Hier ein paar Rappen, da zwei, drei Franken, und plötzlich ist das Konto ein paar Tage vor dem nächsten Lohn schon leer. Man spürt sie nur unbewusst, aber sie ist allgegenwärtig: die Teuerung.
Laut Bundesamt für Statistik ist der Index für Konsumentenpreise im Vergleich zum April 2021 um 2,4 Prozent gestiegen. Von höheren Preisen schreiben nicht nur Beamte in ihren Berichten: Wer vergleicht, merkt schnell, wo die Händler aufgeschlagen haben. Happig ist es bei Lebensmitteln.
Ein Viertel mehr für Limo
Blick hat den Stichproben-Vergleich bei einem Selecta-Automaten gemacht. Heute zahlt man rund 5,7 Prozent mehr als im Juli 2021, also vor zehn Monaten. Das ist doch deutlich mehr als die durchschnittliche Teuerungsrate von 2,4 Prozent.
Für eine Tiki-Limonade muss man sogar 25 Prozent mehr ausgeben – 2.50 anstatt 2 Franken. Bei Capri-Sun sind es 15 Prozent mehr, für Nic Nac’s-Nüssli muss man 20 Rappen mehr einwerfen – plus zehn Prozent. Und eine Büchse Red Bull kostet neu 20 Rappen mehr.
Lebensmittelpreise auf Allzeithoch
Selecta rechtfertigt den Preisaufschlag mit dem rasanten Anstieg der Rohstoffpreise. Der Krieg in der Ukraine und der gestiegene Ölpreis befeuerten die Preise weiter. «Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die Rohstoffpreise, sondern auch unseren Service, also die Anreise zu den Selecta-Automaten», schreibt eine Mediensprecherin auf Anfrage.
Tatsächlich sind die weltweiten Lebensmittelpreise laut den Vereinten Nationen stärker gestiegen als andere Konsumgüter. Der Index ist auf dem höchsten Stand seit seiner Einführung 1990.
Corona-Pandemie hat Selecta gebremst
Selecta kann es sich nicht leisten, kurzfristige Erhöhungen der Rohstoffpreise nicht weiterzugeben: Die Corona-Pandemie hat Selecta arg zugesetzt. 2020 hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Kirchberg BE einen Schuldenberg in Milliardenhöhe angehäuft.
Ohne Pendler und Partygänger brach der Absatz bei den Automaten drastisch ein. Jetzt machen höhere Kosten das Geschäft schwieriger, auch wenn die Bahnhöfe Tag und Nacht wieder voll sind.