Touristen fliehen am Flughafen von Guadalajara
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«El Mencho» ist tot
Mächtigster Drogenboss Mexikos (†59) ausgeschaltet

Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho», Mexikos mächtigster Drogenboss und Anführer des Kartells CJNG, wurde von Sicherheitskräften in Jalisco getötet. Sein Tod löst eine Gewaltwelle in mehreren Bundesstaaten aus. Auch ein Schweizer war der Gefahr nahe.
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«El Mencho» ist tot.
Foto: Zvg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mexikos Drogenboss «El Mencho» bei Operation in Jalisco getötet
  • USA boten 11,6 Millionen Franken für seine Festnahme
  • Brennende Strassen und Angriffe in fünf Bundesstaaten durch Bandenmitglieder
  • Blick-Leserreporter meldet sich aus Unruhegebiet
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Mexikos mächtigster Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes (†59), alias «El Mencho», ist tot. Nach einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme erlag er seinen Verletzungen, als er ins Spital nach Mexiko-Stadt geflogen wurde, wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte. Die US-Behörden hätten im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit mit Informationen beigetragen – was Regierungssprecherin Karoline Leavitt (28) auf X bestätigte: «Die Vereinigten Staaten leisteten der mexikanischen Regierung nachrichtendienstliche Unterstützung, um bei einer Operation zu helfen.»

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Bei der Operation einer Sondereinheit der Streitkräfte in der Gemeinde Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco kamen den offiziellen Angaben zufolge neben Oseguera sechs weitere Bandenmitglieder ums Leben, zwei weitere wurden festgenommen. Drei Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Das von «El Mencho» angeführte Drogenkartell Jalisco Nueva Generación (CJNG) reagierte mit Racheakten wie brennenden Autos, Strassensperren und Stürmen auf Flughäfen wie Guadalajara und Puerto Vallarta. Das führte zu Panik, Schüssen in der Nähe und Flugausfällen – darunter von Air Canada, Southwest und Delta.

Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (rund 11,6 Millionen Franken) auf «El Mencho» ausgesetzt. Der Ex-Polizist führte seit 2011 das von ihm gegründete CJNG an. Washington reagierte auf die Nachricht seiner Tötung über den stellvertretenden US-Aussenminister Christopher Landau. Einer der «blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse» sei getötet worden, schrieb er auf der Plattform X. «Das ist eine grossartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt. Die Guten sind stärker als die Bösen.»

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Gewaltausbruch

Als Reaktion auf den Militäreinsatz sperrten Bandenmitglieder in mehreren Bundesstaaten, darunter in Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, Strassen mit brennenden Autos, Lastwagen und Bussen. Landau kommentierte dazu auf X: «Ich verfolge die Gewaltszenen aus Mexiko mit grosser Trauer und Sorge. Es ist nicht verwunderlich, dass die Täter mit Terror reagieren. Doch wir dürfen niemals die Nerven verlieren.»

Auch wurden Feuer in Apotheken und kleinen Einzelhandelsgeschäften gelegt. In der von Touristen beliebten Stadt Puerto Vallarta an der Pazifikküste waren in Videos brennende Autos und grosse schwarze Rauchwolken zu sehen, die zwischen den Gebäuden aufstiegen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Auch die US-Botschaft in Mexiko gab eine Sicherheitswarnung für US-Bürger aus. Aufgrund laufender Sicherheitsoperationen und Strassensperren sollten US-Bürger an den betroffenen Orten bis auf weiteres in ihren Unterkünften bleiben, hiess es: «Suchen Sie Schutz und vermeiden Sie unnötige Bewegungen. Bleiben Sie in Ihren Wohnungen oder Hotels.»

Schweizer in Bedrängnis

Auch ein Blick-Leserreporter kam in Bedrängnis: Der in Mexiko wohnhafte Schweizer Thomas Egli geriet am Wochenende in Chapala in Gefahr. Nach Berichten über den Tod des Kartellchefs zündeten dessen Sympathisanten eine von Egli genutzte Tankstelle an. Vor einem rege besuchten Restaurant kam es zu einer Schiesserei. Dann mussten sich Teilnehmer bei einem Weinanlasses im Yachtklub einschliessen. Der Anlass wurde natürlich abgesagt, so Egli. Die ganze Region sei praktisch zum Stillstand gekommen. Er und seine Begleiter blieben aus Sicherheitsgründen im Haus.

Der Drogenboss mit einer Vorliebe für Hahnenkämpfe

«El Mencho» wurde 59 Jahre alt. Er wurde am 17. Juli 1966 in Aguililla geboren, einer armen Gemeinde im westlichen Bundesstaat Michoacán. In der mexikanischen Unterwelt wurde er wegen seiner Vorliebe für Hahnenkämpfe der «Herr der Hähne» genannt. Sein weiterer Spitzname, «El Mencho», soll eine Ableitung seines Vornamens Nemesio sein. Zahlreiche Narco-Lieder, «narcocorridos» genannt, feiern seine kriminellen Machenschaften.

Die US-Regierung hatte das extrem gewalttätige Drogenkartell von «El Mencho» als ausländische Terrororganisation eingestuft. Das von ihm geführte Verbrechersyndikat ist nach Angaben der US-Behörden eine transnationale Organisation mit Verbindungen bis nach China und Australien. Neben dem Handel mit Fentanyl ist sie demnach auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt.

Von Polizist zum gefährlichen Kartell-Anführer

Nach Angaben des US-Finanzministeriums ist Oseguera seit den 1990er Jahren in den Drogenhandel verwickelt. 1994 wurde er in Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien wegen Heroinschmuggels verhaftet. Nach drei Jahren Gefängnis wurde er nach Mexiko abgeschoben – und heuerte im westlichen Bundesstaat Jalisco als Polizist an.

Später schloss er sich dem Milenio-Kartell an, eines der ersten mexikanischen Verbrechersyndikate, die mit synthetischen Drogen handelten. Er arbeitete dabei mit dem Sinaloa-Kartell des Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán (68) zusammen. Später kam es zur Abspaltung und Gründung des CJNG-Kartells. Unter Osegueras Führung entwickelte es sich rasch zu einer der mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos.

Die Vier-Buchstaben

Das «Unternehmen mit den vier Buchstaben», wie das Kartell von seinen Mitgliedern genannt wird, verfügt über ein grosses Waffenarsenal und gepanzerte Fahrzeuge. In Mexiko verübte es blutige Anschläge auf Sicherheitskräfte, hängte Leichen an Brücken auf und schoss einmal sogar einen Militärhelikopter ab, wobei neun Menschen ums Leben kamen. Dem Kartell wird vorgeworfen, junge Menschen auch mit falschen Jobangeboten anzulocken, um sie zwangsweise zu rekrutieren.

«El Mencho», der ein unauffälliges Leben führte, soll ein Milliardenvermögen besessen und Geld mit Immobilien, Viehzucht und Musikgeschäften gewaschen haben. Regionale Musikgruppen haben Lieder über ihn komponiert. In den sozialen Netzwerken kursieren immer wieder mutmassliche Propagandavideos des Kartells. Darin sind schwer bewaffnete Männer in Kampfuniformen zu sehen, die sich als «Leute von Señor Mencho» bezeichnen.

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