Donald Trump (71) hat seine Drohung wahr gemacht: Seit Mitternacht (US-Zeit) gelten für den Stahl- und Aluminium-Import aus der EU in die USA höhere Zölle. Auf Stahl werden 25 Prozent Zölle fällig, auf Aluminium 10 Prozent. Damit läuft die Ausnahmeregelung für die EU ab.
Völlig daneben findet die US-Zölle Kaspar Engeli (54), Direktor von Handel Schweiz. «Dass US-Präsident Donald Trump so mit dem Feuer spielt, ist unverantwortlich», sagt er zum Entscheid der USA.
«Für die Schweiz sind die USA im Bereich Stahl und Aluminium nicht matchentscheidend», relativiert Engeli. Dafür sind die Export-Mengen zu klein. Die Schweiz könne aber indirekt Schaden davontragen. «Wenn die EU leidet, dann leidet die Schweiz mit», sagt der Direktor von Handel Schweiz.
EU-Firmen könnten in die Schweiz ausweichen
Die hiesige Aluminiumindustrie bekommt die US-Massnahme schon seit März zu spüren, denn anders als bei der EU, Kanada und Mexiko galt für die Schweiz keine Schonfrist bis heute.
Dennoch sorgt sich die Branche nun vor weiteren Folgen. «Wir befürchten, dass Aluminiumfirmen in der EU Aufträge in den USA verlieren. Diese Firmen werden dann nach neuen Märkten Ausschau halten – etwa in der Schweiz», sagt Marcel Menet vom Schweizer Verband der Aluindustrie gegenüber «SRF». Damit würde der Konkurrenz-Druck auf die Alu-Firmen hierzulande zunehmen. «Sie könnten auch in der Schweiz selber Aufträge verlieren», befürchtet Menet. Wenn ausländische Firmen den Zuschlag bekommen und nicht Schweizer.
Warnung vor Eskalation
Der Handelskrieg dürfte wohl mit Stahl und Alu nicht beendet sein. Brüssel hat bei der Welthandelsorganisation WTO bereits eine Liste von US-Produkten deponiert, die sie nun ihrerseits mit Einfuhrzöllen belegen will. Darunter sind Motorräder von Harley Davidson, Whiskey und Levi's-Jeans.
«Eine Eskalation bis hin zu einem Handelskrieg wäre für uns desaströs!», warnt Kaspar Engeli. Er sieht den Freihandel in Gefahr. «Die Schweiz sollte den Ball tief halten», fordert er. (jfr)