Darum gehts
- Ab Dezember 2026 kostet das GA erstmals über 4000 Franken jährlich
- Preiserhöhung von 3,9 Prozent, die intensivsten Nutzer trifft es noch härter
- Grund: Streichung der Mineralölsteuer-Rückvergütung durch den Bund ab 2027
Aufstehen, Bahnhof, Zug. Diese Morgenroutine bedeutet: kein Auto, keinen Stau, kein schlechtes Gewissen. Wer ein GA besitzt, ist ein Musterschüler des Schweizer Verkehrssystems – und tut, was Politik wie Umweltverbände seit Jahren fordern. Ihr Lohn: Ab Dezember 2026 knackt das Jahresabo für die 2. Klasse erstmals die 4000-Franken-Marke. Die Branche erhöht ihre Preise massiv – und ausgerechnet bei den intensivsten ÖV-Nutzenden am stärksten. Fair oder weitsichtig ist das nicht.
Durchschnittlich sollen die Fahrpreise um 3,9 Prozent steigen. Die Branchenorganisation Alliance Swisspass begründet dies mit «steigenden Kosten» – in Wirklichkeit geht es um Politik: Das Entlastungspaket des Bundes streicht ab 2027 die Mineralölsteuer-Rückvergütung an den ÖV. Die fehlenden Einnahmen will die Branche an ihre Kunden weitergeben.
Kinder und Familien sollen dabei weitgehend verschont bleiben, Gelegenheitsfahrer soll es vergleichsweise moderat treffen. Wer hingegen täglich fährt und am meisten ins System einzahlt, wird am kräftigsten zur Kasse gebeten. Wie damit Zug, Tram und Bus attraktiver werden sollen, bleibt ein Geheimnis. Die Botschaft dieser Preispolitik jedenfalls ist fatal: Der ÖV bestraft seine treusten Kundinnen und Kunden.
«Verhältnismässig günstig» sei das GA weiterhin, lässt Alliance Swisspass verlauten. Fragt sich: im Verhältnis zu was? Solche Ansagen sollte sich die Branche lieber zweimal überlegen. Bei der psychologisch wichtigen Grenze von 4000 Franken hört für viele das Verständnis auf – und das Nachdenken über ein Auto beginnt.