Schnauze voll von Hotelküche
Spitzenkoch schmeisst abrupt hin – und wechselt zum Basler Toplokal «Roots»

Knall in Saas-Fee! Jakub Baron, Küchenchef des Fünf-Sterne-Hotels Walliserhof, kündigt und wechselt zum gehypte Basler 18-Punkte-Restaurant «Roots». Der Spagat zwischen nobler Gourmetküche und ganz normalem Hotelbetrieb mit Halbpension-Gästen wurde ihm zu viel.
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Jakub Baron hört überraschend auf in der Küche vom Walliserhof in Saas-Fee VS.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Küchenchef Jakub Baron verlässt das Walliserhof in Saas-Fee
  • Baron wechselt als «Head Chef Events» nach Basel
  • Walliserhof: Neuer Küchenchef Mathieu Lessmann (29) leitet seit 1. September
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

In der gehobenen Gastronomie gehts manchmal zu und her wie im Spitzenfussball: Wenn ein Toplokal lockt, sind die besten Köche meist schnell weg. Neustes Beispiel: Jakub Baron (37), Küchenchef des Fünf-Sterne-Hotels Walliserhof in Saas-Fee VS, hat nach nur gut anderthalb Jahren überraschend gekündigt. Baron hatte sich im Walliserhof 14 Gault-Millau-Punkte erkocht und wollte eigentlich noch den 15. Punkt holen. Doch nun zieht er einen Schlussstrich.

«Der Betrieb im Walliserhof mit drei Restaurants und der Hotelküche ist sehr herausfordernd», sagt Baron gegenüber dem «Walliser Boten». Das Problem: Als Küchenchef muss er nicht nur im Gourmetrestaurant auf höchstem Niveau kochen, sondern gleichzeitig Halbpensionsgäste und Gruppen von bis zu 50 Personen verköstigen. «Der Spagat zwischen Spitzenküche und normalen Menüs ist schwierig», sagt Baron. Er habe gemerkt, dass dies für seine berufliche Weiterentwicklung nicht der richtige Weg sei.

Kocht neu in 18-Punkte-Lokal

Der Abgang kam abrupt. Bereits am 1. September und damit noch vor Ablauf von Barons Kündigungsfrist übernahm Mathieu Lessmann (29) die Küchenleitung, wie das «Gastro Journal» zuerst berichtet hat. Baron zieht weiter – und macht einen grossen Karriereschritt. Ab dem 1. November arbeitet er für das Basler «Roots», eines der besten Restaurants der Schweiz. 

Das Lokal ist mit 18 Gault-Millau-Punkten und zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Er setzt als «Head Chef Events» das 4-Gang-Menü für die neue «Rhypark Dinner Show» um. «Ich sehe dort grosses Potenzial für mich», sagt Baron dem «Walliser Boten».

Bereits letzte Woche wurde ein überraschender Wechsel in der Spitzengastronomie publik: Sven Wassmer (39) verlässt das noble Grand Resort Bad Ragaz SG. Ende Februar 2027 ist Schluss im Restaurant «Memories», wo der Aargauer mit drei Michelin-Sternen und 18 Gault-Millau-Punkten zu den besten Köchen der Schweiz gehört. Die Zusammenarbeit endet nach acht Jahren.

Wassmer setzt künftig stärker auf seine Familie und eigene Projekte. Sein jüngster Sohn ist autistisch, was das Familienleben verändert habe, «die Ambitionen aber nicht geschmälert, sondern geschärft», wie er zu «GaultMillau» sagt. Gemeinsam mit seiner Frau Amanda will Wassmer nun die Beratungstätigkeit ihrer Wassmer Family Group in der Schweiz und international ausbauen.

Fulminantes Comeback von Caminada

Im Grand Resort Bad Ragaz hat Starkoch Andreas Caminada (49) 2025 seinen überraschenden Abgang bekanntgegeben. Das Luxushotel baute das Erdgeschoss um. Deshalb musste Caminadas Restaurant Igniv schliessen – trotz laufendem Vertrag bis 2027 und zehnjähriger Partnerschaft.

Wenige Monate später dann die Wende: Aus dem Abgang wurde eine temporäre Schliessung. Nach dem Umbau führt Caminada das Igniv wieder. Das Fine-Dine-Lokal bleibt bis Ende 2029 Teil des kulinarischen Angebots im Grand Resort. Im Spitzenfussball würde man da von einem fulminanten Comeback sprechen.

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