Ex-Aussenminister erliegt Verletzungen
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Vor einer Woche wurde berichtet, dass der iranische Aussenminister Kamal Kharazi (81) in ein Spital gebracht werden musste. Bei einem Angriff auf sein Haus, sei seine Frau ums Leben gekommen und er wurde schwer verletzt.
Wie die iranischen Behörden nun melden, ist der ehemalige Aussenminster Irans seinen schweren Verletzungen erlegen und gestorben. Er war zuletzt als Berater für den getöteten Diktator Ali Chamenei (†86) tätig. Nach dessen Ableben setzte er seine Beratertätigkeiten auch für seinen Sohn, Modschtaba Chamenei (56), fort.
Mit Kharazi wir die Liste der «Märtyrer» die im Zuge des Krieges im Iran getötet wurden, erneut länger. Mitte März wurde bereits der Tod von Ex-Sicherheitschef Ali Laridschani (†67) und das Ableben von Gholamreza Soleimani (†62), dem Kommandanten der Basij-Milizen, vermeldet.
Auswirkungen respektive eine Schwächung des Regimes ist aber auch trotz der vielen vermeldeten «Märtyrertode», wie die Mullahs sie nennt, nicht zu spüren. Anfang März hat mein Kollege Mattia Jutzeler über das Regierungsmodell der Mullahs geschrieben.
Laut Bidens Ex-Berater ist Netanyahu die treibende Kraft
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Joe Bidens (83) ehemaliger Sicherheitsberater Jake Sullivan (49) kritisiert Benjamin Netanyahu (76) scharf. In einem Interview auf ORF sieht er den israelischen Ministerpräsidenten als treibende Kraft hinter dem Iran-Krieg. Laut Sullivan drängt Netanyahu US-Präsidenten bereits seit Jahren systematisch dazu, einen Krieg gegen den Iran zu führen. Donald Trump habe schliesslich in der riskanten Überzeugung gehandelt, militärisch ohne Konsequenzen intervenieren zu können.
Meine Kollegin Janine Enderli beschreibt hier, wie sich die beiden abgesprochen haben.
Sullivan begrüsst den angedachten Waffenstillstand, kritisiert aber Israels weiteren Angriffe auf den Libanon als «strategisch nicht konstruktiv». Für künftige Verhandlungen sieht er zwei Prioritäten: die dauerhafte Sicherung der Strasse von Hormus für den Welthandel und ein striktes Abkommen gegen die iranische Atombewaffnung.
Sullivan fordert ein stärkeres Engagement der Europäer. Diese müssten nun diplomatisch mit einer Stimme sprechen, um die internationale Schifffahrt zu schützen. Er hatte aber auch volles Verständnis dafür, dass man Verbündete nicht erst dann um Hilfe bitten kann, wenn ein Krieg ohne Absprache bereits ausser Kontrolle geraten sei.
Netanyahu benutzt den Krieg nicht nur zur Vernichtung des Feindes. Er packt die Gelegenheit auch, um sein eigenes Land nach seinen Wünschen umzubauen. Lies dazu die Analyse von meinem Kollegen Samuel Schumacher.
«Wir haben die Welt verblüfft»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Über seinen aktuellen Gesundheitszustand wissen wir wenig, aber der neue Ober-Mullah sorgt regelmässig mit ihm zugeschriebenen Erklärungen für Aufsehen.
Auch am Donnerstagabend wurde im iranischen Staatsfernsehen eine Erklärung verlesen, die von Modschtaba Chamenei stammen soll. Darin hat er sein Land als Gewinner der Kämpfe mit den Vereinigten Staaten und Israel dargestellt.
«Der Iran hat die Welt verblüfft», heisst es in dem Statement. Weiter schwor Chamenei Vergeltung für den Tod seines Vaters. «Der Iran ist entschlossen, sich für den Tod unseres Führers und Märtyrers zu rächen.»
Chamenei wurde am 8. März zum Nachfolger seines Vaters Ali Chamenei (†86) gewählt. Seitdem ist er nicht öffentlich aufgetreten. Der 56-Jährige wurde Berichten zufolge bei demselben Luftangriff, der seinen Vater tötete, schwer verletzt.
Er soll sich in einem Spital in der Stadt Ghom von diesen Verletzungen erholen. Immer wieder hiess es, Modschtaba Chamenei liege im Koma. Doch jüngst sorgte ein Bericht des US-Magazins Axios für Schlagzeilen, wonach der Oberste Führer einen massgeblichen Teil zur aktuellen Waffenruhe beigetragen habe.
Netanyahu kündigt direkte Verhandlungen mit dem Libanon an
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Kommt die Region nun endlich zur Ruhe? Israel plant offiziellen Angaben zufolge, direkte Verhandlungen über friedliche Beziehungen mit dem Libanon aufzunehmen. Israel-Präsident Benjamin Netanyahu kündigte am Donnerstag an, sein Kabinett angewiesen zu haben, die Gespräche «so bald wie möglich» zu beginnen.
Die Verhandlungen sollen sich demnach auf die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren, heisst es in einer Mitteilung von Netanyahus Büro.
Libanon und Israel befinden sich seit Jahrzehnten im Konflikt. Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs flammten die Kampfhandlungen erneut auf. In Beiruts Vororten kam es zu zahlreichen Explosionen. Ein Video, das vor Wochenfrist aufgenommen wurde, zeigt die Schäden.
Teure US-Drohne im Persischen Golf abgestürzt?
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Der Krieg im Iran wird für die USA immer teurer. Den Mullahs gelingt es immer wieder, wertvolle Ausrüstung der Amerikaner zu treffen. Nach einer F-35-Maschine und der dramatischen Rettung von Soldaten nach Abschuss eines F-15E-Jets hat es diesmal offenbar eine Drohne erwischt.
Die Drohne der US-Marine scheint im Persischen Golf abgestürzt zu sein. Das legen Daten von Flightradar24 nahe. Die Drohne des Typs MQ-4C Triton wurde über der Strasse von Hormus gesichtet. Zuvor war sie vom Luftwaffenstützpunkt Sigonella in Sizilien gestartet. Die US-Marine ist auf dem italienischen Luftwaffenstützpunkt präsent.
Die Drohne ist in der Lage, in einer Höhe von mehr als 15'000 Metern mehr als 24 Stunden lang zu operieren. Sie verfügt zudem über eine Reichweite von mehr als 13'000 Kilometern. Das schreibt «Sky News». Hergestellt wird sie vom US-Rüstungsriesen Northrop Grumman. Aus Rüstungsverträgen der US-Armee geht hervor, dass eine Drohne rund 133 Millionen US-Dollar (105 Millionen Franken) kostet.
Die Daten von Flightradar24 zeigen, dass das unbemannte Flugobjekt mehr als zwei Stunden über dem Persischen Golf und der Strasse von Hormus verbrachte. Zwischen 13 und 14 Uhr Schweizer Zeit änderte die Drohne plötzlich ihre Richtung und begann mit einem Sinkflug. Sie sank von einer Höhe von mehr als 13 Kilometern Höhe auf ungefähr 3000 Meter ab. Dies passiert für gewöhnlich nur im Falle eines Notfalls.
US-Präsident Trump setzt Europa neues Ultimatum
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Der US-Präsident Donald Trump (79) lässt nicht locker. Wie der «Spiegel» berichtet, habe er Europa ein neues Ultimatum gesetzt, um die USA in der Strasse von Hormus zu unterstützen.
Wie es heisst, erwarte er jetzt konkrete Zusagen. Diese betreffen die Entsendung von Kriegsschiffen oder andere militärische Unterstützung. Diese Forderungen kämen einem Ultimatum gleich, sind sich mehrere Diplomaten einig.
An die Staaten weitergegeben wurde die Information von Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der sich am Mittwochabend mit Trump getroffen und über die Situation zwischen den verbündeten Nato-Staaten gesprochen hatte.
Bis wann Trump diese Zusagen jedoch erwarte, ist noch nicht klar kommuniziert.
Trump droht mit noch «intensiveren Kampfhandlungen»
Von Guido Felder, Auslandredaktor
US-Präsident Donald Trump schreibt auf seiner Plattform Truth Social, dass alle amerikanischen Schiffe, Flugzeuge und Militärkräfte weiterhin in und um den Iran stationiert bleiben würden – ebenso zusätzliche Munition und Waffen. Dies gelte so lange, bis eine Vereinbarung vollständig umgesetzt sei.
Sollte dies wider Erwarten nicht geschehen, droht er mit noch intensiveren Kampfhandlungen. Zugleich betonte Trump, es sei bereits vor längerer Zeit festgelegt worden, dass der Iran über keine Atomwaffen verfügen dürfe und die Strasse von Hormus offen und sicher bleiben müsse.
Zurzeit befinde sich das US-Militär zwar in einer Phase der Vorbereitung und Erholung, sei aber jederzeit bereit für weitere Einsätze. Abschliessend unterstrich Trump seine Botschaft mit der Aussage, Amerika sei «zurück».
«Verhandlungen oder Waffenstillstand nicht sinnvoll»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es ist ein Dämpfer in den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Teheran hat den USA und Israel vorgeworfen, bereits gegen den Feuerpause-Deal verstossen zu haben.
Mohammad Bagher Ghalibaf, der Sprecher des iranischen Parlaments, erklärte am Mittwochabend, dass bereits drei Klauseln des iranischen 10-Punkte-Vorschlags zur Beendigung des Krieges verletzt worden seien – und das noch bevor die Verhandlungen überhaupt begonnen hätten.
Zu diesen Verstössen zählt laut Ghalibaf unter anderem eine Vereinbarung, wonach der Waffenstillstand auch auf den Libanon ausgeweitet werden solle. Das Weisse Haus bestreitet diese Darstellung. Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt hatte am Mittwoch ausdrücklich bekräftigt, dass der Deal nicht für den Libanon gelte.
Darüber hinaus berichtete Ghalibaf, dass eine Drohne in den iranischen Luftraum eingedrungen sei. Dies stelle einen «klaren Verstoss» dar. Ebenso sei das «Recht auf Anreicherung» des Iran Bestandteil des 10-Punkte-Plans.
«Nun wurde genau diese praktikable Verhandlungsgrundlage offen und eindeutig verletzt – noch bevor die Gespräche überhaupt begonnen haben. Unter solchen Umständen sind ein bilateraler Waffenstillstand oder Verhandlungen nicht sinnvoll», schrieb Ghalibaf auf X.
Die Trump-Administration betonte hingegen, dass der Iran zugestimmt habe, kein Uran anzureichern. Welche Version zutreffend ist, ist derzeit unklar. Zwischen den öffentlichen Aussagen und den Gesprächen hinter verschlossenen Türen herrsche eine grosse Diskrepanz, so Leavitt am Mittwoch.
Vance, Witkoff und Kushner fliegen nach Pakistan
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Ein Deal zwischen den USA und dem Iran soll nun auch in persönlicher Atmosphäre ausgehandelt werden. Wie Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weissen Hauses, am Mittwochabend (Schweizer Zeit) bekannt gab, werden US-Vizepräsident J. D. Vance, US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner am Samstag nach Pakistan reisen, um an Friedensgesprächen teilzunehmen.
Witkoff und Kushner haben bereits beim Gaza-Friedensdeal eine grosse Rolle gespielt und die Gespräche für die US-Seite geführt. Witkoff gilt als schillernder Dealmaker Washingtons.
Trump-Schwiegersohn Kushner plant den Küstenstreifen neu aufzubauen und hat ganz spezifische Vorstellungen. Den Masterplan liest du hier.
Iran: Die USA müssen sich entscheiden
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es herrscht weiterhin Verwirrung um das Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran. Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hat sich auf X zu den israelischen Angriffen auf den Libanon geäussert. Dabei betont der Diplomat: «Die Bedingungen für einen Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA sind klar und eindeutig. Die USA müssen sich entscheiden – entweder Waffenstillstand oder Fortsetzung des Krieges über Israel. Beides geht nicht.»
Araghtschi bezieht sich in seinen Ausführungen auf einen früheren Beitrag des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif, wonach auch «Verbündete» der USA einem Waffenstillstand zugestimmt haben und der Libanon inkludiert sei.
«Die Welt sieht die Massaker im Libanon. Der Ball liegt nun bei den USA, und die Welt beobachtet, ob sie ihren Verpflichtungen nachkommen werden», so der Aussenminister.
Gleichzeitig erklärte Trump-Sprecherin Karoline Leavitt vor den Medien im Weissen Haus, dass Libanon nicht Teil der Vereinbarung sei.