Darum gehts
- Air Canada Express-Flugzeug kollidiert in New York mit Feuerwehrauto, zwei Tote
- Pilot und Co-Pilot sterben, 41 Passagiere ins Spital gebracht
- Flughafen LaGuardia war vorübergehend geschlossen
Mit grosser Geschwindigkeit rauscht das Flugzeug heran. Dann kracht es mitten auf der Piste in ein Feuerwehrauto. Das Löschfahrzeug hebt kurz vom Boden ab. Den Lichtern nach zu urteilen, wird es mit grosser Wucht weggeschleudert. Die Szene ist auf einen abgefilmten Video der Überwachungskamera zu sehen.
Passiert ist es in New York: Eine Maschine von Air Canada Express ist am Montag bei der Landung auf dem Flughafen LaGuardia in New York verunfallt.
Das sind die Opfer
Pilot Antoine F.* (†30) und sein Co-Pilot Mackenzie G.* überlebten den Crash nicht.
Der verstorbene Pilot F. war seit 2022 in der Luftfahrt tätig. In einer offiziellen Stellungnahme äusserte Air Canada tiefe Bestürzung «über den Verlust zweier Mitarbeiter».
F. liebte das Fliegen über alles. «Mit 16 Jahren flog er zum ersten Mal ein Flugzeug», erzählte seine Grosstante gegenüber «Toronto Star». «Es ist ein sehr schlimmer Tag für mich.»
Co-Pilot schloss 2023 Studium ab
Mackenzie G. war der Erste Offizier an F.s Seite. Er schloss 2023 den Bachelor-Studiengang «Aviation Technology» am Seneca Polytechnic in Kanada ab, wie die Hochschule in einer Erklärung nach der Tragödie mitteilte.
«Seneca spricht Herrn G.s Familie und Freunden sowie seinen ehemaligen Kollegen und Professoren sein tiefstes Beileid aus. Wir werden ihn sehr vermissen.»
Passagier adelt Piloten
Passagiere schilderten gegenüber kanadischen Medien, dass die Piloten wohl noch alles versucht haben, um die Katastrophe abzuwenden. «Sie haben extrem stark gebremst», sagt Clément L.*, der sich an Bord der Maschine befand.
Er schreibt den Piloten zu, weitere Todesfälle verhindert zu haben. «Ich kenne die Umstände nicht, aber ich glaube, er hat uns quasi das Leben gerettet, denn er muss unglaubliche Reflexe gehabt haben.»
Flugbegleiterin aus Flugzeug geschleudert
Eine Flugbegleiterin namens Solange T.* soll laut dem kanadischen TV-Sender TVA mitsamt ihrem Notsitz angeschnallt 100 Meter weit aus dem Flugzeug geschleudert worden sein. Sie erlitt demnach mehrere Knochenbrüche und schwebt wie durch ein Wunder nicht in Lebensgefahr.
T. hatte vor dem Crash angeschnallt hinter den Piloten gesessen. «Es ist ein Wunder», sagte ihre Tochter in der Sendung TVA Nouvelles. «Beim Aufprall wurde ihr Sitz über hundert Meter weit aus dem Flugzeug geschleudert. Man fand sie, und sie war noch immer angeschnallt. Sie hatte einen Schutzengel. Es hätte viel schlimmer kommen können.»
«Truck eins anhalten!»
Bilder aus den sozialen Medien zeigen neben dem Moment des Aufpralls auch das beschädigte Flugzeug. Die Front des Flugzeugs wurde völlig zerstört. Die Flugzeugnase ragt schräg in die Luft.
Der zuständige Fluglotse versuchte offenbar noch, das Feuerwehrauto zum Anhalten zu bewegen. Ein Mitschnitt des Funkverkehrs zeigt hektische Szenen. «Truck eins anhalten, Truck eins anhalten», warnt der Mann. Später tauscht er sich mit einem Kollegen über den Crash aus. «Wir hatten vorhin einen Notfall und ich habe es vermasselt», so der Lotse. «Das war nicht schön anzusehen.» Angeblich war das betroffene Fahrzeug auf dem Weg zu einem anderen Notfall. Nach der Kollision teilt der Lotse der Cockpit-Crew umgehend mit, dass Rettungsfahrzeuge auf die Piste geschickt werden.
Sicherheitskräfte unter den Verletzten
Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat vorübergehend alle Landungen und Starts am Flughafen LaGuardia eingestellt.
Das Flugzeug – eine Bombardier CRJ-900 – bietet Platz für 76 Passagiere. Der Zustand der Passagiere und der der vier Crewmitglieder wird derzeit untersucht.
* Namen bekannt