Trump: Habe Marine befohlen, «jedes Boot zu beschiessen und zu versenken»
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Der US-Präsident scheint langsam aber sicher die Geduld zu verlieren. Auf seiner Plattform Truth Social wurde Donald Trump deutlich: Er habe der US-Marine befohlen, «jedes Boot zu beschiessen und zu versenken», das Minen in der Strasse von Hormus auslege. Es dürfe «kein Zögern geben». Zugleich teilte er mit, Minensuchboote seien bereits im Einsatz, und ordnete an, die Massnahmen «mit dreifacher Intensität fortzusetzen».
Im vergangenen Monat hatte Donald Trump bereits erklärt, das US-Militär werde Schiffe angreifen, die Minen legen. Nun rückt das Thema erneut in den Fokus, nachdem Trump angesichts des zunehmenden globalen wirtschaftlichen Drucks über mögliche Regelungen für den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Strasse von Hormus verhandelt.
Sowohl der ehemalige US-Präsident als auch Verteidigungsminister Pete Hegseth betonten wiederholt, die iranische Marine – deren Stärke auf rund 150 Schiffe geschätzt wird – sei demnach «zerstört» worden.
US-Streitkräfte entern Öltanker im Indischen Ozean
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
In der Nacht auf Donnerstag enterte das US-Militär ein weiteres Schiff, das mit dem Iran in Verbindung steht. Wie das Kriegsministerium auf der Plattform X mitteilt, wurde «eine maritime Intervention und eine Kontrolle» eines staatenlosen Tankers durchgeführt, der scheinbar Öl aus dem Iran transportierte.
Der Tanker war bereits von den USA sanktioniert. «Wir werden unsere weltweiten maritimen Massnahmen fortsetzen, um illegale Netzwerke zu zerschlagen und Schiffe abzufangen, die den Iran materiell unterstützen», so begründet das Kriegsministerium die Aktion auf X. «Internationale Gewässer dürfen von sanktionierten Akteuren nicht als Schutzschild missbraucht werden.»
Es ist schon das zweite Schiff, das von den USA seit Beginn der Seeblockade beschlagnahmt wird. Am Sonntag versuchte ein iranisch gekennzeichnetes Frachtschiff, die US-Blockade der Strasse von Hormus zu durchbrechen. Das Kriegsschiff USS Spruance fing den Frachter im Golf von Oman ab und forderte ihn zum Anhalten auf. Als dies nicht geschah, wurde zuerst auf das Frachtschiff geschossen und dieses infolge geentert. Es befindet sich noch in US-Gewahrsam.
Funktioniert die US-Blockade der Strasse von Hormus?
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Seit bald zehn Tagen blockiert die US-Marine die Strasse von Hormus. Das Ziel von Präsident Donald Trump war es, den Iran mit dieser Massnahme wirtschaftlich zu schwächen.
Über 30 iranische Schiffe, hauptsächlich Öltanker, wurden seit Beginn der Blockade von den USA angehalten und zur Umkehr aufgefordert. Erst am Donnerstagmittag meldete «Bloomberg», dass zwei weitere iranische Öltanker von der US-Marine abgefangen wurden. Ein Schiff wurde ausserdem von US-Marines geentert und befindet sich noch immer unter amerikanischer Kontrolle.
Hat die Blockade also ihr Ziel erreicht? Teilweise, besagt eine Analyse von CNN. Die US-Seeblockade iranischer Häfen habe zwar die Ölindustrie des Landes lahmgelegt, doch die Verladeinfrastruktur ist nach wie vor intakt. Laut Daten der Analyseplattform Kpler, die von CNN ausgewertet wurden, befinden sich weiterhin Tanker in den iranischen Verladezonen. Auch fliesse Rohöl aus der Islamischen Republik nach wie vor ungehindert nach China.
Zudem besitzt der Iran noch immer einen Hafen, der die Strasse von Hormus und damit die US-Blockade umgeht. Am Ölexportterminal Jask herrsche ein Rekordhoch an Lagerbeständen von fast sechs Millionen Barrel Öl.
Ausserdem ist der Iran noch im Besitz seiner sogenannten «Moskitoflotte», einer grossen Anzahl kleiner Schnellboote. Wie effektiv diese Schnellboote tatsächlich sind, hat mein Kollege Marian Nadler in seinem Artikel analysiert.
Video zeigt Iraner beim Entern der Handelsschiffe
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Ein kleines Schiff rast auf einen grossen MSC-Frachter zu. Es zieht eine elegante Kurve und schmiegt sich an den Rumpf, bevor maskierte Kämpfer den 364 Meter langen Ozeanriesen entern. Alles unterlegt durch eine dramatische Filmmusik.
Die iranischen Revolutionsgarden haben auf ihrem Kanal sepahnews.ir ein Propagandavideo veröffentlicht, das die Stürmung zweier Handelsschiffe zeigt. Es geht um die MSC Francesca (364 Meter) und die Epaminondas (300 Meter).
In einer von der Nachrichtenagentur Tasnim und dem War Message Center veröffentlichten Erklärung hiess es, die Schiffe hätten die maritime Sicherheit gefährdet. Sie hätten demnach «ohne die erforderlichen Genehmigungen operiert und Navigationssysteme manipuliert». Beide Frachter seien von der Marine beschlagnahmt und zur iranischen Küste eskortiert worden.
Die Schiffe wurden nur wenige Stunden, nachdem Trump eine Verlängerung der Waffenruhe angekündigt hatte, gestürmt. Die Iraner zeigen damit: Wir sind noch lange nicht besiegt. Warum der Krieg wohl noch lange nicht zu Ende sein wird, erklärt meine Kollegin Chiara Schlenz in ihrer Analyse.
Neben dem Krieg spielen sich Irans Fussballer auf die WM ein
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Während die Mullahs Raketen auf ihre Feinde abfeuern und Demonstranten hinrichten lassen, bereitet sich die iranische Fussballnationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft in Amerika vor. Verbandspräsident Mehdi Taj bestätigte heute gegenüber der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr die Einsatzbereitschaft seines Teams: «Unsere Spieler befinden sich aktuell im Trainingslager.» Doch Taj liess auch durchblicken, wer das letzte Wort hat: die Mullahs. Taj: «Letztendlich sind wir Teil des Systems und werden uns an jede Entscheidung des Staates halten.»
In Sport und Politik hoffen viele auf einen Ausschluss oder eine Absage Irans. Zu den lautesten Stimmen gehört Paolo Zampolli (56), Sonderbeauftragter von Donald Trump (79). Der italienischstämmige Zampolli bestätigte heute: «Ich habe Trump und Fifa-Präsident Infantino vorgeschlagen, dass Italien den Iran bei der WM ersetzt.»
Hinter diesem diplomatischen Vorstoss steckt Kalkül: Italien hat die Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina erneut verpasst. Zudem gilt das Angebot als Versuch, die tiefen Risse zwischen Trump und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) zu kitten, die sich zuletzt über die Haltung zum Iran-Krieg und Angriffe auf den Papst zerstritten hatten.
Die Fifa hingegen bleibt hart, wenigstens bisher. Der Iran werde «auf jeden Fall» an der WM teilnehmen, sagte Infantino vor kurzem. Auch der Wunsch der Iraner, ihre Gruppenspiele gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten aus Sicherheitsgründen nach Mexiko zu verlegen, wurde abgelehnt. Die Partien sollen wie geplant in Seattle und Los Angeles stattfinden.
Ob Italien tatsächlich durch eine diplomatische List nachrückt oder der Iran trotz aller Widerstände in den USA antritt, wird sich daher bei den Mullahs entscheiden. Fest steht nur: Die sportliche Integrität der Weltmeisterschaft steht im Sommer 2026 unter so grossem politischem Druck wie nie zuvor.
US-Marinechef tritt umgehend zurück
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Erdbeben bei der US-Marine: Marineminister John Phelan (62) verlässt die Regierung und wird durch Unterstaatssekretär Hung Cao (54) ersetzt. Das teilte Pentagon-Chefsprecher Sean Parnell in einem Beitrag auf X mit.
«Marineminister John C. Phelan scheidet mit sofortiger Wirkung aus der Regierung aus», schrieb Parnell. «Im Namen des Kriegsministers und des stellvertretenden Kriegsministers danken wir Minister Phelan für seine Dienste für das Ministerium und die Marine der Vereinigten Staaten. Wir wünschen ihm alles Gute für seine zukünftigen Aufgaben.»
Der Abgang von Phelan erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die US-Marine den Iran angreift und iranische Häfen bei der Strasse von Hormus blockiert. Phelan hat sich zum Rücktritt nicht geäussert.
Laut US-Medien ist er entlassen worden, weil er sich mit Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) überworfen und Reformen zur Beschleunigung des Schiffbaus zu langsam umgesetzt habe.
John Phelan war zuerst Geschäftsmann, politischer Geldgeber und Kunstsammler, bevor er 2025 überraschenderweise Marineminster wurde. Der schwerreiche Phelan – sein Vermögen beträgt laut Schätzungen vermutlich über eine Milliarde Dollar – hatte Donald Trump (79) im Wahlkampf im grossen Stil unterstützt. Seine Ernennung wurde vielfach kritisiert, da ihm Erfahrung in den Bereichen Marine, Militär, nationale Sicherheitspolitik und Rüstungsindustrie fehlte.
Phelan tauchte auch in den Akten des Sexualverbrechers Jeffrey Epstein (†66) auf. Er war sicher zweimal mit dessen Privatmaschine geflogen.
Unter Verteidigungsminister Hegseth hat es schon mehrere überraschende Abgänge gegeben. So warf er vor kurzem den Armee-Stabschef raus. Laut «Washington Post» gerieten sich Hegseth und Phelan immer wieder in die Haare. Ein Streitpunkt soll Phelans autoritärer Stabschef Jon Harrison gewesen sein.
Weisses Haus: «Wir schnüren ihre Wirtschaft komplett ab»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Am Mittwochabend (Schweizer Zeit) sendet das Weisse Haus eine unmissverständliche Botschaft an den Iran: Wenn ihr keinen Deal machen wollt, wird eure Wirtschaft leiden.
Die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte vor den Medien, die USA fügen dem Iran durch ihre Seeblockade schwere wirtschaftliche Einbussen zu. Diese würden verstärkt, da der Iran sich weigere, einen Deal auszuhandeln.
«Wir strangulieren ihre Wirtschaft durch diese Blockade vollständig, sie verlieren täglich 500 Millionen Dollar. Die Insel Kharg ist völlig überfüllt, sie können kein Öl mehr ein- oder ausführen. Sie können aufgrund dieser wirtschaftlichen Druckmittel, die Präsident Trump gegen sie eingesetzt hat, nicht einmal mehr ihre eigenen Bürger bezahlen», so Leavitt.
Mit diesem Kurs der wirtschaftlichen Einschnürung sei Trump einverstanden. «Er ist zufrieden, während wir auf ihre Antwort warten.»
Leavitt sprach damit die Verlängerung der Feuerpause an, die Trump am Dienstagabend (Schweizer Zeit) angekündigt hatte. Der US-Präsident erklärte auf «Truth Social», man warte auf einen «einheitlichen Vorschlag» der iranischen Regierung. Wie lange die Feuerpause andauert, konnte Leavitt nicht sagen. «Der Präsident wird letztendlich sagen, wann die Verlängerung endet. Er hat keine feste Frist gesetzt.»
Jetzt äussert sich auch Erdogan
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Der Krieg im Nahen Osten «beginnt, Europa zu schwächen», sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (72) am Mittwoch während eines Telefongesprächs mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier (70), wie aus einer Erklärung des türkischen Präsidialamtes hervorgeht. «Der Krieg in unserer Region beginnt auch Europa zu schwächen, und wenn wir nicht mit einem friedensorientierten Ansatz in diese Situation eingreifen, werden die durch den Konflikt verursachten Schäden viel grösser sein», sagte Erdogan demnach.
Die Strasse von Hormus ist weiterhin dicht. Die steigenden Rohölpreise verteuern viele Produkte. Auch viele, mit denen du vielleicht nicht gerechnet hast. Welche das sind, hat mein Kollege Christian Kolbe hier aufgelistet.
Auch in der Blick-Community wird eifrig über das Thema steigende Preise und Wirtschaftskrise diskutiert. Manche Kommentare sind dabei wenig optimistisch. «Es wird noch drastischer als beschrieben», ist etwa ein Leser überzeugt. «Und langfristig werden wir unseren Standard stark senken müssen.» Ein anderer pflichtet ihm bei: «Unsere Schweiz wird den heutigen Wohlstand nicht mehr lange halten können.»
US-Seeblockade untergräbt «vollständigen Waffenstillstand»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es brodelt weiter zwischen den USA und dem Iran: Mohammad Bagher Ghalibaf, Parlamentsprecher in Teheran und Verhandlungschef, hat nach der einseitigen Verlängerung der Feuerpause durch die USA eine klare Ansage in Richtung Washington geschickt.
«Ein vollständiger Waffenstillstand ergibt nur dann Sinn, wenn er nicht durch eine Seeblockade und die Geiselnahme der Weltwirtschaft verletzt wird.»
Besonders kritisch sieht er die Lage auf dem Meer. Solange eine Seeblockade bestehe und wichtige Handelsrouten wie die Strasse von Hormus dicht seien, könne von Frieden keine Rede sein.
Gegenüber Druck aus dem Ausland zeigt sich Ghalibaf unbeeindruckt. Weder militärische Angriffe noch Drohgebärden hätten den Iran bisher in die Knie gezwungen. «Mit militärischer Aggression haben sie ihre Ziele nicht erreicht, mit Einschüchterung werden sie es auch nicht tun.»
Währenddessen schaut die Welt gespannt nach Washington. Trump will dem Iran offenbar nur ein kurzes Zeitfenster geben, um wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Hinter den Kulissen laufen Gespräche – Pakistan vermittelt weiter.
Hin und her: Kommt es bereits in 36 Stunden zum Showdown?
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es ist ein Ping-Pong-Spiel, das so manchen verwirren dürfte. Während US-Präsident Donald Trump (79) am Dienstagabend Schweizer Zeit die Feuerpause im Iran einseitig verlängert hat, hat Teheran seine Gesprächsbereitschaft mit den USA auf Eis gelegt.
Einen Tag später kündigt der Republikaner nun gegenüber der «New York Post» an, dass bereits am Freitag wieder Gespräche zwischen Teheran und Washington stattfinden könnten.
Quellen in Pakistan – genauer aus Islamabad – berichten ebenfalls von positiven Vermittlungsbemühungen seitens Teheran. Demnach könnte es innerhalb der nächsten «36 bis 72 Stunden» zu weiteren Friedensgesprächen kommen. Auf eine entsprechende Nachfrage erklärte Trump: «Es ist möglich!»
Die vorsichtig optimistische Entwicklung folgt auf eine Entscheidung des US-Präsidenten vom Dienstag, die bestehende Waffenruhe mit dem Iran zu verlängern. Hintergrund ist, dass die politisch gespaltene Führung in Teheran zunächst «einen einheitlichen Plan» vorlegen soll, wie Trump auf «Truth Social» schrieb.
Seit dem Post setzt Islamabad laut einer pakistanischen Quelle seine diplomatischen Kontakte mit Teheran fort und versucht mit Hochdruck, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen. Der genannte Zeitraum für mögliche Fortschritte basiere auf einer Einschätzung dieser laufenden Bemühungen.
«Der Waffenstillstand hält trotz verschärfter Rhetorik an, was auf positive Absichten auf beiden Seiten hindeutet», erklärte die Quelle weiter. «Keine militärische Eskalation von beiden Seiten.»
In diesem Artikel legt meine Kollegin Chiara Schlenz dar, warum die Anzeichen derzeit dennoch eher auf Eskalation stehen. Das Misstrauen zwischen beiden Seiten ist gross.