Vier Wochen dauert der Krieg im Iran mittlerweile. Seit Kriegsbeginn haben die USA bereits über 11'000 Ziele im Iran attackiert, um dessen militärische Offensivkapazitäten systematisch zu schwächen. US-Streitkräfte haben nun ein grosses Munitionslager in der zentraliranischen Stadt Isfahan angegriffen. Laut einem US-Regierungsbeamten kamen dabei «2000 Pfund schwere» Bunkerbrecher-Bomben (Penetratormunition) zum Einsatz, um tief liegende Strukturen zu zerstören.
Bereits im vergangenen Sommer liess US-Präsident Donald Trump die drei wichtigsten iranischen Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan angreifen. Zum Einsatz kamen mehrere GBU-57-Bomben. Es war der erste bestätigte Kriegseinsatz der stärksten Bunkerbrecher-Bombe der Welt. Trump sprach damals davon, dass alle Anlagen «komplett zerstört» worden seien. Doch auch seit Kriegsbeginn Ende Februar wurden iranische Nuklearanlagen, etwa Natans, immer wieder Ziel von Angriffen der USA und Israels.
Bunkerbrecher-Bombe dringt bis zu 60 Meter durch Beton
Sie kann praktisch jedes Material brechen. Laut westlichen Experten ist die GBU-57 Massive Ordnance Penetrator in der Lage, einige der am stärksten befestigten und sensibelsten militärischen Einrichtungen zu zerstören. Entwickelt wurde die über 13 Tonnen schwere Präzisionswaffe in den USA. Bis zu 60 Meter hohen Beton und mittelharten Fels kann die mächtigste Waffe im Arsenal der US-Luftwaffe durchdringen und mit einem einzigen Treffer auslöschen.
Ihr Ziel: tief liegende, hoch befestigte Ziele möglichst zerstören. Ihr hohes Gewicht bringt dafür die nötige Zerstörungsenergie mit. Die 6,2 Meter lange und mit vier Steuerflächen beziehungsweise Gitterflossen ausgestattete Präzisionsbombe trägt einen Sprengkopf von 2,4 Tonnen. Ein zentraler Unterschied: Anders als bei herkömmlichen Bomben erfolgt die Detonation nicht beim Aufprall, sondern die Bombe explodiert erst unter der Oberfläche und möglichst nah am Ziel. Bisher verfügen nur die USA über die Bunkerbrecher-Bombe.
Getragen werden kann die mächtige Bunkerbrecher-Bombe nur von Tarnkappenbombern vom Typ B-2. Sie zählen zu den modernsten und unauffälligsten Langstreckenbombern im Arsenal der US-Luftwaffe. Zwei Bunkerbrecher-Bomben können die Bomber jeweils zeitgleich transportieren. Für feindliche Radare werden die Tarnkappenbomber dank radarabsorbierender Materialien und eines speziellen Designs praktisch unsichtbar. Präzise dringen die Bomber in hoch entwickelte Luftabwehrsysteme ein. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 1010 km/h und einer Reichweite von 10'000 Kilometern ohne Luftbetankung ist fast jedes Ziel auf der Erde für die Tarnkappenbomber zu erreichen.