Mehrheit der Deutschen dafür
Kommt jetzt das Tempolimit in Deutschland?

Als einziges europäisches Land kennt Deutschland kein generelles Tempolimit auf Autobahnen. Die durch den Irankrieg gestiegenen Ölpreise heizen die Diskussion jetzt neu an. Eine Mehrheit der Deutschen würde ein Tempolimit befürworten, wie neue Umfragen zeigen.
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Angesichts der stark gestiegenen Spritpreise wird in Deutschland vermehrt über ein generelles Tempolimit auf Autobahnen diskutiert.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Deutsche Debatte um Tempolimit wegen hoher Spritpreise wieder entfacht
  • 55 Prozent der ADAC-Mitglieder befürworten Tempolimit von 130 km/h
  • Forsa-Umfrage 2026: 51 Prozent unterstützen befristete Tempolimits auf Autobahnen
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Im Autoland Deutschland gilt ein generelles Tempolimit auf Autobahnen bislang als Sakrileg. Doch angesichts der stark gestiegenen Spritpreise der letzten Wochen kommt neue Bewegung in die Diskussion – der Heilige Gral der deutschen Autofahrer gilt auch in Wirtschaftskreisen nicht mehr als unantastbar. Was linke Parteien und Umweltverbände schon lange fordern, bringen jetzt auch immer mehr Expertinnen wie die bekannte deutsche Ökonomin Veronika Grimm (54) aufs Tapet: «Ein Tempolimit wäre kein Schaden, sondern vielleicht sogar ein kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen», sagte Grimm gegenüber der «Rheinischen Post».

Die bisherigen Massnahmen der deutschen Bundesregierung wie striktere Regeln für Preiserhöhungen an Tankstellen hält Grimm, die im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sitzt, für wenig wirksam. «Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energienachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg. Auch von der Übergewinnsteuer halte ich nichts.» Sie verweist auf «Länder des globalen Südens», in denen «einschneidende Massnahmen wie Homeoffice-Pflicht und eine Einschränkung der Fahrzeugnutzung» umgesetzt würden. Andere Länder wie Frankreich kündigten bereits andere Massnahmen wie die stärkere Förderung von E-Autos an, um die Abhängigkeit von Ölimporten zu reduzieren.

Ganz anders in Deutschland, wo soeben eine auf zwei Monate befristete Steuersenkung bei Kraftstoffen von 17 Cent pro Liter beschlossen wurde, die sogar in automobilfreundlichen Kreisen kritisiert wird. Denn: Damit tatsächlich die Portemonnaies der Autofahrerinnen und Autofahrer entlastet werden, ist die Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (70) auf den Goodwill der Mineralölkonzerne angewiesen, die selber dafür verantwortlich sind, die Steuersenkung an die Konsumentinnen und Konsumenten weiterzugeben. Eine ähnliche Massnahme hatte die ehemalige Ampelkoalition unter SPD-Kanzler Olaf Scholz schon zu Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine beschlossen – damals sackten die Ölmultis die erhaltenen Millionen aber grösstenteils selbst ein.

Mehrheit der Deutschen für Tempolimits

Eine deutlich grössere Entlastung würde hingegen eine Reduktion der erlaubten Höchstgeschwindigkeit bringen, ist auch Grünen-Chef Felix Banaszak überzeugt, der zuletzt zumindest befristete Tempolimits forderte: «Dies reduziert sofort den Spritverbrauch, dämpft so die Preise und hilft solidarisch und unkompliziert allen, die im Beruf auf das Auto angewiesen sind», sagte er dem Magazin «Spiegel».

Und auch die deutsche Bevölkerung wäre einem Tempolimit auf ihren Autobahnen keinesfalls abgeneigt. In einer Umfrage aus dem Jahr 2025 – also lange vor dem Angriff der USA und Israel auf den Iran und den in der Folge stark gestiegenen Spritpreisen – begrüssten 55 Prozent der Mitglieder des deutschen Automobilclubs ADAC ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen. Nur 41 Prozent sprachen sich grundsätzlich dagegen aus.

Was macht Kanzler Merz?

In einer neuen, repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins «Stern» und des TV-Senders RTL befürworteten 51 Prozent der befragten Bundesbürger die Einführung einer zeitlich befristeten Höchstgeschwindigkeit – allerdings sogar von nur 120 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstrassen. Besonders bei Frauen (63 Prozent), Personen über 60 (62 Prozent) und Anhängern der Grünen und Linken (je 82 Prozent) stösst der Vorschlag auf deutliche Zustimmung.

Am geringsten ist die Zustimmung für temporäre Tempolimits hingegen bei Männern (37 Prozent), bei 30- bis 44-Jährigen (38 Prozent) und Anhängern der in Teilen rechtsextremen AfD (19 Prozent). In der Regierungspartei CDU gehen die Meinungen auseinander: 50 Prozent sind für, 49 Prozent gegen die Einführung von Tempolimits. Ob Kanzler Merz das kontrovers diskutierte Thema aufgreift, hängt wohl auch vom weiteren Verlauf des Krieges im Nahen Osten ab.

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