Die Schausteller und Jahrmarktbuden-Betreiber gehören zu denen, die die Corona-Krise mit der grössten Härte traf. Ihr Geschäft mit Menschenmassen auf engstem Raum steht seit Monaten still. «Es ist schlimm, was im Moment in unserer Branche abläuft», sagt Hanspeter «HP» Maier, Schausteller in der siebten Generation.
Der Himmel ist immer noch mit grauen Wolken behangen, doch dreht sich zumindest bei HP wieder das Rad. Der Frauenfelder Chilbikönig feierte am Freitag in Kreuzlingen TG Premiere für sein brandneues Riesenrad. «Ich bin der erste Schweizer Schausteller, der jetzt wieder etwas verdienen kann», sagt HP im Interview mit Blick TV.
Keine Chilbi, aber riesige Attraktion
Er betont, das Riesenrad sei eine Attraktion, keine Chilbi. «Nur meine Hochzeit konnte diese Einweihung toppen.»
Er sei mächtig stolz. «Es ist das modernste Riesenrad mit drehbaren Gondeln in der Schweiz», sagt Maier. Die 24 Gondeln drehen sich in 33 Metern Höhe. Das schaffe kein anderes Riesenrad in der Schweiz. Fünf Personen passen in jede Gondel. Eine Fahrt dauert 10 Minuten, und das Riesenrad verbrauche sehr wenig Strom. Der Hygieneschutz sei gewährleistet, das Riesenrad sei «absolut coronatauglich», sagt der Schausteller. Natürlich dürfe auch jeder allein fahren, wenn er das wolle.
Motive wie Matterhorn und Kapellbrücke
Auffallend die Motive auf den Gondeln: Sie zeigen Edelweiss-Dekorationen und Schweizer Fahnen, Wahrzeichen, wie das Matterhorn in Zermatt VS und die Luzerner Kapellbrücke. «Ein Riesenrad für die Schweiz», lacht HP Maier.
Der Andrang am Wochenende tue ihm gut. «Ich hoffe auf besseres Wetter. Aber die Thurgauer halten zu mir und kommen sicher auf eine Fahrt nach Kreuzlingen.» Auch die Gäste aus dem benachbarten Deutschland und Österreich seien willkommen. «Sie müssen mit Euro halt 1 zu 1 bezahlen», lacht der Geschäftsmann in die Blick-TV-Kamera. (uro)