Jeff Bezos (57) macht mal blau: Der Gründer und Chef des Online-Riesen Amazon zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. Aber nicht etwa, um kürzerzutreten, sondern um sich um andere Projekte zu kümmern – unter anderem sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin (Blauer Ursprung).
Die Leidenschaft für das Weltall teilt Bezos mit dem Mann, der ihn Anfang Jahr als reichsten Menschen der Welt abgelöst hat: Elon Musk (49). Der Tesla-Gründer hat mit SpaceX eben einen herben Rückschlag erlitten, ein «Starship»-Prototyp ist am Dienstag nach ausgedehnten Flugtests bei der Landung explodiert. Diese Raumschiffe sollen dereinst zu Mond und Mars fliegen.
Zwei Jahre vor SpaceX
Auch Bezos träumt von der Besiedelung des Weltalls, glaubt, dass dereinst Millionen von Menschen im Weltraum leben und arbeiten werden. Seine Raumfahrtfabrik Blue Origin gründete er im Jahr 2000, noch zwei Jahre vor SpaceX. Pro Jahr steckt Bezos rund eine Milliarde Franken in das Unternehmen, das bislang immer im Schatten von SpaceX stand.
Das bekannteste Projekt von Blue Origin heisst New Shepard, ist eine wiederverwendbare Trägerrakete und benannt nach Alan Shepard (1923–1998), dem ersten Amerikaner im All. Noch in diesem Jahr soll der erste bemannte Flug stattfinden.
Mondlandung bis 2024
Als Kind habe Bezos Science-Fiction-Literatur verschlungen, 2018 bezeichnete der Multimilliardär in einem Interview Blue Origin als seine «wichtigste Arbeit». Wie SpaceX zählt Blue Origin zu dem guten Dutzend Firmen, denen die Nasa zutraut, zum Mond und darüber hinaus zu fliegen. Bis 2024 sollen wieder Amerikaner auf dem Mond landen, Bezos will mit seinem Raumschiff die erste Frau auf den Erdtrabanten schicken.
Unser Blauer Planet ist für die reichsten Männer der Welt offenbar zu klein geworden: Also greifen sie nach den Sternen. Hilfreich ist dabei ein privates Vermögen von 187 Milliarden (Musk) bzw. 177 Milliarden Franken (Bezos).