Hier wird Machado als Gewinnerin verkündet
0:35
Friedensnobelpreis:Hier wird Machado als Gewinnerin verkündet

Verwirrung um Aufenthaltsort
Friedensnobelpreisträgerin reist doch nach Oslo – kommt aber zu spät!

Maria Corina Machado wird offenbar doch nach Norwegen reisen. An die Verleihzeremonie des Friedensnobelpreises werde sie es aber nicht schaffen. Am Mittwochmorgen noch wurde bekannt gegeben, dass sich die Friedensnobelpreisträgerin nicht in Norwegen aufhalte.
Kommentieren
1/2
Maria Corina Machado wird nicht an der Friedensnobelpreis-Zeremonie in Oslo teilnehmen.
Foto: Jesus Vargas/dpa

Maria Corina Machado (58) soll nun doch nach Oslo kommen. Das teilte das Nobel Institut am Mittwochmittag, kurz vor Beginn der Preisverleihung um 13 Uhr, mit. Die Preisträgerin hat es aber nicht zur eigentlichen Verleihung des Nobelpreises geschafft. Ihre Tochter Ana Corina Sosa (34) hat den Preis kurz vor 14 Uhr im Namen ihrer Mutter entgegengenommen.

«Obwohl sie es nicht zur Zeremonie und den heutigen Veranstaltungen schaffen wird, sind wir äusserst froh, bestätigen zu können, dass sie in Sicherheit ist und bei uns in Oslo sein wird», heisst es. Dazu veröffentlichte das Institut eine Audiobotschaft, in der Machado selbst zu Wort kommt. In dem Ausschnitt sagt Machado: «Ich werde in Oslo sein, ich bin auf dem Weg.» Die 58-Jährige bedankt sich bei allen, die sie in dieser schweren Zeit unterstützt haben. 

Drohungen der eigenen Regierung

Blick berichtete am Mittwochmorgen, dass die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado (58) den Friedensnobelpreis am Mittwoch in Oslo nicht persönlich entgegennehmen wird. Ihr aktueller Aufenthaltsort sei unbekannt, schrieb die Nachrichtenagentur «Reuters». Ihre Tochter werde den Preis für sie entgegennehmen. Die Situation um die Friedensnobelpreisträgerin ist im Moment also relativ unklar.

Machado sollte die Auszeichnung trotz eines seit einem Jahrzehnt bestehenden Reiseverbots der Behörden ihres Heimatlandes und nach mehr als einem Jahr im Untergrund entgegennehmen. Die venezolanische Regierung drohte der 58-Jährigen allerdings, sie bei Verlassen des Landes als flüchtig zu betrachten

«Mir sind alle erdenklichen Verbrechen vorgeworfen worden, bis hin zu Terrorismus», sagte Machado in dem Video-Interview Anfang Dezember. «Das Regime ist sehr deutlich geworden.» Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro (63) hätte gedroht, sie bei einer Ausreise zu töten. Machado gilt als einende Kraft der Opposition in Venezuela und entschiedene Widersacherin des seit 2013 autoritär regierenden Maduro.

Einsatz für Demokratie

Machado hat den diesjährigen Friedensnobelpreis im Oktober für ihren Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes zugesprochen bekommen. Die Drohungen von Venezuelas Regierung scheinen allerdings Wirkung gezeigt zu haben. 

«Machado befindet sich leider nicht in Norwegen und wird daher nicht um 13 Uhr im Osloer Rathaus auf der Bühne stehen, wenn die Zeremonie beginnt», sagte der Direktor des Friedensnobelpreis-Instituts gegenüber dem norwegischen Sender NRK. Nun soll sie doch nach Norwegen kommen. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen