Citroen-Hersteller hat Verbrauchswerte veröffentlicht, die unter realen Bedingungen gemessen worden sind. Sprich: Auf der Strasse statt im Labor. Real Driving Emissions (RDE) nennt man diese Tests in der Fachwelt.
Die Unterschiede sind teilweise happig. So schluckte der Citroen C4 Picasso mit dem BlueHDi-120-Dieselmotor 6,5 statt den im Labor gemessenen 3,9 Liter. Das entspricht einem satten Plus von 67 Prozent.
Durchgeführt hat der Französische Konzern die Tests zusammen mit den Umweltorganisationen Transport & Environment und France Nature Environment. Die Tester sind dabei 95 Kilometer auf öffentlichen Strassen gefahren. 25 Kilometer in der Stadt, 39 ausserorts und 31 Kilometer auf der Autobahn. Dabei lief teilweise die Klimaanlage. Zudem waren die Autos mit Gepäck und Mitfahrern unterwegs.
Im Schnitt 43 Prozent über Normwert
Der Konzern hat die 30 wichtigsten Modelle der Palette getestet. Insgesamt variieren die Verbräuche zwischen 30 und 67 Prozent. Die geringste Abweichung schafft der Peugeot 2008 1,2-Liter PureTech-Benzinmotor. Dieser verbrauchte 6,4 statt den versprochenen 4,9 Liter. Im Schnitt schlucken die getesteten Autos beim RDE-Test 43 Prozent mehr als im Labor.
Unter dem Strich kommen Benziner näher an den Laborwert als Diesel. Dennoch: Die Abweichungen liegen auch hier zwischen 30 und 58 Prozent. Der Konzern will bis Ende Jahr Tests von 20 weiteren Modellen bekanntgeben. Die Werte zu CO2- und Stickoxid-Emissionen hat PSA noch nicht veröffentlicht, will das aber nachholen.
Peugeot hat es vorgemacht, nun sind die anderen Autobauer am Zug. Doch die halten sich mit realen Verbrauchsangaben bisher zurück. Aber das wird sich ändern. Ab September 2017 sind RDE-Tests für eine Zulassung in der EU nämlich obligatorisch.