Pentagon-Mail enthüllt
Spanien soll von Nato ausgeschlossen werden

Wer den USA im Krieg gegen den Iran ungenügende Unterstützung zukommen lässt, soll bestraft werden. Gemäss eines Beamten könnte auch ein Ausschluss aus der Nato die Folge sein. Zum Beispiel für Spanien.
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In einem internen E-Mail des Pentagons sollen Optionen zur Bestrafung von Ländern, die die USA im Krieg gegen den Iran zu wenig unterstützen, diskutiert werden.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Pentagon erwägt, Nato-Länder für mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg zu bestrafen
  • Interne Liste teilt Staaten in «gut» und «böse» ein
  • USA diskutiert Nato-Ausschluss für Spanien
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In einer internen E-Mail des Pentagon soll es darum gehen, wie die USA Nato-Verbündete bestrafen könnte. Bestraft werden sollen die Länder, die die USA im Krieg gegen den Iran nicht genügend unterstützen. Zumindest aus deren Sicht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

«Schwierige» Länder, wie es heisst, sollen zum Beispiel von wichtigen Positionen in der Nato ausgeschlossen werden. Dazu könnte auch der Ausschluss Spaniens aus der Nato gehören, erklärte ein Beamter gegenüber Reuters. Dass die USA solche Entscheide nicht allein fällen können, scheint hier keine Rolle zu spielen. 

Spanischer Ministerpräsident macht sich «keine Sorgen»

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) gibt sich am Freitag beim EU-Gipfel auf Zypern wenig beeindruckt von den Neuigkeiten. «Spanien ist ein verlässliches Mitglied der Nato, das all seine Verpflichtungen erfüllt», sagte er. »Ich mache mir da gar keine Sorgen», fügte er an. Drohungen von US-Seite sind nichts neues. Weil sich Madrid weigerte, dem US-Militär die Nutzung von Militärstandorten für ihre Angriffe zu nutzen, drohte Trump bereits damit «den gesamten Handel» zwischen den Ländern einzuschränken.

Auf einer Pressekonferenz in Berlin äusserte sich auch ein Sprecher der deutschen Bundesregierung zu dem Mail-Inhalt. Er erklärte, dass eine Mitgliedschaft Spaniens bei det Nato ausser Frage stehe.

Gesperrte Militärbasen und Blockade von Lufträumen

Spanien ist nicht das einzige Land, das Trump wütend zu machen scheint. Ebenfalls stehe «die Überprüfung der US-Position zu Grossbritanniens Anspruch auf die Falklandinseln» im Fokus. Grossbritannien antwortete darauf, dass die Falklandinseln britisches Territorium sind. «Die Souveränität liegt beim Vereinigten Königreich, und das Recht der Insel auf Selbstbestimmung hat oberste Priorität», so Premierminister Keir Starmer. Dies habe man den USA über Jahre immer wieder klar gemacht.

US-Präsident Donald Trump (79) kritisierte das Nato-Bündnis bereits mehr als nur einmal. Anfang April sagte er: «Die Nato war nicht da, als wir sie gebraucht haben – und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen. Denkt an Grönland, dieses grosse, schlecht geführte Stück Eis!»

Die fehlende Unterstützung zeige sich darin, dass Länder wie Spanien, Italien und Frankreich Lufträume blockieren, Militärbasen sperren oder die USA diese nur eingeschränkt nutzen lassen würden.

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Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ...

Gemäss einem Bericht von «Politico» gibt es sogar eine interne «Brav-oder-unartig»-Liste. Trump teile auf dieser Liste die Staaten in «gut» oder eben «böse» ein. Wer hier auf der falschen Seite landet, müsse mit Konsequenzen rechnen, sagte US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) bereits im Dezember 2025, als er das Konzept von «Musterschülern» und «Sündern» innerhalb der Nato erstmals aufzeigte.

Mögliche Folgen für die «bösen» Staaten könnten ein Truppenabzug sein. Jedoch sei dieses Vorhaben noch nicht konkret. «Sie scheinen keine besonders konkreten Vorstellungen zu haben, wenn es darum geht, unzuverlässige Verbündete zu bestrafen.»

Auf der «Pro»-Seite stünden aktuell Polen und Rumänien. Polen übernimmt einen Grossteil der Kosten für die rund 10'000 stationierten US-Soldaten, Rumänien hat seine Luftwaffenbasis Mihail Kogălniceanu für zusätzliche Truppen ausgebaut.

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