«Nicht so dramatisch»
Breitling-Chef reagiert gelassen auf Strafzölle

Der Chef des Solothurner Uhrenherstellers Breitling ist der Ansicht, dass die Einführung der Zölle durch die USA nur vorübergehender Natur sein wird. Anlass zum raschen Handeln sieht er keinen.
Publiziert: 04.04.2025 um 12:29 Uhr
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Aktualisiert: 04.04.2025 um 15:16 Uhr
Breitling-Chef Georges Kern beurteilt die von den USA verhängten Zölle nicht als dramatisch. (Archivbild)
Foto: MARTIAL TREZZINI
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SDASchweizerische Depeschenagentur

«Natürlich helfen die Zölle nicht. Aber die Lage ist nicht so dramatisch, wie es scheint. Breitling ist darauf vorbereitet», sagte der Konzernchef Georges Kern in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. Am Tag zuvor hat die Trump-Administration die Einführung von Zöllen über 32 Prozent auf Schweizer Importe angekündigt.

Für Kern steht es ausser Frage, dass sein Unternehmen nun einen speziellen Plan aufstellen wird oder schnell Vorräte in die USA schickt. Er ist zuversichtlich, dass sich «die Dinge beruhigen werden», insbesondere wegen der bevorstehenden Zwischenwahlen im November 2026.

Es sei nicht klar, ob die US-Regierung die Zölle als Druckmittel einsetze, um Verhandlungsmacht zu gewinnen, oder ob sie ein anderes Ziel verfolge, sagte Kern weiter.

Seiner Meinung nach hat die Politik der USA auch «sehr positive Aspekte»: «Einerseits sind die USA wegen ihrer starken wirtschaftlichen Dynamik das widerstandsfähigste Land der Welt. Zum anderen hoffe ich, dass die Deregulierung und Entbürokratisierung, die im Gange sind, in Europa einen Nachahmungseffekt haben werden.»

Die Uhrenindustrie reagiere äusserst sensibel auf das globale geopolitische Umfeld, stellte der CEO fest. Seit der Invasion in der Ukraine gebe es einen sanften, aber anhaltenden Abschwung. Die Einnahmen des Konzerns im vergangenen Jahr werden von der Bank Morgan Stanley auf 850 Millionen Franken geschätzt, was einem Rückgang von 2 Prozent entspricht.

Kern räumte ein, dass er einige der Angestellten in Kurzarbeit geschickt habe. Entlassungen habe es aber keine gegeben. «Der Markt wird wieder kommen. Ich weiss nicht wann, aber er wird zurückkommen», versicherte er.

Breitling sei derweil gut aufgestellt: «Wir haben zwei neue Marken eingeführt, also werden wir die Fabriken ziemlich schnell wieder füllen können», sagte der deutsch-schweizerische Unternehmer, der das Uhrenhaus seit 2017 führt.

Ende 2023 hat Breitling das Haus Universal Genève erworben, das ihm zu früherem Prestige verhelfen soll, und im März dieses Jahres den Uhrenhersteller Gallet aus La Chaux-de-Fonds. Mit den beiden Übernahmen will sich der Uhrenhersteller in einer breiteren Preisspanne positionieren. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Grenchen beschäftigt in der Schweiz 720 Mitarbeitende.

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