USA und Iran treffen sich nächste Woche in Pakistan
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Nachdem die ersten Friedensverhandlungen am vergangenen Wochenende wenig befriedigend geendet hatten, soll es ein neuer Versuch richten. Wie Sky News berichtet, werden die USA und der Iran die Verhandlungen nächste Woche wieder aufnehmen. Diese sollen wieder in Pakistan geführt werden.
Dafür, dass die ersten Verhandlungen ergebnislos verliefen, geben sich die Parteien gegenseitig die Schuld. Beide Parteien wollen von ihren ultimativen Forderungen nicht abrücken.
So steht es für die USA fest, dass der Iran für 20 Jahre alle nuklearen Aktivitäten aussetzen muss. Der Iran seinerseits besteht darauf, dass er «die Urananreicherung fortsetzen können muss». Experten glauben, dass der Iran keinem Abkommen zustimmen werde, dass die Urananreicherung vollständig einschränke.
Auch die Strasse von Hormus und wer dort die Kontrolle innehat, bleibt ein Streitpunkt. Die USA fordern eine sofortige Öffnung vonseiten des Iran. Diese wollen einer Öffnung nur zustimmen, wenn die dem Land auferlegten Sanktionen fallen – für die USA bislang keine Option. Über die ersten Friedensgespräche hat mein Kollege Daniel Macher hier detaillierter berichtet.
Auch einer Verlängerung der Waffenruhe, die offiziell am 22. April fällt, hat die USA noch nicht formell zugestimmt. Dies sagte ein hochrangiger US-Beamter gegenüber CNN. «Die Vereinigten Staaten haben einer Verlängerung des Waffenstillstands noch nicht formell zugestimmt. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran zur Erzielung einer Einigung werden fortgesetzt», sagte der Beamte. Auch zur Waffenruhe gibt es hier noch weitere Details.
Wie bei solch verhärteten Fronten und sich im Kreis drehenden Parteien eine Einigung erzielt werden soll, gilt es noch herauszufinden.
Trump macht der Nato erneut Vorwürfe
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Donald Trump (79) und die Nato – wird das noch was? Aktuell habe ich da so meine Zweifel. Der US-Präsident hat sich in einem Interview mit dem konservativen Sender «Fox News» zur Nato geäussert. So viel vorweg: Die Aussagen sind nicht gerade positiv.
«Wir haben keinerlei Hilfe von der Nato bekommen», wetterte Trump. «Sie hätten sich besser verhalten sollen, aber die Nato war nicht für uns da.» Und wieder wirft der Republikaner die Frage auf, inwieweit sich die finanzielle und militärische Beteiligung der USA an dem Bündnis lohnt. «Warum geben wir so viel Geld für die Nato aus?», fragt er sich.
Der US-Präsident ist noch immer verärgert. Am Dienstag griff er die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni (49) verbal scharf an. In der vergangenen Woche blitzte Nato-Chef Mark Rutte (59) mit einem Besänftigungsversuch in Washington ab. Trumps Wut wird nicht so schnell verschwinden, das wird aus dem «Fox News»-Interview ebenfalls klar. «Zu jedem, der uns abgelehnt hat, haben wir keine Beziehungen mehr», stellt er klar.
Den Iran sieht Trump weiterhin am Ende. «Wir haben den Iran ordentlich fertiggemacht. Die werden niemals eine Atomwaffe haben. Die haben keine Marine, die haben keine Luftwaffe.» Er sehe «das Ganze» als so gut wie vorbei an.
USA schicken Tausende zusätzliche Truppen in den Nahen Osten
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Ist nun doch kein Frieden im Iran in Sicht? Die USA wollen in den kommenden Tagen Tausende weitere Soldaten in den Nahen Osten schicken. Darunter alleine 6000 Truppen an Bord des Flugzeugträgers USS George H. W. Bush. Das schreibt die «Washington Post». Weitere Schiffe mit zusätzlichen Truppen sollen den Flugzeugträger begleiten.
Gleichzeitig erwäge die Regierung von Präsident Donald Trump (79) die Möglichkeit weiterer Angriffe oder Bodenoperationen, falls die fragile Waffenruhe nicht halte, so US-Beamte gegenüber der Zeitung.
Gegen Ende des Monats sollen ausserdem weitere 4000 Soldaten in die Region geschickt werden. Unter diesen Truppen befinde sich eine Expeditionseinheit der US-Marines. Diese Spezialtruppe umfasst ein Infanteriebataillon mit über 800 Soldaten sowie Helikopter und Landungsboote. Die Truppen werden sich den schätzungsweise 50'000 Soldaten anschliessen, die laut Pentagon an Operationen gegen den Iran beteiligt sind.
Die Ankunft weiterer amerikanischer Kriegsschiffe wird den Druck auf die Islamische Republik voraussichtlich noch weiter erhöhen. Gegenüber der «Washington Post» erklärt Karoline Leavitt (28), Pressesprecherin des Weissen Hauses, Trump habe sich «klugerweise alle Optionen offengehalten, falls die Iraner ihre nuklearen Ambitionen nicht aufgeben und kein für die Vereinigten Staaten akzeptables Abkommen schliessen».
Iran nutzte chinesischen Satelliten zum Ausspionieren von US-Basen
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Bei einem Raketenangriff des Irans auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan in Saudi-Arabien wurden am 14. März fünf US-Tankflugzeuge zerstört. Die Attacke wurde im Nachhinein von US-Präsident Donald Trump bestätigt. Wie Recherchen der «Financial Times» jetzt zeigen, wurde der Iran bei diesem Angriff von chinesischer Technologie unterstützt.
Der Spionagesatellit TEE-01B machte vor und nach dem Raketenangriff detaillierte Aufnahmen des Luftwaffenstützpunktes. So konnte das iranische Militär seine Attacke deutlich präzisieren, heisst es im Bericht. Auch andere Militärbasen der USA in den Golfstaaten sollen durch den Satelliten ausspioniert worden sein, beispielsweise das Hauptquartier der fünften US-Flotte in Bahrain. Entwickelt wurde die Spionagetechnologie in China.
Der Satellit wurde laut der «Financial Times» bereits Ende 2024 von chinesischem Boden aus in den Orbit geschossen. Dort wurde er durch ein ausgeklügeltes Lieferverfahren an die Luft- und Raumfahrtstreitkräfte der iranischen Revolutionsgarden übergeben.
Satellitenbilder zeigen Wrackteile einer gesprengten US-Maschine
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Neue Satellitenbilder zeigen eine Maschine der US-Armee, die bei der Bergung der abgeschossenen Piloten zurückgelassen werden musste. Auf einem Bild von Airbus, das von CNN veröffentlicht wurde, sind auf einem abgelegenen Flugfeld in der iranischen Provinz Isfahan die ausgebrannten Wrackteile zu erkennen.
Bei der waghalsigen Operation zur Evakuierung eines abgeschossenen F-15E-Piloten sanken zwei MC-130J-Transportflugzeuge ein, so dass sie nicht mehr starten konnten. Um die sensible Technologie nicht dem Iran zu überlassen, sprengten die US-Kommandos ihre eigenen Flugzeuge vor Ort.
Ist der Krieg bald vorbei? 3 Gründe zur Hoffnung
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Darf man hoffen? In der Nacht hat es mehrere Anzeichen für eine Entspannung am Persischen Golf gegeben.
- Bei einem noch unveröffentlichten Interview mit Fox Business soll Trump auf die Frage, ob der Krieg denn vorbei sei, geantwortet haben: «Er ist vorbei.» Das sagte Moderatorin Maria Bartiromo, nachdem sie das Weisse Haus verlassen hatte. Das Interview wird am Mittwoch um 12 Uhr (Schweizer Zeit) ausgestrahlt.
- Wie Präsident Trump am Dienstag in einem Interview mit der «New York Post» erklärte, könnten bereits in den kommenden zwei Tagen entscheidende Friedensgespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden. Laut CNN könnte für die USA wieder Vize J. D. Vance teilnehmen. Zuerst sprach er von Europa als Verhandlungsort, dann favorisierte er doch wieder Pakistan, weil da die Leute «hervorragende Arbeit» leisteten.
- Trotz der massiven Spannungen verzeichnete die Strasse von Hormus eine überraschende Zunahme des Schiffsverkehrs. Laut dem «Wall Street Journal» haben in den vergangenen 24 Stunden über 20 Handelsschiffe die Meerenge durchquert. Das US-Zentralkommando, das die US-Streitkräfte im Nahen Osten befehligt, gab zudem bekannt, am Samstag mit der Minenräumung begonnen zu haben.
Nun kritisiert auch Vance den Papst
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Nach Trump poltert nun auch Vize J. D. Vance gegen Papst Leo XIV. Konkret stört ihn die Kritik aus Rom am Kriegsgeschehen. Der Papst hatte erklärt, dass Jünger Christi niemals auf der Seite derer stünden, «die einst das Schwert schwangen und heute Bomben abwerfen».
Vance hält dagegen: Es gebe sehr wohl Situationen, in denen militärisches Handeln gerechtfertigt sei – etwa bei der Befreiung Europas im Zweiten Weltkrieg oder der Rettung von Holocaust-Überlebenden. Das sagte er in einem Interview mit Turning Point USA in Georgia. Vance gab sich «frustriert» darüber, dass katholische Geistliche die US-Politik kritisierten.
Vance sagte aber auch, dass er es möge, wenn es Meinungsverschiedenheiten gebe. «Ich finde es gut, wenn der Papst sich zu Fragen der Einwanderung äussert, ich finde es gut, wenn der Papst über Abtreibung spricht, ich finde es gut, wenn der Papst über Krieg und Frieden spricht, weil ich denke, dass dies zumindest zu einem Gespräch anregt.»
Zuvor hatte sich Trump mit dem Papst angelegt. «Er liegt falsch», sagte er über die Friedenspredigt von Ostern. Wegen des Disputs zwischen den beiden Amerikanern hat nun auch Italiens Premierministerin Giorgia Meloni mit Trump gebrochen.
Lies hier den Artikel von meinem Kollegen Daniel Macher. Er schreibt, wie sich der Papst und Trump in die Haare gerieten.
USA berichtet über erfolgreiche Blockade
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Seit gut einem Tag blockieren die USA nun die Strasse von Hormus. Wie jedoch die BBC und andere Medien laufend berichten, passieren trotzdem immer mehr Schiffe die Meerenge. Stellt sich also langsam die Frage, was und wen denn die 10'000 Soldaten und die Kriegsschiffe, die vor Ort im Einsatz sind, genau blockieren.
Das US-Militär erklärte, dass die Blockade für alle Schiffe, die iranische Häfen und Küstengebiete ansteuerten oder verliessen, gelte – ungeachtet der Nationalität. Ausgenommen seien lediglich humanitäre Lieferungen wie Lebensmittel und medizinische Güter. Diese würden aber vorgängig geprüft.
Am Dienstagabend teilt das US-Zentralkommando hingegen mit: «In den ersten 24 Stunden kam kein Schiff durch die US-Blockade hindurch, und 6 Handelsschiffe folgten der Anweisung der US-Streitkräfte, umzukehren und wieder in einen iranischen Hafen am Golf von Oman einzulaufen.»
Wie in einem früheren Tickereintrag bereits beschrieben ist, konnte MarineTraffic sehr wohl belegen, dass auch die Schiffe, die durchgelassen wurden, iranische Häfen angelaufen hatten.
Auch Analysen des Tech-Unternehmens Kpler, das Echtzeit‑Daten und Analysen für globale Handels‑ und Rohstoffmärkte anbietet, widerspricht dieser Aussage. Den Analysten zufolge haben zwei aus iranischen Häfen kommende Schiffe die Meerenge passiert. Der Frachter «Christianna» soll unter liberianischer Flagge gefahren sein und der Methanol-Tanker «Elpis» unter der Flagge der Komoren..
Saudi-Arabien drängt die USA zur Aufhebung ihrer Hormus-Blockade
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die US-Blockade der Strasse von Hormus läuft nun schon seit über 24 Stunden. Bereits am Montag hatten wichtige Nato-Verbündete der USA verkündet, die Vereinigten Staaten nicht bei der Abriegelung zu unterstützen. Jetzt kriegt Präsident Donald Trump (79) auch von einem Golfstaat Gegenwind zu spüren.
Wie das «Wall Street Journal» berichtet, drängt Saudi-Arabien die USA dazu, die Blockade der Strasse von Hormus abzubrechen und die Verhandlungen mit dem Iran wieder aufzunehmen. Die Saudis befürchten, Trumps Massnahme könnte den Iran dazu provozieren, andere wichtige Schifffahrtsrouten in der Region ins Visier zu nehmen.
Gemeint ist damit laut dem «Wall Street Journal» insbesondere die Meerenge Bab al-Mandab zwischen Eritrea, Dschibuti und dem Jemen. Dieser Engpass ist momentan eine essenzielle Route für die Ölexporte Saudi-Arabiens. Das Königreich konnte seine Exporte zuletzt wieder auf das Vorkriegsniveau steigern, indem es sein Rohöl durch die Wüste zum Roten Meer und danach durch die Meerenge Bab al-Mandab transportierte. So kann Saudi-Arabien die Blockade der Strasse von Hormus umgehen, heisst es im Artikel.
Sollte sich der Iran von der US-Blockade allerdings stark provoziert fühlen, könnte die Islamische Republik ihre Verbündeten im Jemen damit beauftragen, Schiffe in der Meerenge anzugreifen. Die jemenitischen Huthi-Rebellen sind Teil der iranischen «Achse des Widerstandes». Bereits in der Vergangenheit haben die Huthis Schiffe in der Meerenge beschossen. Saudi-Arabien möchte dies um jeden Preis verhindern.
Trump über Meloni: «Bin von ihr schockiert»
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Noch vor einem Jahr schienen sich der US-Präsident Donald Trump (79) und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) gut zu verstehen. Beide positionieren sich gegen die «woke» Bewegung und gegen «globalistische Eliten».
Nun scheint sich der Wind gedreht zu haben. So lässt es sich anhand eines Interviews, das Donald Trump mit der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» geführt hat, vermuten. Darin lässt er nämlich kein gutes Haar an Meloni und sagt er sei von ihr «schockiert» und meint damit die fehlende Unterstützung Italiens im Iran-Krieg.
Trump kritisierte auch ihre Haltung zur Nato und zur Energiepolitik scharf. «Die Italiener mögen es, dass ihre Präsidentin uns beim Erdöl nicht hilft? Das kann ich mir nicht vorstellen», sagte Trump.
Er sei enttäuscht von Meloni, die seiner Meinung nach keinen Mut zeige. Trump wirft Meloni weiter vor, dass Italien sich nicht aktiv an der Sicherung strategischer Ressourcen beteilige, obwohl es auf amerikanischen Schutz angewiesen sei.
Dass Meloni seine Äusserungen, die er jüngst über den Papst machte, als «inakzeptabel» kritisierte, lässt er ebenfalls nicht auf sich sitzen. «Sie ist inakzeptabel, denn es kümmert sie nicht, ob Iran eine Nuklearwaffe besitzt, die Italien in zwei Minuten zerstören könnte.»
Mit Meloni selber habe er noch nicht über all diese Themen gesprochen. Überhaupt habe es bereits länger keinen Kontakt mehr zwischen ihnen gegeben, so Trump. Der Grund sind politische Differenzen im Iran-Krieg. «Sie will uns nicht helfen, die nukleare Bedrohung zu beseitigen. Sie ist nicht mehr die Person, die ich dachte», sagt er.
Eine Reaktion der italienischen Ministerpräsidentin, die er früher noch als «fantastische Frau» bezeichnete, blieb bisher aus.