Versicherer reagiert auf akute Wohnungsnot
200 Millionen Franken für 1000 günstige Wohnungen

Die Mobiliar will in den nächsten Jahren bis zu 1000 bezahlbare Wohnungen in der Schweiz bauen. Mit 200 Millionen Franken will der Versicherer besonders in Regionen mit grossem Bedarf an günstigem Wohnraum aktiv werden und so soziale Verantwortung übernehmen.
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Die Mobiliar steckt in den kommenden Jahren 200 Millionen Franken in den Bau von bezahlbaren Wohnungen. (Symbolbild)
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mobiliar investiert bis zu 200 Mio. Franken in 1000 günstige Wohnungen schweizweit
  • Wohnungen werden nach Kostenmiete-Prinzip vermietet, ohne gewinnorientierte Rendite
  • Dedicasa AG gegründet, Bauprojekte an mehreren Orten in Prüfung
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Bezahlbare Wohnungen sind in der Schweiz Mangelware – und zwar längst über die bekannten Hotspots wie Zürich, Basel oder Genf hinaus. Dort ist es aber besonders schwierig, eine Bleibe zu finden, die man auch finanzieren kann. Wer keine städtische Wohnung oder ein Apartment in einer Genossenschaft hat, der ist den Launen des freien Marktes ausgeliefert – und bezahlt entsprechend hohe Marktmieten.

Jetzt steigt ein überraschender Player in den gemeinnützigen Wohnungsbau ein: Die Mobiliar will in den kommenden Jahren bis zu 1000 preisgünstige Wohnungen erstellen. Dafür nimmt der Versicherer, der dieses Jahr das 200-jährige Bestehen feiert, ordentlich Geld in die Hand. Bis zu 200 Millionen Franken will die Mobiliar schweizweit investieren. Besonders Familien, junge Erwachsene und ältere Menschen sollen vom zusätzlichen Angebot profitieren, wie ein Sprecher zu Blick sagt.

«Dort, wo die Not gross ist»

Entscheidend: Die neuen Wohnungen werden nach dem Prinzip der Kostenmiete vermietet – und sind deshalb entsprechend günstig. Denn: Die Bewohnerinnen und Bewohner bezahlen nur so viel, wie für den Bau, die Finanzierung und den Unterhalt der Liegenschaften nötig ist. Eine gewinnorientierte Rendite auf den Wohnungen ist nicht vorgesehen.

Warum will ein Versicherer nun auch in der Immobilienbranche aktiv mitmischen? «Als Genossenschaft liegen uns Gemeinschaft und die Zukunftsfähigkeit der Schweiz am Herzen», sagt Mobiliar-Verwaltungsratspräsident Stefan Mäder (62). Dazu gehöre auch der Zugang zu Wohnraum. Im Vordergrund stehe die langfristige Sicherung bezahlbarer Wohnungen. Wo die bis zu 1000 Wohnungen entstehen werden, ist noch offen. «Wir wollen uns dort engagieren, wo die Not gross ist. Sprich dort, wo die Verfügbarkeit von bezahlbaren Wohnungen gering und gleichzeitig die Nachfrage gross ist», bleibt der Sprecher noch unverbindlich. Derzeit würden geeignete Projekte an «verschiedenen Orten in der Schweiz» geprüft.

«Wann die ersten Wohnungen bezugsbereit sein werden, ist derzeit noch nicht abschliessend beurteilbar», heisst es weiter. Das hänge vor allem davon ab, ob und wie rasch geeignetes Bauland gefunden werden kann. «Wir achten auf eine generell hohe Standortqualität für unsere zukünftigen Mieter. Dazu gehören etwa die ÖV-Anbindung, Infrastruktur, Schulen, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten», sagt der Sprecher zu Blick. Es dürfte also auf Standorte in den Agglomerationen hinauslaufen.

«Gesellschaftlich relevantes Thema»

Der Versicherer betont, dass es sich nicht um eine kurzfristige Aktion handelt. Das Engagement sei langfristig angelegt. «Die Herausforderung des bezahlbaren Wohnraums kann niemand allein lösen», sagt Belinda Walther Weger, Leiterin Public Affairs und Nachhaltigkeit. Die Mobiliar wolle «Teil der Lösung sein» und sich «bei diesem gesellschaftlich relevanten Thema engagieren».

Für die Wohnbau-Offensive hat die Mobiliar eigens die Dedicasa AG gegründet. Die Gesellschaft verfolgt einen gemeinnützigen Zweck. Entwicklung und Bewirtschaftung der Wohnungen übernimmt dann die Schweizerische Mobiliar Asset Management AG.

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