Iranische Revolutionsgarden entern Containerschiffe
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Iranisches Propaganda-Video:Revolutionsgarden entern Containerschiffe

Laut Recherchen
Kommt es im Iran bald wieder zu Angriffen?

Die USA und Israel führen Krieg gegen den Iran. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Blick Newsdesk
07:16 Uhr

Kommt es im Iran bald wieder zu Angriffen?

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Die Fronten im Irankrieg haben sich momentan festgefahren. Die USA werden an ihrer Seeblockade festhalten, bis der Iran ein Atomabkommen unterzeichnet. Wie US-Präsident Donald Trump am Mittwoch ein weiteres Mal betonte, wolle er um jeden Preis verhindern, dass die Islamische Republik in den Besitz einer Atombombe kommt.

Zu grösseren Kampfhandlungen auf dem iranischen Festland ist es seit dem vereinbarten Waffenstillstand am 8. April allerdings nicht mehr gekommen. Lediglich im Zuge der Seeblockade kam es zu Konflikten, die USA kaperten beispielsweise mehrere Öltanker, die mit dem Iran in Verbindung stehen. Die Islamische Republik blieb mit ihrer sogenannten «Moskitoflotte» in der Meerenge allerdings trotzdem militärisch aktiv.

Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Wie Recherchen von «Axios» jetzt zeigen, könnten die USA die Front im Iran aber schon bald wieder öffnen. Mehrere anonyme Quellen bestätigen dem Medium, dass Trump am Donnerstag von seinen Kommandanten über potenzielle neue Angriffspläne im Iran informiert wird.

Die US-Armee habe bereits einen Plan für eine «kurze und schlagkräftige» Angriffswelle gegen den Iran ausgearbeitet, heisst es im Artikel weiter. Ziel dieses Plan sei es, den Verhandlungsstillstand zwischen den beiden Parteien zu durchbrechen. 

Ein weiterer Plan, der Trump am Donnerstag voraussichtlich vorgelegt werde, konzentriere sich auf die Übernahme eines Teils der Strasse von Hormus durch die USA. Die wichtige Handelsroute soll so wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Eine solche Operation könnte Bodentruppen umfassen, sagte eine Quelle zu «Axios».

04:08 Uhr

Der Iran hat seit Kriegsbeginn mindestens 21 Menschen hingerichtet

Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst

US-Präsident Donald Trump betont immer wieder, dass die USA und Israel die iranische Führung beinahe komplett ausgeschaltet hätten. Doch auch nach zwei Monaten Krieg sitzt das islamische Regime in Teheran fest im Sattel, auch wenn wichtige Köpfe wie der Oberste Führer durch Luftschläge getötet wurden.

Ein innenpolitischer Wandel ist nicht in Sicht. Die Machthaber gehen weiterhin mit aller Gewalt gegen die Opposition vor. Seit Kriegsbeginn wurden mindestens 21 Menschen hingerichtet und mehr als 3600 Personen wegen Vorwürfen der Gefährdung der ‌nationalen Sicherheit festgenommen, berichtet der deutsche «Spiegel».

Laut dem Uno-Menschenrechtskommissar Volker Türk wurden neun Personen im Zusammenhang mit den Protesten im Januar exekutiert, zehn wegen angeblicher Mitgliedschaft in Oppositionsgruppen und zwei wegen Spionagevorwürfen. 

Vor einer Woche verkündete Trump, dass der Iran auf seinen Druck die geplante Hinrichtung von acht Frauen gestoppt habe. Mehr dazu liest du im Artikel von Janine Enderli hier. Der 19-jährige Ringer Saleh Mohammadi wurde hingegen in März trotz internationaler Proteste hingerichtet.

Bereits bei den Demonstrationen im Januar hatten die iranischen Sicherheitskräfte Tausende Menschen getötet. 

29.04.2026, 19:44 Uhr

Trump und Putin haben über Waffenstillstand mit dem Iran telefoniert

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Eineinhalb Stunden lang haben US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch unter anderem über den derzeit anhaltenden Waffenstillstand mit dem Iran telefoniert. Das gab Kreml-Sprecher Juri Uschakow am Mittwochabend bekannt. 

Foto: AFP

Russland habe das Gespräch initiiert, das in einem «offenen und sachlichen» Ton geführt worden sei, sagte Uschakow am Mittwoch gegenüber Reportern. 

«Wladimir Putin hält Donald Trumps Entscheidung, den Waffenstillstand mit dem Iran zu verlängern, für richtig; dies sollte eine Gelegenheit für Verhandlungen bieten und allgemein zur Stabilisierung der Lage beitragen» so Uschakow weiter. «Gleichzeitig betonte der russische Präsident die unvermeidlichen, äusserst schwerwiegenden Folgen nicht nur für den Iran und seine Nachbarn, sondern für die gesamte internationale Gemeinschaft, falls die USA und Israel erneut zu Gewalt greifen sollten», ergänzte der Kreml-Sprecher. 

Putin und Trump sprachen demnach auch über den andauernden Krieg in der Ukraine und die Möglichkeit eines Waffenstillstands zum Tag des Sieges am 9. Mai, an dem Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg feiert.

Gegenüber CNN erklärte Trump, Putin habe ihm während des Telefonats angeboten, im Krieg gegen den Iran zu helfen, insbesondere im Zusammenhang mit angereichertem Uran. «Er möchte helfen. Ich sagte: ‹Bevor du mir hilfst, möchte ich deinen Krieg beenden›», so Trump zu CNN. Insgesamt bewertete Trump das Gespräch mit Putin als «sehr gut». Der US-Präsident machte eine zuversichtliche Prognose: Eine Lösung für den Krieg in der Ukraine werde laut Trump «relativ schnell» gefunden werden. 

29.04.2026, 19:20 Uhr

Hafen-Blockade bleibt, bis es Atomabkommen gibt

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

In Hinblick auf die Blockade iranischer Häfen hatte sich bereits abgezeichnet, dass US-Präsident Donald Trump auf Zeit spielt (siehe Ticker-Eintrag von 4.14 Uhr). Nun hat Trump im Interview mit dem Portal Axios deutlich gemacht: Die Blockade iranischer Häfen werde erst wieder aufgehoben, wenn man sich über das iranische Atomprogramm einig sei. 

Foto: Getty Images

«Die Blockade ist etwas wirksamer als Bombardierungen. Sie ersticken wie ein vollgestopftes Schwein. Und es wird noch schlimmer für sie. Sie dürfen keine Atomwaffe haben», sagte Trump zu Axios. Einen jüngsten Vorschlag des Irans zur Öffnung der Strasse von Hormus habe er demnach abgelehnt. 

Weiter behauptete Trump, der Iran wolle ein Abkommen, um die Blockade aufzuheben. «Sie wollen eine Einigung. Sie wollen nicht, dass ich die Blockade aufrechterhalte. Ich will sie nicht aufheben, weil ich nicht will, dass sie Atomwaffen besitzen.» Der US-Präsident ergänzte erneut, dass Irans Öllager und Pipelines «kurz vor der Explosion stehen», da der Iran aufgrund der Blockade kein Öl exportieren kann.

29.04.2026, 15:39 Uhr

So viel Geld kostet der Irankrieg das US-Militär

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Ein Krieg verschlingt unglaublich viele Ressourcen. Munition, Sprengstoff, Benzin, das alles kostet Geld. Wie eine Analyse von «Al Jazeera» jetzt zeigt, könnte der Irankrieg als einer der teuersten Kriege in die Geschichte der Vereinigten Staaten eingehen.

Im Rahmen einer Anhörung am Mittwoch im Kapitol vor dem Ausschuss für Streitkräfte des US-Repräsentantenhauses teilte der oberste Finanzbeauftragte des Pentagons, Jules «Jay» Hurst, mit, dass das US-Militär seit Beginn des Kriege Ende Februar rund 25 Milliarden Dollar ausgegeben habe. Der Grossteil der Summe sei für Munition ausgegeben worden, so Hurst.

Foto: AFP

Daten der US-Regierung zufolge kostete der aktuelle Konflikt laut «Al Jazeera» alleine in den ersten Tagen weit über 11 Milliarden Dollar. Dies, weil die USA in diesem Zeitraum jede Menge kostspieliger Langstreckenraketen verballerten. Alleine die Tomahawk-Geschosse kosten jeweils 2,5 Millionen Dollar. Anschliessend sei täglich bis zum Waffenstillstand eine weitere Milliarde ausgegeben worden.

Mark Cancian, leitender Berater der Denkfabrik Zentrum für Strategische und Internationale Studien in Washington D.C., hinterfragt diese offiziellen Zahlen in einem Interview mit «Al Jazeera». Die Summe von einer Milliarde Dollar pro Tag schätzt er als «etwas zu hoch» ein.

Nach der intensiven ersten Phase des Krieges hätten die USA laut Cancian wohl «nur» rund eine halbe Milliarde Dollar pro Tag ausgegeben. Seit der Waffenruhe schätzt er die tägliche Kriegssumme auf «unter 100 Millionen Dollar pro Tag».

Dafür schätzt der Experte den Beginn des Krieges als weitaus kostspieliger ein, als von der Regierung angegeben. Cancian zufolge hätte die Anfangsphase das US-Militär sogar fast 13 Milliarden Dollar gekostet, da in den Zahlen des Pentagons beispielsweise die Kosten für Kampfverluste und Infrastrukturschäden fehlen würden.

Wenn Cancians Zahlen stimmen, was sich momentan nicht endgültig überprüfen lässt, kostete der Irankrieg das US-Militär bis jetzt über 30 Milliarden Dollar. Die tatsächliche Summe lässt sich wohl erst nach einem Friedensabkommen feststellen.

29.04.2026, 10:58 Uhr

KI-Foto: Trump droht Mullahs mit Maschinengewehr

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Es ist ein probates Mittel von Donald Trump. Immer wieder sorgt der US-Präsident mit KI-generierten Beiträgen auf seiner Plattform Truth Social für Aufsehen. Die neuste Ausgabe: Ein KI-Foto, das ihn im Anzug und mit Maschinengewehr zeigt. Darüber der Schriftzug «No more Mr. Nice Guy».

In dem Post wirft Trump der Führung Teherans vor, die Lage im eigenen Land nicht im Griff zu haben und kein Verständnis dafür zu zeigen, wie «ein Abkommen ohne Atomprogramm» zustande kommen könne. Zugleich richtete er eine deutliche Mahnung an den Iran, schnell umzudenken. 

Wie mein Kollege Daniel Kestenholz bereits im Tickereintrag von 04.14 Uhr thematisiert hat, hat Trump seine Berater angewiesen, sich auf eine lang andauernde Blockade gegen den Iran einzustellen.

Das Weisse Haus betont derweil, dass weiterhin Gespräche mit dem Iran geführt würden und man sich nicht zu einem nachteiligen Abkommen drängen lasse. 

Experten zufolge kommt das iranische Ölsystem langsam an den Anschlag. Trump behauptete gar, Teheran hätte nur noch Durchhaltevermögen für wenige Tage. 

29.04.2026, 04:14 Uhr

Trump spielt auf Zeit und wirtschaftlichen Würgegriff

Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst

US-Präsident Donald Trump zieht die Daumenschrauben weiter an: Hinter verschlossenen Türen hat der US-Präsident seine Berater angewiesen, sich auf eine lang andauernde Blockade gegen den Iran einzustellen. Dies meldet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Insiderquellen. Statt schneller militärischer Schläge setzt Trump auf wirtschaftlichen Würgegriff – Teheran soll durch den Druck auf Öl-Exporte und Handel in die Knie gezwungen werden und beim Atomprogramm nachgeben.

Donald Trump setzt auf Zeit, um den Iran wirtschaftlich abzuwürgen. Der US-Präsident ist siegesgewiss und lässt sich derzeit keine Unruhe anmerken – gelassen empfing er am Dienstag zum Staatsbankett für König Charles im Weissen Haus.
Foto: AFP

Im Situation Room fiel die Entscheidung bewusst gegen eine neue Bombenkampagne – aber auch gegen einen Rückzug aus dem Konflikt. Trump sieht in beiden Optionen grössere Risiken. Stattdessen soll die Blockade den Iran in den wirtschaftlichen Kollaps treiben. Ein klarer rascher Sieg ist damit nicht in Sicht – der Konflikt droht sich in die Länge zu ziehen.

Trump sieht sich in seiner Strategie bestätigt: Er zeigt sich derzeit zufrieden mit einer Blockade auf unbestimmte Zeit – auf Truth Social sprach er bereits von einem Iran im «Zustand des Zusammenbruchs». Tatsächlich stapelt sich laut US-Beamten unverkauftes Öl, die Wirtschaft ächzt und Teheran sucht erneut den Draht nach Washington.

Anhaltende Spannungen dürften Energiepreise weiter nach oben treiben. Gleichzeitig wächst der politische Druck in den USA, wo die Republikaner vor den Midterm-Wahlen nervös werden. Trump bleibt dennoch hart – und wirft Teheran vor, nicht ernsthaft verhandeln zu wollen.

28.04.2026, 20:41 Uhr

Trump schiesst nach Merz-Vorwurf zurück

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich der US-Präsident zu den von Friedrich Merz am Montag getätigten Aussagen äussern wird. Dieser sagte bei einem Austausch mit Schülerinnen und Schülern, dass die USA «ohne jegliche Strategie» in diesen Krieg gegangen seien. 

Bislang war vonseiten des US-Präsidenten nichts zu hören. Wohl, weil dieser mit dem royalen Besuch aus England und den Nachwehen der Attacke am Korrespondenten-Dinners beschäftigt war. Nun schiesst Trump doch noch zurück.

Hier schienen sich die beiden noch verstanden zu haben. Nun haben sie wenig nette Worte füreinander.
Foto: keystone-sda.ch

Auf Truth Social schreibt er: «Der Kanzler von Deutschland, Friedrich Merz, denkt, es sei in Ordnung, dass der Iran nukleare Waffen besitzt». Wenn der Iran diese aber besässe, befände sich die ganze Welt in Geiselhaft», so Trump weiter.

Er tue nur das, was andere Nationen und Präsidenten bereits viel früher hätten machen sollen. Mit einem weiteren Seitenhieb schliesst er seinen Konter gegen Merz ab: «Kein Wunder geht es Deutschland so schlecht. Wirtschaftlich und auch an anderer Stelle!».

Bislang galt Trump Merz eher als wohlgesonnen, was unter anderem daran liegen könnte, dass der deutsche Bundeskanzler dem US-Präsidenten stets versuchte, zu schmeicheln oder ihm sogar Geschenke aus Deutschland mitbrachte.

28.04.2026, 11:18 Uhr

Flüssiggas-Tanker durchquerte Strasse von Hormus

Ist eine Entlastung des internationalen Energiemarktes in Sicht? Die erste Lieferung von verflüssigtem Erdgas seit Beginn des Irankrieges soll die Strasse von Hormus verlassen haben. Das berichtet das «​Handelsblatt​».

Die «Mubaraz», ein Schiff unter der Flagge des afrikanischen Staates Liberia, soll sich aktuell im Indischen Ozean aufhalten. Zuvor hatte sich der Tanker wochenlang im Persischen Golf aufgehalten. Am 31. März hatte das Schiff seine Signalübertragung eingestellt und tauchte am Montag erstmals wieder auf dem Radar auf. 

Der Tanker hatte an einer Anlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten Flüssiggas geladen. Laut Vesselfinder ist der Zielhafen des Schiffes Tianjin Xingang in China. Vor Beginn des Irankrieges floss rund ein Fünftel des internationalen Handels mit flüssigem Erdgas durch die Strasse von Hormus.

28.04.2026, 05:23 Uhr

Trump lehnt Irans jüngsten Vorschlag zur Beendigung des Krieges wohl ab

Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst

Deal oder doch nicht? Iran hat den USA einen Ausweg aus der Eskalation angeboten: Die Straße von Hormus öffnen, den Krieg beenden – doch beim Atomprogramm soll erst später verhandelt werden. Genau das sorgt in Washington für Skepsis. Präsident Donald Trump zeigt sich unzufrieden und zweifelt daran, dass Teheran es ernst meint, wie die «New York Times» unter Berufung auf Insider meldet. Es sei «unwahrscheinlich», berichtet CNN, dass Trump Irans jüngsten Vorschlag zur Beendigung des Krieges annehmen wird.

Strassenszene in Teheran – die am 23. April von US-Präsident Donald Trump ausgerufene Waffenruhe gilt noch immer. Kommt es bald zum Deal zwischen Iran und Washington?
Foto: keystone-sda.ch

Zwar hat Trump den Vorschlag nicht direkt verworfen, doch hinter verschlossenen Türen wächst das Misstrauen. US-Beamte gehen davon aus, dass Irans Unterhändler gar kein Mandat haben, beim Atomprogramm echte Zugeständnisse zu machen. Für Trump bleibt aber klar: Ohne Bewegung bei der nuklearen Frage gibt es keinen echten Deal.

Dabei steht viel auf dem Spiel: Die blockierte Strasse von Hormus lähmt den globalen Ölhandel, die Preise steigen, die Märkte reagieren nervös. Irans Angebot wirkt wie ein Versuch, Zeit zu gewinnen und den Druck zu mindern. Doch die USA fürchten, damit ihren wichtigsten Hebel aus der Hand zu geben – und setzen weiter auf maximale Forderungen. Die nächsten Tage dürften zeigen, ob es zu einem Kompromiss kommt oder die Konfrontation weiter eskaliert.

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