Obligatorische Altersprüfung
Spanien will Social Media für Kinder unter 16 sperren

Nach Australien verbietet nun auch Spanien unter 16-Jährigen den Zugang zu Sozialen Netzwerken. Premierminister Pedro Sánchez will damit Kinder vor dem «digitalen Wilden Westen» schützen.
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Spanien will soziale Medien für Jugendliche unter 16 Jahren verbieten.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Spanien plant Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige, angekündigt in Dubai
  • Elon Musk beleidigt Pedro Sánchez scharf mit Post und Emoji
  • Australien, Grossbritannien und Dänemark setzen ähnliche Altersgrenzen um
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Nach dem Vorbild Australiens will auch Spanien ein Verbot sozialer Medien für alle unter 16 Jahren. «Spanien lässt nun seinen Worten Taten folgen», sagte Regierungschef Pedro Sánchez (58) beim Weltregierungsgipfel in Dubai, wie die Regierungspressestelle in Madrid mitteilte. 

Dazu gehöre ein Verbot des Zugangs für Minderjährige unter 16 Jahren zu sozialen Medien, die Beendigung der Straflosigkeit für Manager sozialer Plattformen, die Löschungsanordnungen nicht Folge leisteten, und die Schaffung eines Systems zur Rückverfolgbarkeit von Hass-Kommentaren. Wie das erreicht werden soll, liess Sánchez zunächst offen.

Musk: «Der dreckige Sánchez ist ein Tyrann»

Der Eigentümer der Plattform X, die früher Twitter hiess, Elon Musk (54), beleidigte den Regierungschef daraufhin grob. In einem X-Post schrieb er wörtlich: «Dirty Sánchez is a tyrant and traitor to the people of Spain.» («Der dreckige Sánchez ist ein Tyrann und ein Verräter des spanischen Volkes.») 

Dahinter setzte er einen Kackhaufen-Emoji. In den Post fügte er Auszüge aus der Rede von Sánchez in Dubai ein, in denen es unter anderem um die beabsichtigte strafrechtliche Verfolgung von Managern im Falle von Rechtsverstössen auf ihren Plattformen ging.

Sánchez: «Null-Toleranz-Politik»

Sánchez verglich soziale Medien mit einem «gescheiterten Staat, in dem Gesetze missachtet und Verbrechen toleriert» würden. Im spanischen Parlament gibt es bereits eine entsprechende Initiative der Minderheitsregierung von Sánchez zur Altersbeschränkung, die grundsätzlich auch von der grössten Oppositionspartei, der konservativen Volkspartei PP, unterstützt wird. Allerdings sind viele Detailfragen noch ungeklärt.

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Sollten die geplanten Massnahmen die Gewinnaussichten grosser US-Techkonzerne gefährden und ihren Verantwortlichen auch strafrechtliche Konsequenzen drohen, könnte sich Spanien den Zorn auch von US-Präsident Donald Trump (79) zuziehen. Sánchez betonte, es werde eine «Null-Toleranz-Politik» gegenüber jeder Form äusseren Zwangs geben.

Australien, Grossbritannien und Dänemark

In Australien dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit kurzem keine eigenen Social-Media-Konten mehr auf vielen grossen Plattformen haben. In Grossbritannien stimmte das Oberhaus in der vergangenen Woche ebenfalls für ein Social-Media-Verbot bis 16 Jahre, das jetzt noch durch das Unterhaus muss. 

In Dänemark verständigte sich die Regierung mit der Opposition darauf, eine nationale Altersgrenze von 15 Jahren für den Zugang zu bestimmten sozialen Medien einzuführen. Auch in Deutschland wird darüber diskutiert.

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