Berichte: USA und Iran verhandeln über 45-Tage-Waffenruhe
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Die USA, der Iran und eine Gruppe regionaler Vermittler verhandeln Berichten zufolge über eine 45-tägige Waffenruhe. Das melden Medien unter Berufung auf US-amerikanische, israelische und regionale Quellen mit Kenntnis der Gespräche.
Der mögliche Waffenstillstand könnte zu einem dauerhaften Ende des Krieges führen, berichtet die «Times of Israel». Die Chancen auf eine Einigung werden laut den Quellen jedoch als geri,ng eingestuft. Weder Washington, Teheran noch Regierungen in Nahost bestätigten zunächst Meldungen zur angeblich verhandelten Waffenruhe.
Laut dem Nachrichtenportal Axios haben iranische Offizielle den Vermittlern deutlich gemacht, dass sie nicht in eine Situation wie in Gaza oder im Libanon geraten wollen, wo zwar formal ein Waffenstillstand besteht, die USA und Israel aber jederzeit wieder angreifen können.
Iran: Öffnung von Hormus nur gegen Entschädigung
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Teheran erhöht im Streit um die Strasse von Hormus weiter den Druck und verschärft die Rhetorik: Ein ranghoher iranischer Regierungsvertreter kündigte an, die strategisch wichtige Meerenge werde erst dann wieder vollständig geöffnet, wenn die Kriegsschäden über Transitgebühren ausgeglichen seien.
Mehdi Tabatabaei, stellvertretender Kommunikationschef im Büro des iranischen Präsidenten, beschimpfte Donald Trump auf X in derben Worten und warf dem US-Präsidenten vor, «dieser dumme Bastard hat in seinem Wahnsinn einen totalen Krieg in der Region angezettelt und prahlt immer noch damit». Die Strasse von Hormus werde erst wieder geöffnet, so Tabatabaei, wenn die «Schäden des aufgezwungenen Kriegs vollständig kompensiert» seien.
Der Iran verlangt für die Durchfahrt von Schiffen bereits siebenstellige Dollarbeträge pro Passage. Wie Kreml-Berater Juri Uschakow sagte, sei die Strasse von Hormus für russische Schiffe weiterhin offen. Auch Schiffe aus Teheran-freundlichen Staaten wie China und Indien können weiterhin passieren. Nach iranischen Angaben richtet sich die Blockade nur gegen «Feinde».
Iran kennt keine Gnade
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Während US-Präsident Donald Trump sich am Sonntag erneut mit einer harten Drohung an den Iran und erneute Angriffe auf Kraftwerke und Brücken am Dienstag im Iran angekündigt hat, hat auch der Iran nun reagiert.
Auf der Plattform X warnte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf Trump, dass seine «rücksichtslosen Schritte» dazu führen würden, dass «unsere ganze Region brennen wird». Ghalibaf ergänzte: «Machen Sie sich nichts vor: Durch Kriegsverbrechen werden Sie nichts gewinnen.»
In einem weiteren Beitrag erklärte der iranischen Parlamentspräsident, dass die «einzige wirkliche Lösung darin besteht, die Rechte des iranischen Volkes zu respektieren und dieses gefährliche Spiel zu beenden».
Am Sonntag hatte sich US-Präsident Donald Trump gegenüber Fox News noch zuversichtlich für einen möglichen Deal mit dem Iran am Montag gezeigt. Am Sonntagabend verschob er das für eigentlich Montag angesetzte Ultimatum an den Iran, die Strasse von Hormus zu öffnen, auf Dienstagabend.
«Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen …»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Rund um sein an den Iran gestelltes Ultimatum sorgt US-Präsident Donald Trump erneut für Wirbel. Die Deadline für die Mullahs, die Strasse von Hormus zu öffnen, hat er nun auf Dienstagabend verschoben. Am Samstag hatte er noch auf Truth Social geschrieben: «Die Zeit drängt – nur noch 48 Stunden, dann bricht die Hölle über sie herein». Damit wäre die Frist für den Iran eigentlich am Montag ausgelaufen.
In einem Interview mit dem «Wall Street Journal» am Sonntag verschob Trump die Deadline nun jedoch auf den Folgetag. «Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, werden sie keine Kraftwerke mehr haben und keine Brücken, die noch stehen», erklärte Trump gegenüber der Zeitung. Auf Truth Social schrieb der US-Präsident am Sonntagabend nur knapp: «Dienstag, 20 Uhr (Ostküstenzeit)!»
Das Aufschieben der Frist folgt auf eine heftige Drohung des US-Präsidenten am Sonntagnachmittag (Tickereintrag von 14.45 Uhr). Auf Truth Social hatte Trump für den Dienstag den «Tag der Kraftwerke» und den «Tag der Brücken» in einem angekündigt. «So etwas hat es noch nie gegeben!», beschrieb Trump die erneuten Angriffe auf Kraftwerke und Brücken im Iran.
Auf die Frage, wann er glaube, dass der Krieg enden werde, sagte Trump zum «Wall Street Journal»: «Ich werde es Ihnen bald mitteilen.» In einem Interview mit dem Sender Fox News hatte Trump am Sonntag noch davon gesprochen, dass er einen möglichen Deal mit dem Iran am Montag erwarte.
Kommt der Deal mit dem Iran schon morgen?
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Die Uhr für Donald Trumps Ultimatum an den Iran tickt. Noch bis Montag hat der US-Präsident der iranischen Regierung Zeit gegeben, die Strasse von Hormus freizugeben. Während er sich am Sonntag auf Truth Social erneut mit einer harten Drohung an Teheran wandte (siehe vorheriger Ticker-Eintrag), zeigte er sich während eines Interviews mit dem Sender Fox News am Sonntagmorgen zuversichtlich über einen anstehenden Deal mit dem Iran.
Zunächst richtete sich der US-Präsident auch im Interview mit einer Drohung gegen die iranische Regierung: «Wenn sie sich nicht schnell einigen, ziehe ich in Betracht, alles in die Luft zu jagen und das Öl zu übernehmen.» Weiter sprach er über die erneut angekündigten Angriffe auf Kraftwerke und Brücken im Iran.
Direkt auf einen möglichen Deal mit dem Iran angesprochen, erklärte Trump, dass er eine Vereinbarung für morgen erwarte. Die iranischen Verhandlungsführer würden aktuell begnadigt werden, so Trump, wenn die Verhandlungen weitergeführt werden.
«Öffnet die verdammte Meerenge!»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Donald Trumps zehntägiges Ultimatum für den Iran läuft am Montag aus. Bereits am Samstag hatte sich der US-Präsident auf Truth Social mit einer heftigen Drohung gegen den Iran und seine Regierung gewandt, sollte die Strasse von Hormus weiter geschlossen bleiben. «Die Zeit drängt – nur noch 48 Stunden, dann bricht die Hölle über sie herein», schrieb Trump.
Nun scheint sein Geduldsfaden immer mehr gespannt zu werden. Auf Truth Social legt Trump nun mit einer weiter Drohung nach. Am Dienstag werde es im Iran den «Tag der Kraftwerke» und den «Tag der Brücken» in einem geben, kündigt der US-Präsident an. «So etwas hat es noch nie gegeben!», beschreibt Trump die erneuten Angriffe auf Kraftwerke und Brücken im Iran.
Anschliessend wendet sich der US-Präsident mit scharfen Worten direkt an die iranische Regierung: «Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben – Ihr werdet sehen!» Die Nachricht beendet Trump mit einem in dem Kontext zynischen «Gelobt sei Allah».
Iraner wurden für Rettung in die Irre geführt
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Hat die CIA mit einem Trick zur Rettung des zweiten vermissten US-Soldaten aus dem Iran geholfen? Wie «Axios» berichtet, soll der US-Auslandsnachrichtendienst CIA innerhalb des Iran die Information verbreitet haben, dass US-Streitkräfte den vermissten Offizier bereits gefunden hätten und dabei seien, ihn über Land zu evakuieren. So sollten die iranischen Streitkräfte in die Irre geführt und die tatsächliche Suchaktion verborgen werden.
Tatsächlich entwickelte sich das Ganze zu einem Wettlauf gegen die Zeit, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Hunderte US-Spezialkräfte, Dutzende Kampfflugzeuge und Helikopter waren im Einsatz. Zeitgleich versuchten auch die iranischen Revolutionsgarden, den Soldaten ausfindig zu machen – mit dem Ziel, ihn festzunehmen. Aus der Luft griffen die US-Jets gezielt iranische Einheiten an, damit diese nicht zum tatsächlichen Aufenthaltsort des Soldaten gelangen konnten.
Die CIA soll es laut «Axios» auch gewesen sein, die den genauen Aufenthaltsort des über 36 Stunden auf sich allein gestellten Soldaten ermittelt hat. Der Offizier verbarg sich in einer Bergspalte. Nach der Rettung soll der Soldat eine medizinische Behandlung in Kuwait erhalten.
Bei der Rettungsaktion blieben aber laut «New York Times» zwei US-Transportflugzeuge zurück. Um zu verhindern, dass die Transportflugzeuge in die Hände der Mullahs fallen, wurden sie zerstört. Drei neue Transportflugzeuge wurden anschliessend entsandt und konnten die Rettungsmission erfolgreich abschliessen.
Schon beim Tod des Obersten Führers des Iran, Ali Chamenei (†86), hatte die CIA ihre Finger im Spiel. Mehr zum Tod des Ober-Mullahs liest du hier.
Streitkräfte retten US-Soldat aus abgeschossenem Jet
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Die bangen Stunden für die Kameraden und die Familie des vermissten US-Waffenoffiziers haben ein Ende. Wie viele Medien berichten, konnte auch das zweite Besatzungsmitglied des Kampfjets, der am Freitag über dem Iran abgeschossen wurde, lokalisiert und evakuiert werden.
Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich bereits zu Wort. «Wir haben ihn!», schreibt er in einem Post auf Truth Social. Das US-Militär habe eine der «gewagtesten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten» durchgeführt.
Der Vermisste habe sich hinter feindlichen Linien in den Bergen des Iran befunden. Er habe zwar Verletzungen davongetragen, es werde ihm aber wieder gut gehen, verspricht Trump.
Auch US-Botschafter Mike Waltz meldet sich zu Wort. «Amerika kann aufatmen», schreibt er auf X.
Auf X kursieren mittlerweile auch Bilder, die den US-Waffenoffizier zeigen sollen. Ob diese echt oder gefälscht sind, lässt sich aktuell noch nicht verifizieren.
«Geld ist ein Anreiz, aber nationalistische Gefühle spielen auch eine Rolle»
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die iranische Regierung hat laut der Nachrichtenagentur Tasnim ein Kopfgeld von über 60'000 Franken auf den verschollenen US-amerikanischen Offizier abgesetzt. Der Mann gilt seit dem Absturz seines Kampfjets am Freitag als verschollen. Der Pilot konnte bereits von der US-Armee gerettet werden.
Die Islamische Republik will also, dass ihre Mitbürger die Behörden bei der Jagd nach dem Offizier unterstützen. Auf Fotos und Videos auf den sozialen Medien ist zu sehen, wie Männer mit Gewehren die karge Landschaft durchstreifen. Der Schleudersitz des Piloten wurde bereits am Freitag gefunden, wie ein Post auf der Nachrichtenplattform X zeigt.
Das versprochene Kopfgeld wird dabei für viele ein grosser Motivationsgrund sein, erklärt Iran-Experte Sina Azodi der BBC. Das durchschnittliche Monatseinkommen im Iran liege nämlich gerade einmal bei etwa 200 Franken. Viele der Regionen, in denen der Offizier vermutet wird, gelten ausserdem als wirtschaftlich unterentwickelt.
Laut Azodi ist der aber nicht der einzige Motivationsgrund für die Bevölkerung, Jagd auf den Piloten zu machen. «Geld ist ein Anreiz, aber nationalistische Gefühle spielen auch eine Rolle», erklärt der Experte. «Wenn man Menschen bombardiert, die wütend sind und gerade ihre Familien verloren haben, haben sie jeden Grund, einen anzugreifen oder zu versuchen, einen gefangen zu nehmen.»
Nichte und Grossnichte von iranischem General verhaftet
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Qassem Soleimani (†62) galt lange als der «Schattenkommandant» im Iran. Bereits im Januar 2020 wurde er auf Geheiss des damaligen US-Präsidenten Donald Trump per Drohne getötet. Trump hatte Soleimani für mehrere Anschläge verantwortlich gemacht. Mehr zum «Schattenkommandant» erfährst du hier im Portrait meiner Kollegin Chiara Schlenz.
Die US-Immigrationsbehörde ICE konnte am Freitag nun die Nichte und die Grossnichte des berüchtigten iranischen Generals in den USA festnehmen. Das berichtet unter anderem die «New York Post». Die beiden Frauen hätten in der Stadt Los Angeles einen luxuriösen Lebensstil gepflegt. Ihre Green Cards waren für ungültig erklärt worden.
«Während ihres Aufenthalts in den Vereinigten Staaten verbreiteten sie Propaganda des iranischen Regimes und feierten Angriffe auf amerikanische Soldaten», heisst es in einem Schreiben des US-Aussenministeriums. Auch hätten die beiden Frauen die USA regelmässig als «grossen Satan» bezeichnet.
Die Nichte und die Grossnichte Soleimanis sollen abgeschoben werden. Dies bestätigte auch US-Aussenminister Marco Rubio (54) in einem separaten Beitrag auf der Nachrichtenplattform X. «Die Trump-Regierung wird nicht zulassen, dass unser Land zu einer Heimat für ausländische Staatsangehörige wird, die antiamerikanische Terrorregime unterstützen», schrieb Rubio dazu.