«Habemus Papam!» Um 18.01 Uhr stieg weisser Rauch aus dem Hallenstadion. Nein, wir sind nicht Papst.
Aber wir haben einen neuen Fifa-Präsidenten. Und die gute Nachricht ist: Er heisst Gianni Infantino. Er ist die beste und glaubwürdigste Wahl für den schwer angeschlagenen Weltfussballverband.
Der lange Zeit beratungsresistente Altherrenklub hat seine Lektion gelernt. Seit die Polizei auf Geheiss der Amerikaner mit den Handschellen am Gürtel durch die Nobelhotels spaziert, weiss auch der letzte kurzsichtige und schwerhörige Funktionär: Es ist fertig mit lustig.
Die Fifa-Reformen sind wuchtig angenommen worden. Und damit ist die Basis für einen Neuanfang gelegt. Gleichzeitig wird Infantino und nicht der doch zwielichtige Scheich Salman Nachfolger von Sepp Blatter.
Damit ist das Fundament für den Neubeginn gelegt. Auf Infantino, den neuen Hoffnungsträger, wartet allerdings eine Herkulesaufgabe.
Es gilt jetzt eine neue, transparente, glaubwürdige Organisation aufzubauen. Das wird Jahre dauern. Denn die bösen Geister sind nicht so schnell zu vertreiben. Das System bleibt anfällig.
Denn Demokratie, Integrität und Transparenz sind noch in vielen Ländern und bei vielen Verbänden ein Fremdwort. Darum werden auch weiterhin dubiose Figuren nach Zürich pilgern.
Immerhin: Seit sie wissen, was ihnen blühen kann, haben sie die Zeichen der Zeit erkannt.
Der 26. Februar ist ein guter Tag für den Sport und für den Fussball. Und auch für die Schweiz.
Unser Land ist längst ein Zentrum des Weltsports. Sitz der grossen Sportverbände. Heimat von mächtigen Sportfunktionären.
Gianni Infantino ist der neuste Name auf dieser Liste. Und das ist gut so.