Party-Inspiration
Der Westernhase kommt nach San Francisco

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Das ist Victors Lebensmotto – auch wenn ich nicht da bin.
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Victor hat Milena Moser dazu inspiriert, bei Festen loszulassen.
Foto: Milena Moser

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Westernhase-Feier in San Francisco symbolisiert Zusammenhalt und Lebensfreude mit Gästen
  • Victor überstand 2025 Sepsis, Covid und Lungenentzündung, feiert jetzt wieder gesund
  • Gästeliste unwichtig: Victor lädt spontan Bekannte ein, alle geniessen das Fest
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Milena MoserSchriftstellerin

Während ich in der Schweiz bin, wird San Francisco vom Westernhasen besucht. Der Westernhase ist ein entfernter Verwandter des Osterhasen, sozusagen das schwarze Schaf der Familie – aber jetzt bringe ich die Tierarten ganz durcheinander, also noch mal von vorne: Der Westernhase ist Victors Version des Osterhasen und als «el conejo con muchos huevos» durchaus auch ein Symbol unseres kollektiven Durchhaltewillens. «Dies ist nicht die letzte Gelegenheit, die Freiheit zu feiern, uns selbst zu sein», steht denn auch in der Einladung. Und: «Wir geben die Hoffnung auf den Frieden nicht auf.» Vor allem aber ist er einfach ein willkommener Vorwand, um wieder einmal ein Fest zu feiern. Freunde einzuladen, zu kochen, zu reden, gemeinsam anzustossen.

Und so leid es mir tut, es dieses Jahr zu verpassen, so sehr freue ich mich darüber. Denn Victor hat letztes Jahr gleich zwei Partys verpasst: An seinem Geburtstag im September lag er mit Sepsis im Krankenhaus, und einen Tag vor unserem grossen Winterfest wurden bei ihm Covid und Lungenentzündung diagnostiziert. Das zog sich dann gleich auch über Weihnachten und Neujahr hin. Es waren traurige Tage, aber seither hat er sich, wie immer und immer wieder, erstaunlich gut erholt. Dem Besuch des Westernhasen steht also nichts im Weg.

Wenn ich etwas von Victor gelernt habe, dann ist es das Feiern. Worauf es dabei ankommt, und worum es wirklich geht. Denn obwohl ich als Kind viele grosse Feste miterlebt und von meiner Mutter auch Wichtiges gelernt habe, so waren diese Anlässe doch immer mit viel Aufwand verbunden. Sie erzeugten Stress und gereizte Stimmung.

Vielleicht das Wichtigste, das meine Mutter mir beibrachte, war: «Lad einfach alle ein. Kümmere dich nicht darum, ob sie einander kennen, mögen oder miteinander auskommen werden. Du kennst sie, du magst sie, also werden sie eingeladen.» Und so sassen bei uns auf den zusammengewürfelten Sofas im Wohnzimmer ebenso zusammengewürfelt die Nachbarinnen aus dem eher bürgerlichen Wohnquartier neben den kettenrauchenden Literaten. Manchmal konnten sie etwas miteinander anfangen, manchmal nicht. Victor treibt es noch etwas weiter: Er lädt konsequent alle ein, die ihm in den Tagen vor der Party über den Weg laufen, sei es im Lebensmittelladen an der Ecke, im Wartezimmer der Arztpraxis oder auf dem Parkplatz.

Das habe ich von ihm gelernt: Die Gästeliste ist überbewertet. Und: Es sind noch immer alle satt geworden.

Ich gebe zu, ich brauchte ein paar Jahre, um meine Vorstellungen davon, was ein gelungenes Fest ausmacht, ablegen zu können. Ich erinnere mich an einen verregneten Sonntagnachmittag, an dem Victor beschloss, es sei genau der perfekte Moment, um im Garten ein paar Pflanzen zu versetzen. Und da kauerte er im strömenden Regen. Wie ein Felsbrocken sah er in seiner grauen Regenpelerine aus, und genau so unverrückbar war er.

Die Küche war bereits voller hungriger Menschen, auf dem Tisch lagen Maisblätter bereit, um die Tamales einzupacken. Da war ich einen Moment lang überfordert. Aber dann begannen die Gäste, die sich auskannten, die Maisrollen einzuwickeln, die anderen schauten zu, und alle hatten ihren Spass. Als Victor nach oben kam, war die Party in vollem Gang. Und ich hatte mich endlich entspannt.

Es fuchst mich natürlich gewaltig, dass ich dieses Jahr die Feier zu Ehren des schwarzen Schafs der Hasenfamilie verpasse – aber lassen wir das! Die Haus- und Waldtiere werden sich auch ohne mich bestens unterhalten. 

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