OP-Gerät über Jahre falsch gereinigt
40 Patienten nach Hygiene-Skandal in kanadischer Klinik HIV-gefährdet

Schock im «Hôpital de l'Enfant-Jésus» in Quebec: 40 Patienten könnten sich seit 2017 durch ein unzureichend gereinigtes OP-Gerät mit HIV oder Hepatitis infiziert haben. Bluttests sollen nun Klarheit bringen.
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Der Skandal ereignete sich im kanadischen Spital L'Hôpital Enfant-Jésus.
Foto: Screenshot Wikipedia / Gabriel Picard

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Hygiene-Skandal trifft das Hôpital de l'Enfant-Jésus in Quebec City
  • Ein falsch desinfizierter OP-Schraubendreher gefährdet bis zu 40 Patienten
  • Die Klinik ruft alle Betroffenen zu HIV- und Hepatitis-Tests auf
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Ein Hygiene-Skandal erschüttert das «Hôpital de l'Enfant-Jésus» in Quebec City. Bis zu 40 Patienten, die seit 2017 mit einem speziellen chirurgischen Gerät operiert wurden, könnten mit HIV- oder Hepatitis-Viren infiziert worden sein. Der Grund: Ein OP-Schraubendreher wurde vor den Eingriffen nicht korrekt desinfiziert, wie die Klinik mitteilte. Dies berichtete zuerst die frankokanadische Nachrichtenseite Le Journal de Montreal.

Laut Jean-Thomas Grantham, Sprecher der Universitätsklinik mit ihren 525 Betten, hätte der Griff des Instruments vor der Reinigung komplett zerlegt werden müssen. Doch das medizinische Personal sei «nicht über das korrekte Vorgehen informiert worden», erklärte er.

«Es beunruhigt mich»

Das Ergebnis: ein erhöhtes Infektionsrisiko für Dutzende Patienten. Eine der Betroffenen, eine Frau über 60, die 2024 operiert wurde, zeigt sich schockiert: «Ich war völlig überrascht. Sie können sich das gar nicht vorstellen.» Dass sie erst jetzt über die potenzielle Gefahr informiert wurde, sorgt bei ihr für Wut und Verunsicherung. «Wenn man dem Spital nicht vertrauen kann, was soll man dann noch tun?»

Die Klinik hat inzwischen alle betroffenen Patienten kontaktiert und zu Tests auf HIV und Hepatitis aufgerufen. Die Frau hat sich bereits testen lassen, doch die Wartezeit auf die Ergebnisse macht ihr schwer zu schaffen. «Ich habe keine Symptome, aber ich mache mir trotzdem Sorgen», sagt sie.

Die Klinik betont, das Risiko sei gering, die Tests seien eine «Vorsichtsmassnahme». Doch für die Patientin bleibt die Angst: «Selbst wenn Sie mir sagen, dass es nur ein Fall unter 100'000 ist, beunruhigt mich das.»

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