Rede von António Guterres ist erster Höhepunkt
Halbzeit am WEF: Um 11.30 Uhr spricht António Guterres, Generalsekretär der Uno, im grossen Saal in Davos. Man darf gespannt sein, wie er auf die nationalistische Kampfansage des US-Präsidenten reagieren wird.
Um 13.30 Uhr lässt sich Javad Zarif, Vizepräsident für Strategie des Iran, vom US-Starjournalisten Fareed Zakaria interviewen. Tragischer Hintergrund: Sein Vorgänger, der letztes Jahr in Davos sprach, kam bei einem Helikopterabsturz ums Leben.
Um 15.45 Uhr spricht Spaniens sozialdemokratischer Ministerpräsident Pedro Sanchez. Sein Land gilt im immer stärker nach rechts rückenden Europa als Bastion der Sozialdemokratie.
Wirtschaftsminister Guy Parmelin unterzeichnet voraussichtlich heute am WEF ein Freihandelsabkommen mit dem Kosovo. Die abtretende VBS-Vorsteherin Viola Amherd besucht heute die Truppen der Schweizer Armee am WEF.
Was machen die Klitschko-Brüder am WEF?
So esse ich mich (fast) gratis durch Davos
Die Preise, ob jetzt für Hotelübernachtungen oder Essen, sind in Davos während des Weltwirtschaftsforums überdurchschnittlich hoch. Reporterin Karin Frautschi versucht deshalb, sich einen Tag ernährungstechnisch gratis am WEF durchzuschlagen.
Uno-Chef Antonio Guterres spricht vor halb-leeren Rängen
Antonio Guterres (75) ist das pure Gegenteil von Donald Trump (78). Statt nationalistische «Unser Land zuerst»-Ideen steht der Uno-Chef für ein Zusammenrücken der Welt und weibelt unermüdlich für mehr Kooperation und Empathie. Doch seine Botschaft hat im Trump-versessenen Davos einen schweren Stand. Die grosse Vortragshalle blieb zu drei Vierteln leer, als der Portugiese am Mittwochmittag über die «Pandora’s Büchse von globalen Problemen» sprach, für die die Welt 2025 Lösungen suchen muss. Die Abhängigkeit von Erdöl sei ein «Frankenstein-Monster, das niemanden verschonen» werde, sagt Guterres. Künstliche Intelligenz habe das Potenzial, die globale Ungleichheit zu vergrössern. Im Nahen Osten sei es denkbar, dass Israel das Westjordanland besetze. Viele Probleme, viel Leid: Offene Ohren dafür fehlen am WEF.
Ukrainische Geschäftsfrau sucht am WEF Investoren
Die ukrainische Wirtschaftsexpertin Anna Derevyanko kämpft in Davos für Investitionen. Sie sagt: «Viele Geldgeber zögern, wollen auf einen Waffenstillstand warten». Trotz Kriegsmüdigkeit und Arbeitskräftemangel sieht sie Hoffnung für die Ukraine. Hier gehts zu den Details.
Ukraine kämpft in Davos gegen das Vergessen
Es gibt hoffnungsvolle Zeichen – doch Schweiz steht weiter im Abseits, schreibt Blick-Experte Samuel Schumacher. Selenskis Rede vor dem mächtigen Publikum war eindringlich wie nie. Doch die Ukraine droht, in Vergessenheit zu geraten. Eine Analyse.
Millionäre fordern am WEF Besteuerung der Superreichen
Die Tech-Gurus des Silicon Valley buhlen um die Aufmerksamkeit von Donald Trump. Bei dessen Amtseinführung sassen Elon Musk, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Sundar Pichai direkt hinter der Trump-Familie. Diesen Einfluss der Superreichen auf den US-Präsidenten bewerten 63 Prozent der Millionäre weltweit als Bedrohung für die globale Stabilität, wie eine während des WEF veröffentlichte Umfrage im Auftrag der Patriotic Millionaires zeigt.
In einem offenen Brief fordern 370 Millionäre und Milliardärinnen aus 22 Ländern die Politik auf, gegen die zersetzenden Auswirkungen extremen Reichtums auf unsere Demokratien und Gesellschaften vorzugehen. Und verlangen, dass Superreiche stärker besteuert werden. Zu den Unterzeichnerinnen gehört unter anderem die Millionenerbin Marlene Engelhorn. «Die Superreichen kaufen sich immer mehr Reichtum und mehr Macht, während der Rest der Welt in wirtschaftlicher Angst lebt. Unsere politischen und rechtlichen Systeme sind käuflich. Unsere Demokratien stehen auf sehr wackeligem Boden. Wir müssen das jetzt angehen», so die österreichisch-deutsche Sozialaktivistin, die ihr Vermögen verschenkt hat.
Flughafen-Betreiber hofft auf besseres Wetter
Wegen dichten Nebels können seit Montag Dutzende Privatjets von WEF-Besuchern nicht in Altenrhein SG landen. Das ist ein harter Schlag für den kleinen Flughafen am Bodensee. Denn während des Weltwirtschaftsforums landen dort so viele Maschinen wie sonst nie. Bis zu 400 Maschinen sind es in einem guten WEF-Jahr. Die Landegebühren von 2000 Franken pro Flugzeug spülen einen zünftigen Batzen in die Kassen des Flughafens. Sie machen 5 bis 8 Prozent des Jahresumsatzes aus. Diese Einnahmen fehlen Flughafen-CEO Thomas Krutzler nun praktisch komplett. Er hofft deshalb auf besseres Wetter in der zweiten Hälfte der WEF-Woche.
FDP-Politiker trifft ukrainische Veteranen in der Schweiz
Der Ausserrhoder Politiker Andrea Caroni vertritt dieses Jahr als Ständeratspräsident die Schweiz am WEF. In dieser Funktion hat er auch die Rede von Wolodimir Selenski am Forum verfolgt. Dieses Erlebnis sei für ihn eindrücklich gewesen, sagte er gegenüber Blick. Im Video erzählt er vom Zusammentreffen mit mehreren ukrainischen Veteranen, die er am Rande des WEF traf. «Diese Menschen riskieren ihr Leben, um ihr Land zu verteidigen.» Das sei unheimlich mutig.
Alain Berset tauscht sich mit Beat Jans aus
Alain Berset (52) hat sich in seiner Funktion als Generalsekretär des Europarates mit Justizminister Beat Jans (60) über die Umsetzung des Klimaurteils in der Schweiz ausgetauscht. Die Schweiz hat zum Urteil des Gerichtshofes in Strassburg einen Bericht eingereicht, wie Berset sagte. Dieser werde nun durch das Ministerkomitee, das aus den 46 Mitgliedsstaaten des Europarates zusammengesetzt ist, geprüft.
Das Urteil lasse Raum für eine politische Diskussion. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) habe nämlich nicht gesagt, was man am Ende haben müsse, sondern er fordere von der Schweiz bei der Klimafrage ein grösseres Engagement. Zudem habe es seit dem Zeitpunkt des Urteils in der Schweiz Fortschritte gegeben. «Alles bewegt sich und das ist gut so», sagte Berset.
Im vergangenen April hiess der EGMR eine Beschwerde des Vereins Klimaseniorinnen gut. Diese hatten in Strassburg geklagt, dass die Schweiz zu wenig unternehme, um ältere Frauen vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Das Urteil sorgte international für Schlagzeilen.
Wie kam die Aktivisten-Leiter ins Kongresszentrum?
Peinliche Sicherheitspanne beim WEF: Zwei Greenpeace-Aktivisten sind kurz vor der offiziellen Eröffnungsrede am WEF in das Davoser Kongresszentrum eingedrungen. Sogar eine Leiter hatten sie dabei. Sie forderten auf einem Banner die Besteuerung von Superreichen. Wie das WEF Blick bestätigt, hatten die beiden Aktivisten einen sogenannten Badge. Das heisst, sie verfügten über eine offizielle Zutrittsberichtigung und arbeiteten für einen Service-Provider – wie etwa einen Caterer, einen Putzdienst oder eine Technikfirma. Genaue Details gibt das WEF nicht bekannt. Weitere Details zum Zutritt findest du hier.