Jetzt ist noch genug Zeit da, um die Krankenkasse zu wechseln. So manche Grundversicherte überlegen sich, nach dem angekündigten Prämienanstieg von 8,7 Prozent, sich auf nächstes Jahr eine neue Kasse zu suchen.
Wichtiges Kriterium: Wie geht der Krankenversicherer mit meinem Geld um? Gemäss einer Aufstellung von Vergleichsdienst Moneyland gibt es grosse Unterschiede, was die Verwaltungskosten der Grundversicherung pro Person betrifft. Zu diesen Kosten zählen die Personalkosten, Provisionen und Werbekosten. Insgesamt wendeten die Versicherer letztes Jahr 1,7 Milliarden Franken für die Verwaltung der Grundversicherung auf.
Die höchsten Verwaltungskosten
Mit 458 Franken pro Kopf gibt die Krankenkasse Birchmeier mit Abstand am meisten Geld für die Verwaltung aus. Darauf folgt Supra mit 276 Franken pro Person und Vivao Sympany (270 Franken). «Bei den kleinen Versicherern können die Ausschläge grösser sein», sagt Andreas Kohler (42), Gesundheitsökonom an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), «Sie können in einem Jahr Glück haben, wenn die Versicherten weniger Leistungen beanspruchen und so tendenziell tiefere Verwaltungskosten verursachen». Umgekehrt könne es im nächsten Jahr schlechter laufen.
«Investitionen respektive die Abschreibungen beispielsweise in Informatik schlagen bei den Kleinen deutlicher zu Buche», sagt Monika Merki Frey (71), von Merkihealth, einer Beratungsfirma im Gesundheitswesen. Von den grösseren Krankenversicherern schneidet die Mutuel Assurance Maladie mit 262 Franken pro Versicherte am schlechtesten ab.
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Diese Kassen geben am wenigsten aus
Vergangenes Jahr hat die Krankenkasse Luzerner Hinterland für die Verwaltung 105 Franken pro Person ausgegeben. Zweitplatzierte ist die Sumiswalder Krankenkasse, auf Rang drei liegt Sodalis mit 114 Franken für einen Versicherten. Auffallend ist, in den bestplatzierten 16 Krankenkassen sind sechs der zehn grössten Kassen vertreten. Am wenigsten Geld pro Kopf gibt hierbei die CSS mit 157 Franken aus. Des Weiteren folgen Visana (161 Franken) und Helsana (171 Franken). «Die grösseren Kassen können in die Automatisierung der Rechnungen investieren und dadurch Effizienzgewinne erzielen», so Experte Kohler.
Wie teuer ist die Prämie im Vergleich zu den Verwaltungskosten
Von 100 Prämienfranken, die wir zahlen, gehen rund fünf Franken in die Verwaltung der Grundversicherung. Dieses Verhältnis hat sich seit Jahren nicht gross geändert. «Die derzeitige Prämienentwicklung ist nicht von den Verwaltungskosten getrieben», so die beiden Experten einstimmig. Von den grösseren Versicherern hat Visana das beste Verhältnis zwischen Krankenkassenprämie und Verwaltungskosten, mit 3,6 Prozent. Am schlechtesten von den Grossen schneidet die Assura ab, mit 7,2 Prozent.
Das Sparpotenzial
Dennoch gibt es Möglichkeiten zur Kosteneinsparung. «In der Rechnungsabwicklung gibt es weiteres Sparpotenzial dank der Digitalisierung», sagt Kohler zu Blick. Bei den grösseren Versicherern werden die Rechnungen heute schon automatisch übermittelt, geprüft und gegebenenfalls von Menschen nachbearbeitet. Dieses System könne dank technologischem Fortschritt weiterentwickelt werden.