Ankunft von US-Vize Vance in Pakistan
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Für Friedensgespräche:Ankunft von US-Vize Vance in Pakistan

Gerüchte um Obersten Führer
Hat Modschtaba Chamenei ein Bein verloren?

Die USA und Israel führen Krieg gegen den Iran. Der Nahe Osten steht unter Beschuss. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Blick Newsdesk
vor 19 Minuten

Irans Führer: Hat Modschtaba Chamenei ein Bein verloren?

Seit Wochen fragt sich die Welt: Lebt Modschtaba Chamenei (56) noch? Und wenn ja, wo hält er sich auf? Der neue Oberste Führer Irans ist seit dem Luftangriff, bei dem er schwer verletzt worden sein soll, praktisch von der Bildfläche verschwunden. Nun geben erstmals Personen aus seinem engsten Umfeld Einblick in seinen Zustand – wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Demnach erholt sich der 56-Jährige weiterhin von schweren Gesichts- und Beinverletzungen, die er bei einem Angriff auf das Anwesen seines Vaters im Zentrum von Teheran erlitten habe. Dabei sei sein Gesicht entstellt worden, zudem habe er erhebliche Verletzungen an einem oder beiden Beinen davongetragen. Eine mit US-Geheimdienstinformationen vertraute Quelle spricht laut Reuters sogar davon, dass Chamenei möglicherweise ein Bein verloren habe. Offiziell bestätigt ist dies jedoch nicht.

Trotz der schweren Verletzungen soll Chamenei geistig wach und in zentrale Staatsgeschäfte eingebunden bleiben. Zwei der zitierten Quellen berichten, dass er per Audiokonferenz an Beratungen mit hochrangigen Beamten teilnimmt – insbesondere zu Kriegshandlungen und Verhandlungen mit den USA.

Wo sich der Oberste Führer des Iran derzeit aufhält, ist nicht bekannt.
Foto: Vahid Salemi/AP/dpa/Archivbild

Auffällig bleibt jedoch seine komplette Abwesenheit in der Öffentlichkeit. Seit seiner Ernennung am 8. März wurden weder Bilder noch Tonaufnahmen von ihm veröffentlicht. Auch sein genauer Aufenthaltsort bleibt geheim, was in Teheran wie international für Spekulationen sorgt.

Laut Reuters gehen Insider davon aus, dass Chamenei möglicherweise innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate wieder in Erscheinung treten könnte – sofern es sein Gesundheitszustand und die Sicherheitslage zulassen. Bis dahin bleibt sein Zustand eines der bestgehüteten politischen Geheimnisse Irans.

12:00 Uhr

USA sollen der Freigabe eingefrorener Iran-Gelder zugestimmt haben

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Die Welt blickt dieses Wochenende auf Islamabad. Im Zentrum stehen Gespräche über die Zukunft des Iran und ein mögliches Abkommen zwischen Washington und Teheran. US-Vertreter sind mit einer Delegation in der pakistanischen Hauptstadt eingetroffen. Die iranische Delegation soll laut der Agentur Tasnim bereits mit 71 Personen angereist sein. Während die Positionen der beiden Seiten weiterhin weit auseinanderliegen, scheint nun eine erste Hürde genommen worden zu sein.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die USA laut einer hochrangigen iranischen Quelle zugestimmt, eingefrorene iranische Vermögenswerte in Katar und anderen ausländischen Banken freizugeben. Die Quelle, die anonym bleiben wollte, wertete diesen Schritt als Zeichen der «Ernsthaftigkeit» der Gespräche in Islamabad. Die Freigabe stehe demnach in direktem Zusammenhang mit der Forderung nach einer sicheren Passage durch die strategisch wichtige Strasse von Hormus – ein zentrales Thema der Verhandlungen.

Eine zweite iranische Quelle sprach gegenüber Reuters von rund 6 Milliarden US-Dollar, deren Freigabe über Katar erfolgen solle. Eine Bestätigung von US-Seite lag zunächst nicht vor, auch das katarische Aussenministerium reagierte nicht auf entsprechende Anfragen.

Gegenüber CBS News dementierte ein hochrangiger Beamter jedoch den Bericht von Reuters. «Die USA haben NICHT zugestimmt, eingefrorene iranische Vermögenswerte freizugeben», heisst es auf der Plattform X. Gespräche mit dem Iran hätten noch nicht begonnen, daher sei auch noch kein Abkommen erörtert worden.

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Die Gelder waren ursprünglich vor rund acht Jahren eingefroren worden. Sie stammen aus iranischen Ölexporten nach Südkorea und wurden nach der Wiedereinführung von US-Sanktionen unter Präsident Donald Trump blockiert. Im Zuge eines von Katar vermittelten Gefangenenaustauschs im Jahr 2023 waren die Mittel zeitweise freigegeben und nach Doha transferiert worden, bevor sie nach den Angriffen der Hamas auf Israel im Oktober 2023 erneut eingefroren wurden.

US-Vertreter hatten damals betont, dass die Mittel ausschliesslich für humanitäre Zwecke vorgesehen seien. Nun könnte die mögliche Freigabe der Gelder als erster konkreter Fortschritt in den Gesprächen von Islamabad gewertet werden.

07:57 Uhr

Vertrauen in Vance, Zweifel an Witkoff – US-Delegation in Islamabad gelandet

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

In Islamabad beginnen in den kommenden Stunden neue Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran. Die US-Delegation unter der Führung von US-Vizepräsidenten J. D. Vance ist bereits in der pakistanischen Hauptstadt gelandet, gefolgt von Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. 

Ankunft von US-Vize Vance in Pakistan
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US-Ziel der Verhandlungen ist es, eine diplomatische Lösung für den eskalierenden Konflikt zu finden. Eine hochrangige pakistanische Quelle lobte gegenüber CNN insbesondere die Rolle von US-Vize Vance. Dieser habe entscheidend dazu beigetragen, beide Seiten überhaupt an den Verhandlungstisch zu bringen.

US-Vize Vance stand nie wirklich hinter dem Angriff auf Iran – nun könnte er den Krieg beenden.
Foto: keystone-sda.ch

Die Gespräche könnten sich jedoch hinziehen. Eine mit dem Prozess vertraute Quelle erwartet mehrere Tage intensiver Verhandlungen, bevor ein möglicher Waffenstillstand zustande kommen könnte. Pakistanische Vertreter hoffen deshalb, Vance zu einem längeren Aufenthalt im Land bewegen zu können, um die Gespräche persönlich voranzutreiben.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, der die Delegation seines Landes leitet, zeigte sich bei seiner Ankunft vorsichtig. «Wir haben gute Absichten, aber wir vertrauen nicht», sagte er laut CBS. Frühere Verhandlungen mit den USA seien aus iranischer Sicht immer wieder an gebrochenen Versprechen gescheitert.

Auch auf amerikanischer Seite herrscht Skepsis. Vance erklärte zwar, Washington gehe mit Optimismus in die Gespräche, warnte Teheran aber gleichzeitig davor, «uns auszutricksen».

Zusätzliche Spannungen bringt die Rolle von Steve Witkoff in die Gespräche. Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump gehört zur amerikanischen Delegation, geniesst laut einer Quelle aus der Golfregion bei den Iranern jedoch kaum Vertrauen, da frühere Gesprächsrunden unter seiner Leitung jeweils durch US-Angriffe beendet wurden.

Mit welchen Forderungen beide Seiten in die Verhandlungen gehen und warum eine Einigung deshalb fragwürdig ist, liest du in meinem Text zum Gipfel in Islamabad.

10.04.2026, 19:50 Uhr

«Der Iran hat keine Trümpfe in der Hand»

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Im Vorfeld der Verhandlungsgespräche am Samstag hatte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf am Freitag auf X zwei Bedingungen genannt, bevor man sich an den Verhandlungstisch setze. Die Verhandlungen mit den USA würden laut Ghalibaf nur aufgenommen, wenn der Waffenstillstand auch im Libanon gelte und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben würden. Nun hat US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social reagiert.

Foto: AFP

«Die Iraner scheinen nicht zu begreifen, dass sie keine Trümpfe in der Hand haben, abgesehen von der kurzfristigen Erpressung der Welt durch die Nutzung internationaler Wasserstrassen. Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!», schrieb Trump am Freitagabend. Damit scheint deutlich, was er von Vorabforderungen der Iraner hält. 

Zuvor hatte der US-Präsident bereits in einem Truth-Social-Post geschrieben: «Die Iraner sind besser darin, mit den Fake-News-Medien und der Öffentlichkeitsarbeit umzugehen, als sie im Kämpfen sind!» 

10.04.2026, 18:17 Uhr

Botschafter führen erste Vorbereitungsgespräche

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Aus Teheran waren im Vorfeld der Verhandlungsgespräche bereits erste Forderungen zu hören, damit sich die iranischen Vertreter überhaupt an den Verhandlungstisch setzen (siehe vorheriger Ticker-Eintrag). Erst wenn der Waffenstillstand auch im Libanon gelte und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben würden, wolle man mit den USA verhandeln. 

Der Libanon steht weiterhin unter israelischem Beschuss.
Foto: keystone-sda.ch

Wie ​CNN​ nun unter Berufung auf einen israelischen Beamten und eine mit den Gesprächen vertraute Quelle berichtet, sollen jedoch vorab erste Vorbereitungsgespräche stattfinden. Botschafter aus Israel, dem Libanon und den USA sollen demnach bereits am Freitag in Washington zu einer ersten Gesprächsrunde zusammenkommen. 

Ziel: Der Weg für künftige Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon soll geebnet werden. Denn Israel führt die Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon nach wie vor durch. In der ersten Gesprächsrunde sollen sich Israel und der Libanon für direkte Verhandlungen einigen. Im Fokus stehen dabei die Entwaffnung der Hisbollah und die Herstellung «friedlicher Beziehungen» zwischen den beiden Ländern, zitiert CNN einen israelischen Beamten. 

An den Gesprächen am Freitag werden laut den CNN-Quellen Michel Issa, der US-Botschafter im Libanon, Yechiel Leiter, Israels Botschafter in den USA, und Nada Hamadeh Moawad, die libanesische Botschafterin in den USA, teilnehmen.

10.04.2026, 17:52 Uhr

Iran fordert zwei Bedingungen für Beginn der Verhandlungen

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Am Samstag sollen die USA und der Iran in Pakistan darüber verhandeln, ob aus der brüchigen Waffenruhe ein dauerhafter Frieden werden kann. Doch nun stellt der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf klar, dass der Iran die Verhandlungen nur aufnehmen werde, wenn zuvor zwei Bedingungen erfüllt würden. 

Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Auf X erklärte Ghalibaf, dass ein Waffenstillstand im Libanon und die Freigabe der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte erfüllt sein müssten, bevor man sich an den Verhandlungstisch setze. 

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Die Forderung nach der Freigabe eingefrorener Vermögenswerte tauchte bereits in früheren Verhandlungen auf. Doch zum ersten Mal macht der Iran die Forderung zur Voraussetzung für Verhandlungsgespräche. 

Der fortlaufende Beschuss auf den Libanon ist bereits seit Beginn der Waffenruhe ein Streitpunkt zwischen dem Iran sowie den USA und Israel. Während Teheran den Libanon im Waffenstillstand einbezogen sieht, weisen die USA und Israel diese Behauptung zurück. 

10.04.2026, 16:06 Uhr

Vance reist nach Islamabad – Trump spricht von «mächtigstem Neustart»

Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk

Während die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus nur zögerlich vorangeht und der Libanon weiterhin von Luftangriffen überzogen wird, scheinen für US-Präsident die Zeichen unterdessen auf Erfolg zu stehen. Auf Truth Social meldete sich Trump nun mit dem Satz: «DER MÄCHTIGSTE NEUSTART DER WELT!!!» Damit bezieht er sich wahrscheinlich auf die anstehenden Verhandlungen in Pakistan über ein Ende des Kriegs. Weitere Angaben machte der US-Präsident jedoch nicht. 

US-Vizepräsident ist auf dem Weg nach Pakistan, um über ein Kriegsende zu verhandeln.
Foto: keystone-sda.ch

US-Vizepräsident J. D. Vance (41) ist bereits auf dem Weg nach Islamabad. Beim Boarding der Air Force Two in Maryland sagte er: «Wenn die Iraner in gutem Glauben verhandeln wollen, sind wir bereit, die offene Hand auszustrecken.» Doch zugleich ergänzte er: «Wenn sie versuchen, mit uns zu spielen, werden sie feststellen, dass das Verhandlungsteam darauf nicht gut reagiert.» Begleitet wird Vance vom Sondergesandtem Steve Witkoff (69) und Jared Kushner (45), dem Schwiegersohn von Präsident Donald Trump. Mein Kollege Daniel Macher hat in diesem Artikel dargelegt, was die Verhandlungen dabei umfassen. 

Doch wie sieht es aktuell mit dem Waffenstillstand im Nahen Osten aus? Meine Kollegin Angela Rosser hat in diesem Artikel erklärt, was die Bedingungen für die Waffenruhe sind. Besonders die Öffnung der Strasse von Hormus ist darin zentral. Die Schifffahrt scheint die Meerenge bisher jedoch nur zögerlich zu passieren. Laut Schifffahrtsdaten von marinetraffic.com passierten in den letzten 24 Stunden weniger als zehn Schiffe die strategisch wichtige Meerenge.

Die Angriffe im Libanon dürften für Zündfeuer bei den Verhandlungen sorgen. Denn für den Libanon herrschen auf Seiten der USA und Israel sowie in Teheran ganz unterschiedliche Auffassungen der Waffenruhe. Während der Iran den Libanon in den Waffenstillstand eingeschlossen sieht, widersprechen die USA und Israel. 

Israel setzt die Angriffe auf die Terrormiliz Hisbollah im Libanon daher weiterhin fort, die Hisbollah reagiert mit Gegenschlägen. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete am Freitag von schweren Luftangriffen, die weite Teile der südlich gelegenen Stadt Nabatiyeh getroffen hätten, darunter auch eine Dienststelle der Staatssicherheit. Mindestens acht Mitarbeiter der Staatssicherheit sollen nach Angaben der Agentur getötet worden seien. 

10.04.2026, 08:09 Uhr

Ex-Aussenminister erliegt Verletzungen

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

Vor einer Woche wurde berichtet, dass der iranische Aussenminister Kamal Kharazi (81) in ein Spital gebracht werden musste. Bei einem Angriff auf sein Haus, sei seine Frau ums Leben gekommen und er wurde schwer verletzt.

Wie die iranischen Behörden nun melden, ist der ehemalige Aussenminster Irans seinen schweren Verletzungen erlegen und gestorben. Er war zuletzt als Berater für den getöteten Diktator Ali Chamenei (†86) tätig. ​Nach dessen Ableben setzte er seine Beratertätigkeiten auch für seinen Sohn, Modschtaba Chamenei (56), fort.

Der ehemalige Aussenminister des Iran, Kamal Kharazi (†81), ist tot.
Foto: imago/VCG

Mit Kharazi wird die Liste der «Märtyrer» die im Zuge des Krieges im Iran getötet wurden, erneut länger. Mitte März wurde bereits der Tod von ​Ex-Sicherheitschef Ali Laridschani (†67)​ und das Ableben von Gholamreza Soleimani (†62), dem Kommandanten der Basij-Milizen, vermeldet.

Auswirkungen respektive eine Schwächung des Regimes ist aber auch trotz der vielen vermeldeten «Märtyrertode», wie die Mullahs sie nennen, nicht zu spüren. Anfang März hat mein Kollege Mattia Jutzeler über ​das Regierungsmodell der Mullahs geschrieben.

09.04.2026, 23:31 Uhr

Laut Bidens Ex-Berater ist Netanyahu die treibende Kraft

Von Guido Felder, Auslandredaktor

Joe Bidens (83) ehemaliger Sicherheitsberater Jake Sullivan (49) kritisiert Benjamin Netanyahu (76) scharf. In einem Interview auf ORF sieht er den israelischen Ministerpräsidenten als treibende Kraft hinter dem Iran-Krieg. Laut Sullivan drängt Netanyahu US-Präsidenten bereits seit Jahren systematisch dazu, einen Krieg gegen den Iran zu führen. Donald Trump habe schliesslich in der riskanten Überzeugung gehandelt, militärisch ohne Konsequenzen intervenieren zu können. 

Meine Kollegin Janine Enderli beschreibt hier, wie sich die beiden abgesprochen haben.

Jack Sullivan war Bidens Sicherheitsberater.

Sullivan begrüsst den angedachten Waffenstillstand, kritisiert aber Israels weiteren Angriffe auf den Libanon als «strategisch nicht konstruktiv». Für künftige Verhandlungen sieht er zwei Prioritäten: die dauerhafte Sicherung der Strasse von Hormus für den Welthandel und ein striktes Abkommen gegen die iranische Atombewaffnung.

Sullivan fordert ein stärkeres Engagement der Europäer. Diese müssten nun diplomatisch mit einer Stimme sprechen, um die internationale Schifffahrt zu schützen. Er hatte aber auch volles Verständnis dafür, dass man Verbündete nicht erst dann um Hilfe bitten kann, wenn ein Krieg ohne Absprache bereits ausser Kontrolle geraten sei.

Netanyahu benutzt den Krieg nicht nur zur Vernichtung des Feindes. Er packt die Gelegenheit auch, um sein eigenes Land nach seinen Wünschen umzubauen. Lies dazu die Analyse von meinem Kollegen Samuel Schumacher. 

09.04.2026, 20:05 Uhr

«Wir haben die Welt verblüfft»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Über seinen aktuellen Gesundheitszustand wissen wir wenig, aber der neue Ober-Mullah sorgt regelmässig mit ihm zugeschriebenen Erklärungen für Aufsehen.

Auch am Donnerstagabend wurde im iranischen Staatsfernsehen eine Erklärung verlesen, die von Modschtaba Chamenei stammen soll. Darin hat er sein Land als Gewinner der Kämpfe mit den Vereinigten Staaten und Israel dargestellt. 

«Der Iran hat die Welt verblüfft», heisst es in dem Statement. Weiter schwor Chamenei Vergeltung für den Tod seines Vaters. «Der Iran ist entschlossen, sich für den Tod unseres Führers und Märtyrers zu rächen.»

Chamenei wurde am 8. März zum Nachfolger seines Vaters Ali Chamenei (†86) gewählt. Seitdem ist er nicht öffentlich aufgetreten. Der 56-Jährige wurde Berichten zufolge bei demselben Luftangriff, der seinen Vater tötete, schwer verletzt. 

Er soll sich in einem Spital in der Stadt Ghom von diesen Verletzungen erholen. Immer wieder hiess es, Modschtaba Chamenei liege im Koma. Doch jüngst sorgte ein Bericht des US-Magazins Axios für Schlagzeilen, wonach der Oberste Führer einen massgeblichen Teil zur aktuellen Waffenruhe beigetragen habe. 

Foto: KEYSTONE/AP/VAHID SALEMI
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