Darum gehts
- Donald Trump plant «Presidential Library» in Miami mit futuristischem Design
- Video zeigt Gebäude ohne Bücher, aber mit Flugzeugen und Trump-Statue
- Gericht stoppt Bau eines 400-Millionen-Dollar-Ballsaals beim Weissen Haus
Es gehört zu den liebenswürdigen Marotten der amerikanischen Demokratie: Ehemalige Präsidenten bauen nach ihrer Amtszeit eine sogenannte Presidential Library – als Ort der Aufarbeitung, des Lernens und des Archivs. Eine Bibliothek zu Ehren der eigenen Präsidentschaft ist ein symbolischer Akt: Der Ex‑Chef im Staat schenkt dem Land etwas zurück, das über reine Monumentalität hinaus Wissen und Erfahrung bewahrt.
Natürlich will auch Donald Trump (79) so ein Bauwerk – warum auch nicht? Er liebt Gebäude, die seinen Namen tragen. Nun hat sein Sohn Eric Trump (42) ein erstes Video auf Instagram geteilt, das zeigen soll, wie sich sein Vater seine Bibliothek vorstellt. Errichtet werden soll der eindrucksvolle Turm, der mehr an die Skyline in New York erinnert, im Zentrum von Miami auf dem Campus des Miami Dade College.
Wo sind die Bücher?
Am Eingang des Towers prangt in riesigen goldenen Lettern «Donald Trump Presidential Library», aber was man von klassischen Bibliotheken kennt – Regal an Regal voller Bücher – fehlt komplett. Nirgends ist ein Regal zu entdecken. Stattdessen scheint das Gebäude eher ein weiterer gläserner Trump Tower zu sein, flankiert von Flugzeugen im Erdgeschoss – darunter ein Kampfjet und eine Art Air‑Force‑One‑Darstellung.
Das Ganze wirkt weniger als ein Ort des Lernens und Lesens, sondern mehr wie eine Mischung aus Firmenzentrale, Museum und Selbstvermarktungszentrum eines Mannes, der selbst nie als Leser glänzte. Ob nicht einmal sein eigenes Buch «The Art of the Deal» – laut eigener Aussage eines der besten Bücher der Welt – dort zu finden sein wird, bleibt abzuwarten.
Ballsaal mit unterirdischem Bunker
Und damit nicht genug der Monumentalitäten: Während Trump seine persönliche Bibliothek plant, berichten die Medien über ein weiteres Bauvorhaben am Weissen Haus. Der neue Ballsaal des Weissen Hauses, der nicht nur das historische East Wing komplett ersetzt, soll offenbar über einem massiven unterirdischen militärischen Komplex liegen.
Doch nun soll mit den Bauarbeiten erst mal Schluss sein, wie US-Medien berichten. Ein Bundesrichter hat einen sofortigen Baustopp für den geplanten Ballsaal im Weissen Haus angeordnet. Das auf rund 400 Millionen Dollar geschätzte Projekt darf nach Ansicht des Gerichts nicht wie geplant über private Spenden finanziert werden.
Keine Zustimmung des Kongresses
Der zuständige US-Bezirksrichter Richard Leon widersprach damit der Argumentation der Trump-Regierung, wonach der Präsident weitreichende Befugnisse habe, bauliche Veränderungen am Weissen Haus vorzunehmen – auch in der Grössenordnung eines rund 90'000 Quadratfuss grossen Ballsaals.
In seinem 35-seitigen Urteil stellte Leon klar: Der Präsident sei zwar Verwalter des Weissen Hauses für kommende Präsidentenfamilien, aber nicht dessen Eigentümer. Kein Gesetz räume ihm annähernd jene Befugnisse ein, die er für sich beanspruche.
Der Richter wies zudem darauf hin, dass Trump bislang kein Gesetz nennen konnte, das es ihm erlaubt hätte, im vergangenen Jahr den Ostflügel des Weissen Hauses ohne Zustimmung des Kongresses abreissen zu lassen.