Darum gehts
- Die Artemis-II-Kapsel landet am Samstag um 2.07 Uhr vor San Diego
- Kapsel trotzt 2760 Grad und 40'000 km/h beim Wiedereintritt in Atmosphäre
- Erster bemannter Flug Richtung Mond seit der letzten Mondlandung im Jahr 1972
Die Rückkehr zum Mond ist geglückt. Über 50 Jahre nach der letzten bemannten Mondlandung mit Apollo 17 umkreisten mit Artemis II wieder Menschen den Begleiter der Erde.
Mit einer bilderbuchmässigen Landung der Orion-Kapsel im Pazifik endete die Mission am Samstag um 2.07 Uhr Schweizer Zeit im Meer. Alle vier Astronauten sind wohlauf. Artemis-II-Kommandant Reid Wiseman (50) verliess als letzter die im Ozean schwimmende Kapsel.
Die zehntägige Reise wird in die Geschichte eingehen. Die Artemis-II-Crew startete am 1. April in Cape Canaveral, Florida. Die Astronauten flogen daraufhin Richtung Mond, umrundeten den Himmelskörper und drangen weiter ins Weltall vor als jemals ein Mensch vor ihnen.
Maximal 406'771 Kilometer waren die vier Astronauten bei der Umkreisung des Mondes von der Erde entfernt. Zum Vergleich: Beim bisherigen Rekord erreichte die Apollo-13-Mission 1970 eine Distanz von 400'171 Kilometer von der Erde.
So lief die Landung ab
Zum Schluss der Mission wurde es nochmals spannend. Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ist immer heikel. Die Kapsel trat mit einer Geschwindigkeit von 40'000 km/h ein und musste Temperaturen von bis zu 2760 Grad trotzen.
Dank einer verbesserten Hitzeschutzabdeckung, war die Nasa aber zuversichtlich. Zu recht, wie sich nun zeigte. Die Fallschirme öffneten planmässig und reduzierten die Geschwindigkeit der Orion-Kapsel auf 27 km/h, bevor sie sanft im Wasser landete.
«Ein einzigartiger Himmelskörper»
Die Mission ist ein Wendepunkt für die Nasa und ihre internationalen Partner. Es war der erste bemannte Flug über die niedrige Erdumlaufbahn hinaus seit der letzten Apollo-Mission im Dezember 1972. Gleichzeitig ebnete das Team den Weg für zukünftige Artemis-Missionen, darunter eine geplante Mondlandung im Jahr 2028 und langfristige Visionen wie eine bemannte Mondbasis.
«Der Mond ist wirklich ein einzigartiger Himmelskörper», sagte Astronautin Christina Koch (47), die als erste Frau dem Mond so nahegekommen ist, am Montag, nachdem die Kapsel den Mond passiert hatte. Die Mission lieferte atemberaubende Bilder der Mondoberfläche und der Erde aus der Ferne.
Die Mission sorgte weltweit für grosses Interesse. In den Kommentarspalten unter Beiträgen zur Artemis-II-Mission häuften sich dabei auch erneut Behauptungen aus der Flat-Earth-Szene – laut Experten ein Versuch, vor allem Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Verschwörungstheorie besagt, dass die Erde keine Kugel, sondern eine flache Scheibe sei. Hinzu kommt: In den sozialen Medien kursierten zahlreiche Fake-KI-Bilder zur Mission.
Während die Online-Diskussionen weiterlaufen, sind die vier Astronauten nun wieder auf ihrem Heimatplaneten der Erde zurück.