Unsichtbare Gefahr
Mann (†37) stirbt wegen falsch installierter Klimaanlage

Eine falsch installierte Klimaanlage kann schnell lebensgefährlich werden. Das zeigt ein Fall aus Deutschland. Die Gefahr ist deshalb so tückisch, weil sie unsichtbar ist.
Publiziert: 03.07.2025 um 09:05 Uhr
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Aktualisiert: 03.07.2025 um 14:32 Uhr
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Ein Mann ist in Deutschland wegen einer falsch installierten Klimaanlage gestorben.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

  • Mann stirbt durch falsch installierte Klimaanlage. Kohlenmonoxidvergiftung als Ursache
  • Mobile Klimageräte können bei Gastherme Kohlenmonoxid in die Wohnung ziehen
  • Kohlenmonoxidmelder kosten meist weniger als 50 Franken und können Leben retten
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Im nordrhein-westfälischen Iserlohn ist ein Mann mutmasslich wegen einer falsch installierten Klimaanlage gestorben. Der 37-Jährige starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung, wie es von der Polizei hiess.

In der Wohnung, in welcher der 37-Jährige in der vergangenen Woche leblos entdeckt wurde, sei ein mobiles Klimagerät aktiv gewesen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dieses habe einem Gutachten zufolge Abgase aus einer Gastherme angesaugt und in der Wohnung verteilt.

Sowohl bei mobilen als auch bei festen Klimaanlagen können Laien viel falsch machen. Welche Gefahren lauern bei falscher Installation?

Feste Klimaanlage

Den Einbau einer festen Klimaanlage sollten nur Fachleute übernehmen. So können bei falscher Installation etwa Kältemittel austreten, die umwelt- und gesundheitsschädlich sein können. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, einen Fachbetrieb zu beauftragen, auch wenn der Einbau mehrere Tausend Franken kosten kann.

In der Schweiz ist eine feste Klimaanlage in der Regel ausserdem bewilligungspflichtig. Den Antrag reicht immer der Eigentümer der Wohnung beim Bauamt oder der Gemeinde ein. Wer in einer Mietwohnung wohnt, muss also seinen Vermieter fragen, ob er eine Klimaanlage einbauen lassen darf.

Mobile Klimaanlage

Auch eine mobile Klimaanlage kann unter Umständen handwerkliches Geschick erfordern, etwa, wenn der Schlauch des Geräts durch ein Loch in der Wand nach draussen geführt werden muss. In diesem Fall kann unter Umständen auch eine Bewilligung erforderlich sein.

Im besten Fall kann der Schlauch durch ein Fenster nach draussen geführt werden, weil dann auch keine baulichen Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden müssen – und somit keine Bewilligung eingeholt werden muss.

Allerdings besteht, wie im Fall aus Iserlohn, die Gefahr, dass mobile Klimaanlagen in Verbindung mit einer Gastherme Kohlenmonoxid in die Wohnung ziehen. Es lohnt sich in jedem Fall, sich vorab zu informieren, ob eine Gastherme zum Einsatz kommt.

«Wenn die warme Raumluft ins Freie gezogen wird, entsteht ein Unterdruck, der bei gleichzeitiger Nutzung zum Beispiel einer Gastherme das Kohlenmonoxid aus dem Abgasrohr zurück in die Wohnung zieht», schreibt der Deutsche Feuerwehrverband auf seiner Seite.

Unsichtbare Gefahr

Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Gas, das sich bei Verbrennungsvorgängen bildet. Es kommt immer wieder zu Vergiftungen in geschlossenen Räumen. Typische Symptome sind Atemnot, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Die Symptome werden oft nicht in erster Linie auf eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid zurückgeführt. Eine höhere Konzentration endet oft tödlich. Eine geringere Konzentration in der Raumluft kann gemäss Feuerwehrverband zu chronischen Vergiftungen führen. Ausserdem könne sie zu Erkrankungen wie Diabetes, Demenz oder des Herz-Kreislauf-Systems führen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich einen Kohlenmonoxidmelder zulegen. Die Geräte kosten meist weniger als 50 Franken und können Leben retten.

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