Darum gehts
Russland erhöht Druck auf Ukraine mit Sommeroffensive
Donald Trump und Wladimir Putin trafen sich in Alaska
Trump will direkte Verhandlungen zwischen Putin und Wolodimir Selenski
Ukrainischer Ex-Parlamentschef in Lwiw getötet
Von Fabrice Obrist, Redaktor News
Der frühere ukrainische Parlamentschef Andrij Parubij (†54) ist im Westen des Landes in der Stadt Lwiw nach Behördenangaben getötet worden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (47) sprach auf der Plattform X von einem «schrecklichen Mord» an dem 54 Jahre alten Abgeordneten.
Berichten zufolge soll der Politiker durch mehrere Schüsse getötet worden sein. Diese sollen von einem Kurier eines Lieferdienstes auf einem Velo abgefeuert worden sein. Im Internet kursieren Bilder, die sowohl den mutmasslich ermordeten Politiker als auch den Kurier auf dem Fahrrad zeigen sollen.
Die Ermittlungen zu dem Verbrechen und die Suche nach dem Täter liefen, teilte Selenski mit. Er sprach den Angehörigen des Politikers sein Beileid aus.
Es handelt es sich bei Parubijs Tod nicht um das erste Attentat in der Stadt Lwiw. Erst im letzten Jahr wurde die ultranationalistische Politikerin Iryna Farion (†60) in derselben Stadt ermordet. Farion war zeitweilig ebenfalls Abgeordnete im Parlament und bekannt für ihre russenfeindlichen Aussagen. Getötet wurde sie durch einen Kopfschuss, die Behörden gingen daraufhin einer möglichen Spur nach Russland nach.
Selenski fordert «echte Schritte» gegen Russland – und warnt vor Grossoffensive
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
«Dieser Krieg endet nicht durch politische Erklärungen – gebraucht werden echte Schritte.» Mit diesen Worten wandte sich der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (47) erneut an «die ganze Welt», um entschlossener gegen den russischen Angriffskrieg vorzugehen. Warum er das gerade jetzt tut, ist klar. Seit Tagen überzieht Russland das Nachbarland mit massiven Angriffen. Und das, nachdem jüngst noch von Frieden zwischen den beiden Ländern gesprochen wurde. Stattdessen betonte Selenski, dass Russland durch die jüngsten Attacken mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern gezeigt habe, dass es auf Worte allein pfeife.
Hinzu kommt, dass nach Angaben aus Kiew Russland eine weitere grosse Offensive im ostukrainischen Industriegebiet Donbass plant. Der Vorstoss könne im Raum um die Stadt Pokrowsk erfolgen, warnte Selenski bei einem Gespräch mit Medienvertretern. «Die Konzentration (an Truppen) dort liegt bei bis zu 100'000, das ist das, was wir heute Morgen haben», sagte er. Die russischen Truppen bereiteten den Vorstoss vor. Aber die Ukraine sei darauf vorbereitet und die Lage unter Kontrolle, sagte Selenski.
Das russische Militär griff unterdessen in der Nacht eine Reihe von ukrainischen Städten mit Kampfdrohnen und Marschflugkörpern an. Vor allem Saporischschja und Dnipro hatten die Angreifer diesmal im Visier. Die beiden Städte wurden nach Medienberichten von schweren Explosionen erschüttert. Auch aus Kiew und anderen Städten wurden Angriffe mit Kamikaze-Drohnen gemeldet, die mit Sprengladungen versehen ins Ziel gesteuert werden.
In Saporischschja wurde laut Militärverwalter Iwan Fedorow mindestens ein Mensch getötet, ausserdem gebe es mindestens 22 Verletzte. Einige Wohngebäude seien nach Treffern in Brand geraten. Aus den anderen angegriffenen Städten lagen zunächst keine Informationen über mögliche Opfer oder Schäden vor.
Putin heuert ukrainische Terror-Teenies für Anschläge an
Von Martin Meul, Reporter News
Nicht nur auf dem Schlachtfeld greift Russland an. Kremlchef Wladimir Putin will die ganze Ukraine zermürben. Und setzt dabei auf Terror-Teenies.
Mehr als 700 Sabotageakte und Terroranschläge hat der ukrainische Geheimdienst seit Anfang 2024 aufgeklärt. Jeder Vierte wurde von Teenagern – in einem Fall sogar von einem erst 11-jährigen Mädchen – verübt. Russland rekrutiert die Jugendlichen auf perfide Art und Weise via die App Telegram.
Von Graffiti-Schmierereien über Angriffe auf Bahngleise bis zu Selbstmordanschlägen mit selbstgebauten Bomben: Die russische Terror-Teenie-Taktik birgt auch für ukrainische Gebiete fernab der Front grosse Gefahren. Blick erklärt, wie Putins Rekrutierer ukrainische Jugendliche in die Falle locken – und warum auch die Schweiz vor dieser Gefahr nicht gefeit ist.
Plant Russland neue Mega-Offensive? «Bis zu 100'000 Soldaten zusammengezogen»
Von Johannes Hillig, Redaktor am News-Desk
Die Welt blickte am 15. August voller Hoffnung nach Alaska. Kein Wunder: Es war das erste Mal, dass Kremlchef Wladimir Putin (72) sich für einen Dialog bereit erklärte, indem er US-Präsident Donald Trump (79) traf.
Ein erster Schritt in Richtung Frieden. Zumindest dachten das viele, ich auch. Und jetzt? Frieden? Keine Spur. Im Gegenteil: Russland erhöht den Druck auf die Ukraine.
Nach Darstellung von Russlands Verteidigungsminister Andrej Beloussow (66) läuft Moskaus Eroberungskrieg erfolgreich und hat zuletzt deutlich an Fahrt gewonnen. «Wenn wir zu Jahresbeginn jeden Monat 300 bis 400 Quadratkilometer befreit haben, so sind es jetzt 600 bis 700», sagte Beloussow bei einer Sitzung des Ministeriums.
Und es könnte für die Ukraine noch schlimmer kommen: Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski (47) hat die russische Armee aktuell «bis zu 100'000» Soldaten im Osten der Ukraine zusammengezogen. Nahe der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk finde «eine Aufstockung und Konzentration des Feindes statt», sagte Selenski am Freitag vor Journalisten in Kiew. «Sie bereiten in jedem Fall Offensivmassnahmen vor», so der Ukraine-Präsident.
Die Stadt Pokrowsk, in der vor Kriegsbeginn rund 60'000 Menschen wohnten, ist ein wichtiger logistischer Knotenpunkt für die ukrainischen Streitkräfte. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 zählt die Region rund um die Stadt zu den am heftigsten umkämpften Gebieten in der Ukraine.
In den vergangenen Monaten waren russische Truppen von drei Seiten auf die Stadt Pokrowsk vorgerückt. Am Freitag befand sich die Armee laut ukrainischen Angaben weniger als fünf Kilometer von der Stadtgrenze entfernt. Vor wenigen Tagen hatte Selenski bereits gewarnt, dass Moskau seine Truppen im von Russland besetzten Teil der südlichen Region Saporischschja für eine mögliche Offensive zusammenziehe.
Warum tut Putin das? Das hat sich auch mein Kollege Samuel Schumacher gefragt und dafür mit Klemens Fischer, Professor für internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität Köln gesprochen. In dem Artikel geht es um Russlands neue Kriegsfalle. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier.
Kreml kritisiert Macron für «vulgäre Beleidigungen»
Von Marian Nadler, Redaktor am News-Desk
Russische Politiker schimpfen wie die Rohrspatzen – und besonders gerne gegen Europa. Immer wieder wird gehetzt und beleidigt. Doch wer austeilt, muss auch einstecken können, heisst es. Ausgerechnet da hapert es aber gewaltig bei den Russen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (47) hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin (72) in der vergangenen Woche als «Raubtier» und «Ungeheuer» bezeichnet. Im Kreml reagiert man nun empört.
Moskau wies die Aussagen am Freitag als «vulgär» zurück. Die Äusserungen überschritten nicht nur die «Grenzen des Zumutbaren, sondern auch des Anständigen», sagte die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa (49), laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Macrons Äusserungen seien «vulgäre Beleidigungen gegen Russland und sein Volk».
Macron hatte in einem am Dienstag vergangener Woche ausgestrahltem Interview mit dem französischen Fernsehsender LCI europäische Spitzenvertreter gemahnt, Putin nicht zu vertrauen. «Auch für sein eigenes Überleben muss er (Putin) immer weiter fressen. Daher ist er ein Raubtier, ein Ungeheuer vor unseren Toren», sagte Macron.
Einer, der das «Raubtier» in der kommenden Woche persönlich treffen könnte, ist Altbundesrat Ueli Maurer (74). Er nimmt am Mittwoch an den Feierlichkeiten zum 80-jährigen Jubiläum des Endes des Zweiten Weltkriegs in China teil. Putin steht ebenfalls auf der Gästeliste. Hier geht es zur Meldung meines Kollegen Ruedi Studer.
Die drei Sicherheitsgarantie-Wünsche des Wolodimir Selenski
Von Marian Nadler, Redaktor am News-Desk
Die Ukraine versucht aktuell alles, um von seinen Verbündeten und den USA Sicherheitsgarantien zu erhalten. Doch was will die Ukraine eigentlich konkret? Der ukrainische Präsident nannte am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz drei zentrale Wünsche, wie «RBK-Ukraina» berichtete.
- Selenski wünscht sich die Aufrechterhaltung der aktuellen ukrainischen Truppenstärke und die Versorgung der Armee mit Waffen aus ukrainischer, europäischer und amerikanischer Produktion.
- Der zweite Wunsch betrifft die Nato. Dabei geht es um Vereinbarungen mit Partnern auf Führungsebene über ihre Bereitschaft, die Ukraine im Falle einer neuen Aggression zu unterstützen. Die Nato-Mitglieder würden einem Nato-Beitritt «noch nicht» zustimmen, deshalb schlägt Selenski «eine Nato light» vor. «Wir müssen verstehen, wozu unsere Partner bereit sind.»
- Der dritte Wunsch ist das Aufrechterhalten der Sanktionen gegen Russland und die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte zum Wiederaufbau der Ukraine.
Am Donnerstag schrieb ich hier über eine diplomatische Offensive der Ukrainer. Selenski entsandte diese Woche eine Delegation auf eine Reise um den halben Globus. In Saudi-Arabien, den USA und auch der Schweiz sollen Präsidialamtschef Andrij Jermak (53) und Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow (43) weitere internationale Unterstützung sammeln, den Druck auf Russland erhöhen – und im besten Fall mit Sicherheitsgarantien zurückkehren. Am Freitag treffen sie sich in den USA unter anderem mit dem Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump (79), Steve Witkoff (68). Nun macht auch Selenski parallel Druck.
USA schnüren massives Raketen-Paket für Ukraine
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Die USA haben grünes Licht für einen massiven Waffendeal gegeben: Raketen und Kriegsgerät im Wert von 825 Millionen Dollar (rund 663 Millionen Franken) sollen an die Ukraine geliefert werden, um Kiew im Kampf gegen Russlands Angriffskrieg zu stärken.
Die Finanzierung kommt aus den USA, Dänemark, den Niederlanden und Norwegen, wie am Donnerstag aus dem US-Aussenministerium verlautete. Erstmals greift damit der neue Kaufmechanismus über Nato. Der Deal umfasst 3350 Extended Range Attack Munition (ERAM)-Raketen, GPS-Einheiten, militärische Schulungen und technischen Support.
Während Kiew neue militärische Muskeln bekommt, toben in der Ukraine weiter blutige Kämpfe. In der Nacht auf Donnerstag schlug Russland mit einem der schwersten Luftangriffe seit Kriegsbeginn zu: Über 600 Drohnen und 30 Raketen trafen die Hauptstadt Kiew, mindestens 23 Menschen starben, darunter vier Kinder. Zudem wurden die Büros der EU und Grossbritanniens beschädigt.
Derweil schwindet die Hoffnung auf Frieden. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich pessimistisch. Ein geplantes Gipfeltreffen nach Trumps Alaska-Gesprächen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski scheint gescheitert. «Es wird offensichtlich kein Treffen zwischen Putin und Selenski geben», so Merz.
Vergeltung für Angriffe auf Kiew? Ukraine bestätigt Zerstörung von logistischem Knotenpunkt nahe Moskau
Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk
Twer – die sonst unscheinbare Stadt in der Nähe von Moskau beherbergt einen wichtigen Knotenpunkt in der Eisenbahnstrecke zwischen St. Petersburg und der russischen Hauptstadt. Oder wie man nun sagen muss: Beherbergte.
Wie der ukrainische Militärgeheimdienst auf Telegram bekannt gab, wurde die logistisch so wichtige Verbindung in einer Sprengstoffattacke in die Luft gejagt. Gegen 5 Uhr am Donnerstag explodierten mehrere Eisenbahnwagen, die offenbar mit Kraftstoff gefüllt waren, nachdem Sprengsätze angebracht worden waren.
Die Feuer sollen sich auf das gesamte Gelände des Bahnhofs in Twer ausgebreitet haben. Der Angriff ist, so ein Sprecher des Geheimdiensts, «Teil einer Reihe von Massnahmen zur Zerstörung der logistischen Kapazitäten der Russen.»
Der Angriff erfolgte nur kurz nach den Attacken auf Kiew in der Nacht auf Donnerstag. Ob es ein Vergeltungsschlag ist, bleibt offen – der Schaden für die russische Logistik dürfte jedoch gross sein.
«Müssen das Land in ein stählernes Stachelschwein verwandeln» – von der Leyen äusserte sich nach grosser Attacke auf Kiew
Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk
Schock in der ukrainischen Hauptstadt Kiew in der Nacht auf Donnerstag: Zwei russische Raketen schlugen nur wenige Meter von der EU-Vertretung ein. Nun hat sich die europäische Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingeschaltet. Sie habe nach dem Vorfall mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski und US-Präsident Donald Trump gesprochen.
In einem Beitrag auf X erklärte von der Leyen nach den Gesprächen: «Wir müssen einen gerechten und dauerhaften Frieden für die Ukraine mit soliden und glaubwürdigen Sicherheitsgarantien sichern, die das Land in ein stählernes Stachelschwein verwandeln werden.»
Europa werde seinen Teil dazu beitragen, schrieb die Kommissionspräsidentin. Weiter wolle sie auch Kremlchef Wladimir Putin am Verhandlungstisch sehen.
Ukrainer attackieren Kriegsschiff bei der Krim
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Der russische Angriff auf Kiew war massiv – nun schlagen die Ukrainer zurück. Nahe der Krim wurde ein russisches Kriegsschiff angegriffen. Auf Telegram wird die Operation gefeiert.
Veröffentlichte Bilder zeigen, wie eine Drohne auf das Schiff zusteuert und dieses anschliessend trifft. Laut ukrainischen Angaben handelte es sich bei dem getroffenen Schiff um einen Raketenträger.
Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte ein Video, auf dem der Angriff zu sehen ist. Eine Drohne nähert sich dem Träger und trifft diesen. Dabei sei das Radar beschädigt worden. Das Schiff habe daraufhin seinen Einsatz abbrechen müssen.
Immer wieder gelingen ukrainischen Spezialeinheiten Missionen, die die russische Marine oder Luftwaffe schwächen. So etwa Abschüsse von wichtigen russischen Flugzeugen. Anfang Jahr konnte, ebenfalls bei der Krim, ein Helikopter abgeschossen werden. Die Operation siehst du im Video.
Ein Toter bei Angriff auf ukrainisches Aufklärungsschiff
Nur wenige Minuten nach der Meldung über das attackierte Kriegsschiff, meldete das russische Verteidigungsministerium, ein ukrainisches Aufklärungsschiff bei der Donau-Mündung in der Oblast Odessa versenkt zu haben. Die Operation wurde mit einer Marinedrohne durchgeführt, wie das russische Verteidigungsministerium erklärte.
Bei dem Angriff auf das ukrainische Schiff wurde nach Angaben der ukrainischen Marine mindestens ein Mensch getötet. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden, sagte Marinesprecher Dmytro Pletentschuk am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Ukrinform. «Die Mehrheit der Besatzungsmitglieder ist in Sicherheit.» Die Suche nach mehreren vermissten Soldaten gehe weiter, fügte der Sprecher hinzu.