Abscheulich
Wurde Charlene (14) zu Dönerfleisch verarbeitet?

BLACKPOOL – Die 14-jährige Charlene Downes soll erst vergewaltigt, dann zerhackt und schliesslich als Dönerfleisch verkauft worden sein. Und jetzt kommt ihr Mörder auch noch frei.
Publiziert: 19.10.2009 um 14:31 Uhr
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Aktualisiert: 01.10.2018 um 01:14 Uhr

England ist geschockt. Wegen Verfahrensfehlern kann nun wohl einer der perversesten Morde nicht aufgeklärt werden.

Am 1. November 2003 verlässt Charlene Downes ihr Elternhaus im englischen Blackpool – und kehrt nie wieder zurück. Ihre Eltern, Karen und Robert, erhalten ein langes Jahr kein Lebenszeichen von ihrer Tochter. Bis sich schliesslich ein Zeuge meldet: Er behauptet, den Mörder von Charlene zu kennen. Sein Freund, Iyad Alabattikhi (31), habe ihm gegenüber zugegeben, das 14-jährige Mädchen vergewaltigt, zerschnitten und dann «zu Kebab verarbeitet» zu haben. Der 31-Jährige ist Besitzer einer Imbissbude mit dem makaberen Namen «Funny Boyz» (Lustige Jungs).

Riesige Verwanzungs-Aktion wird gestartet

Die Polizei verwanzt sofort die Imbissbude, das Haus und das Auto des Verdächtigen. Auch sein 51-jähriger Geschäftspartner Mohammed Raveshi wird abgehört – er soll beim Zerstückeln des Leichnams geholfen haben. Über 2500 Stunden Tonaufnahmen kommt zusammen. Auf den Bändern sollen die Wörter «Sex mit einer 14-Jährigen», «getötet» und «zu Kebab verarbeitet» zu hören sein.

Die Beweise reichen, um Iyad Alabattikhi 2007 vor Gericht zu bringen. Doch es gibt ein Problem: Die Jury versteht kein Wort, das auf den Tonbändern gesprochen wird. Unerfahrene Polizisten hatten das Beweismaterial nicht ordnungsmässig gelagert. Mit der Folge, dass die Qualität der Aufnahmen extrem gelitten hat. Dazu kommt, dass die Bänder nicht anständig transkribiert wurden.

Der Verdächtige dagegen sagt aus, er habe nur gescherzt und kenne das Mädchen nicht. Der Prozess platzt.

Polizei hat geschlampt

Eine Sonderkommission kommt jetzt zu dem Schluss: Wenn mit den Beweisen sauber umgegangen wäre, würden der Täter und sein Komplize jetzt hinter Gittern sitzen, schreibt die «Daily Mail». Die verantwortlichen Polizisten sehen sich jetzt einem Zivilprozess gegenüber.

Die Eltern von Charlene sind geschockt: «Wir fühlen uns vollständig verlassen.» Sie werden alleine gelassen mit dem schrecklichen Bild ihrer zerstückelten Tochter und der Gewissheit, dass das Monster, das ihr das antat, weiter frei herumläuft. (s5j)

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