Hin und her: Kommt es bereits in 36 Stunden zum Showdown?
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es ist ein Ping-Pong-Spiel, das so manchen verwirren dürfte. Während US-Präsident Donald Trump (79) am Dienstagabend Schweizer Zeit die Feuerpause im Iran einseitig verlängert hat, hat Teheran seine Gesprächsbereitschaft mit dem Iran auf Eis gelegt.
Einen Tag später kündigt der Republikaner nun gegenüber der «New York Post» an, dass bereits am Freitag wieder Gespräche zwischen Teheran und Washington stattfinden könnten.
Quellen in Pakistan – genauer aus Islamabad – berichten ebenfalls von positiven Vermittlungsbemühungen seitens Teheran. Demnach könnte es innerhalb der nächsten «36 bis 72 Stunden» zu weiteren Friedensgesprächen kommen. Auf eine entsprechende Nachfrage erklärte Trump: «Es ist möglich!»
Die vorsichtig optimistische Entwicklung folgt auf eine Entscheidung des US-Präsidenten vom Dienstag, die bestehende Waffenruhe mit dem Iran zu verlängern. Hintergrund ist, dass die politisch gespaltene Führung in Teheran zunächst «einen einheitlichen Plan» vorlegen soll, wie Trump auf «Truth Social» schrieb.
Seit dem Post setzt Islamabad laut einer pakistanischen Quelle seine diplomatischen Kontakte mit Teheran fort und versucht mit Hochdruck, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen. Der genannte Zeitraum für mögliche Fortschritte basiere auf einer Einschätzung dieser laufenden Bemühungen.
«Der Waffenstillstand hält trotz verschärfter Rhetorik an, was auf positive Absichten auf beiden Seiten hindeutet», erklärte die Quelle weiter. «Keine militärische Eskalation von beiden Seiten.»
In diesem Artikel legt meine Kollegin Chiara Schlenz dar, warum die Anzeichen derzeit dennoch eher auf Eskalation stehen. Das Misstrauen zwischen beiden Seiten ist gross.
Iran will zwei Containerschiffe beschlagnahmt haben
Von Alexander Terwey, Stv. Teamlead Newsdesk
Das Marinekommando der Islamischen Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben zwei Containerschiffe in der Strasse von Hormus beschlagnahmt. Es handelt sich gemäss einer Mitteilung auf Telegram um die beiden Frachter MSC Francesca und Epaminondas. «Die Störung von Ordnung und Sicherheit in der Strasse von Hormuz ist unsere rote Linie», heisst es in der Mitteilung weiter, aus der etwa «Turkiye Today» zitiert.
In einer von der Nachrichtenagentur Tasnim und dem War Message Center veröffentlichten Erklärung hiess es, die Schiffe hätten die maritime Sicherheit gefährdet. Sie hätten demnach «ohne die erforderlichen Genehmigungen operiert und Navigationssysteme manipuliert». Beide Frachter seien von der Marine beschlagnahmt und zur iranischen Küste eskortiert worden.
Diese Erklärungen stehen im Widerspruch zu früheren Berichten. Gemäss diesen wurde ohne Vorwarnung das Feuer auf mehrere Containerschiffe veröffentlicht. Offiziell bestätigt sind die Angaben der Islamischen Revolutionsgarde bislang noch nicht.
Iran attackiert Containerschiffe
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Dass der Iran die Erweiterung der Waffenruhe nicht anerkennen will, scheint deutlich zu werden. Wie das britische Militär mitteilt, haben die iranischen Revolutionsgarden am Mittwochmorgen auf ein Containerschiff in der Strasse von Hormus geschossen. Dieses wurde stark beschädigt
Berichten zufolge habe das iranische Schiff das Feuer ohne Vorwarnung eröffnet. Zu dem Vorfall geäussert hat sich der Iran noch nicht. Verletzt wurde niemand, wie es heisst.
Einige Zeit später meldet die britische Marinebehörde eine zweite Attacke auf ein weiteres Containerschiff. Schäden seien diesmal keine gemeldet worden, heisst es weiter.
Iran hat nicht um Verlängerung gebeten
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Der Waffenstillstand im Iran wird verlängert und der Iran werde diesen nicht anerkennen, wie bereits berichtet wurde. Das Regime stellt auch klar, dass Teheran keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten habe, berichtet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Eine offizielle Stellungnahme des Iran soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen, heisst es.
Donald Trump schrieb jüngst auf Truth Social, dass der Iran die Strasse von Hormus öffnen wolle, da sie 500 Millionen Dollar täglich verlieren würden. «Der Iran kollabiert finanziell», schreibt er.
Trump, der die Strasse ebenfalls blockieren lässt, schreibt aber auch, dass er die Blockade nicht einfach so aufheben könne. Wenn die USA dies tue, werde es niemals einen Deal mit dem Iran geben, «ausser wir jagen den Rest ihres Landes in die Luft, einschliesslich ihrer Führer», schreibt Trump.
Europäische Militärstrategen planen Wiedereröffnung der Strasse von Hormus
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Am Mittwoch und Donnerstag treffen sich In London Militärplaner aus über 30 Staaten, um die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus vorzubereiten, die seit fast zwei Monaten weitgehend blockiert ist. Bei der Konferenz geht es um konkrete militärische Planungen, darunter Einsatzmöglichkeiten, Koordination und Führungsstrukturen für eine internationale Mission. Grossbritannien und Frankreich treiben den Aufbau einer Koalition voran, die die Schifffahrt sichern soll.
Die Umsetzung der Pläne ist jedoch an Bedingungen geknüpft – insbesondere an einen stabilen Waffenstillstand. Ziel ist es, den freien Durchgang durch eine defensive multinationale Mission wiederherzustellen und die Energieversorgung zu stabilisieren.
Am vergangenen Freitag veranstalteten der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron einen virtuellen internationalen Gipfel, an dem 51 Länder teilnahmen. Sie bekräftigten ihre Absicht, «eine unabhängige und rein defensive multinationale Mission» einzurichten.
Die Strasse von Hormus kann wegen Minengefahr und Blockaden zurzeit nicht befahren werden. Eine Minenräumung ist alles andere als einfach. Wie sie funktioniert, schreibt mein Kollege Marian Nadler hier.
Iran anerkennt Waffenruhe nicht
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Iranische Staatsmedien berichten, dass «der Iran die Verlängerung des Waffenstillstands nicht anerkennt» und das Land diese je nach nationalem Interesse «beachten oder auch nicht beachten» werde. Der stellvertretende Militärchef der Nujaba-Miliz, Abdul Qader al-Karbalai, wendet sich an US-Präsident Donald Trump und sagt: «Dieser Kampf unterscheidet sich von früheren», und fügt hinzu, dass der Iran «die Entwicklungen mit dem Finger am Abzug beobachtet».
Ein Berater des iranischen Parlamentssprechers Mohammad Bagher Ghalibaf sagte, eine Waffenstillstandverlängerung von US-Präsident Trump sei «gewiss ein Trick, um Zeit für einen Überraschungsangriff zu gewinnen». Und er fügte hinzu: «Die Zeit für Iran, Initiative zu ergreifen, ist gekommen.»
Trump setzt US-Blockade fort und verlängert Feuerpause
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Wird die Feuerpause verlängert oder nicht? Diese Frage beschäftigte in den letzten Stunden die internationale Öffentlichkeit. Nun hat US-Präsident Donald Trump auf Truth Social angekündigt: Er wird die Feuerpause verlängern – dies, weil sich die iranische Regierung uneins sei. Folgendes Statement setzte Trump auf seiner Plattform Truth Social ab:
«Angesichts der Tatsache, dass die iranische Regierung – was nicht unerwartet kommt – ernsthaft gespalten ist, und auf Ersuchen von Feldmarschall Asim Munir sowie des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif wurden wir gebeten, unseren Angriff auf den Iran so lange auszusetzen, bis deren Führer und Vertreter einen einheitlichen Vorschlag vorlegen können. Ich habe daher unser Militär angewiesen, die Blockade fortzusetzen und in jeder anderen Hinsicht bereit und einsatzfähig zu bleiben, und werde daher den Waffenstillstand so lange verlängern, bis ihr Vorschlag vorgelegt und die Gespräche auf die eine oder andere Weise abgeschlossen sind.»
Auffällig: Noch am Dienstag hatte Trump bekräftigt, die Waffenruhe nicht verlängern zu wollen. Der Iran sagte am Abend schliesslich seine Teilnahme am Islamabad-Gipfel ab. Kurz danach entschied sich der US-Präsident für die Verlängerung.
USA und Iran streichen Reisepläne
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Anzeichen stehen auf Eskalation! Am Dienstag kommen die Verhandlungen um einen Friedensdeal zwischen den USA und dem Iran ins Stocken. US-Vize J. D. Vance legte seine Reisepläne auf Eis – sein Chef US-Präsident Trump drohte dem Iran mit weiteren Luftangriffen.
Der Iran seinerseits kündigte an, nicht an den Gesprächen in Pakistan teilnehmen zu wollen. Dieser Entscheid sei «endgültig», zitieren iranische Staatsmedien das Regime. Zuvor gab es bereits Gerüchte über eine Absage. Diese scheint nun definitiv.
Gleichzeitig schoss ein ranghoher Vertreter der iranischen Revolutionsgarden auch gegen Staaten, die im Falle einer Wiederaufnahme der Kämpfe mit den USA kooperieren würden. General Majid Mousavi, Luft- und Raumfahrtchef der Revolutionsgarden, hat eindringlich vor einer weiteren militärischen Eskalation gewarnt. In seinen Ausführungen erklärte er, es wäre ein Fehler, weitere «Aggressionen» gegen den Iran durchzuführen.
Besonders scharf fiel seine Warnung an die Nachbarstaaten am Persischen Golf aus. Mousavi machte deutlich, dass Länder, die den USA militärische Unterstützung gewähren, mit schweren Konsequenzen rechnen müssten. «Wenn südliche Nachbarn dem Feind erlauben, ihre Einrichtungen zu nutzen, um Iran anzugreifen, sollten sie sich von der Ölproduktion im Nahen Osten verabschieden», sagte er.
Die Aussagen richten sich indirekt gegen mehrere Staaten in der Region, in denen die Vereinigten Staaten Militärstützpunkte unterhalten oder Truppen stationiert haben. Dazu zählen unter anderem Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Bahrain. Diese strategische Präsenz der USA ist seit Jahren ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur am Golf.
Mousavis Drohungen treffen einen besonders sensiblen Punkt: Die Öl- und Gasförderung in der Region ist für die weltweite Energieversorgung von entscheidender Bedeutung. Bereits kleinere Störungen könnten spürbare Auswirkungen auf die globalen Märkte haben. Seit Kriegsausbruch spielen beispielsweise die Kerosin-Preise verrückt. Erste Airlines haben nun Massnahmen ergriffen, wie meine Kollegin Nathalie Benn erklärt.
Verwirrung um Waffenruhe-Ende – platzen die Verhandlungen?
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Stunden schwinden und die Welt wartet darauf, was nach Ablauf der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran passiert. Während die Verhandlungsparteien sich unsicher sind, überhaupt zu gemeinsamen Gesprächen zusammenzukommen (Tickereintrag von 17.38 Uhr). Gegenüber CNN bestätigten mehrere Quellen, dass Vance' Reisepläne vorerst auf Eis gelegt sind.
Nun herrscht zusätzliche Uneinigkeit über das Ende der Feuerpause.
Das iranische Staatsfernsehen verkündete am Dienstagabend, die Waffenruhe würde bereits in der Nacht auf Mittwoch (3.30 Uhr Teheraner Zeit) enden.
Die am 8. April in Kraft getretene Waffenruhe sollte theoretisch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Iran enden. US-Präsident Donald Trump äusserte am Montag jedoch Zweifel daran und erklärte, die Feuerpause ende einen Tag später – am Mittwochabend Washingtoner Zeit. Vermittler Pakistan hat mitgeteilt, dass der Waffenstillstand am 22. April um 4.50 Uhr Ortszeit (01.50 Uhr Schweizer Zeit) endet.
Auf beiden Seiten herrscht nun völlige Unsicherheit, ob es zu Verhandlungen kommt und wenn ja, in welchem Rahmen. Trump hatte zuvor angekündigt, die Feuerpause nicht verlängern zu wollen.
«Diese ständigen Kehrtwenden und Androhungen von Kriegsverbrechen!»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Zeit läuft. Am Mittwoch läuft die US-iranische Waffenruhe aus. Die Aussichten auf einen Deal sind jedoch getrübt. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Feuerpause nicht verlängern zu wollen. Derweil überlegen sich die Iraner gar nicht erst nach Pakistan zu reisen.
Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmail Baghaei, hat gegenüber der BBC erklärt, dass die andauernde US-Seeblockade sowie die Drohungen Trumps keine gute Verhandlungsbasis bieten.
«Wir sind mit gutem Willen und Ernsthaftigkeit in diese Verhandlungen gegangen, aber wir haben es hier mit einer Verhandlungspartnerin zu tun, die ihren Mangel an Ernsthaftigkeit und guten Willen unter Beweis gestellt hat. Sie ändert ständig ihre Position, diese Kehrtwenden, diese Androhungen von Kriegsverbrechen», so Baghaei. All dies würde Fortschritt belasten.
US-Vizepräsident J. D., der eigentlich nach Pakistan reisen sollte, ist derweil im Weissen Haus angekommen. Es sei unklar, ob und wann Vance abreisen wird. Ein US-Vertreter sagte gegenüber Fox News, in Washington fänden weitere politische Treffen statt, an denen der Vizepräsident teilnehmen werde. Vance gilt als Anführer der amerikanischen Verhandlungsdelegation. Er reiste bereits vor einigen Tagen nach Islamabad, um Gespräche zu führen. Diese endeten jedoch abrupt.