Darum gehts
- Trump droht mit massiven Zöllen auf Pharmaprodukte aus der Schweiz
- Überraschende Ankündigung nach vorheriger Verschonung der Pharmaindustrie
- Schweizer Pharmaexporte in die USA betrugen 2023 27 Prozent
Am Donnerstag konnten sie noch aufatmen – jetzt könnte Donald Trumps (78) Zollhammer doch auch die Schweizer Pharmaindustrie treffen. Zölle gegen die Pharmaunternehmen würden bald eingeführt werden, sagte Trump vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Auch die Halbleiterindustrie fasst er ins Auge.
«Wir werden sehr bald mit den Zöllen auf Chips beginnen. Jetzt schauen wir uns die Pharmaindustrie an, und wir werden in naher Zukunft etwas ankündigen», so Trump. «Ich denke, dass die Pharmaindustrie-Zölle in einem Ausmass eingeführt werden, wie man es noch nie zuvor gesehen hat.»
Auswirkungen für die Schweiz
Das würde die Pharmabranche in der Schweiz massiv treffen – sind die Vereinigten Staaten von Amerika doch der wichtigste Absatzmarkt. Im Jahr 2023 fuhr die Schweiz mit 27 Prozent den Grossteil ihres gesamten Pharmaexports in die USA aus.
Die scharfe Drohung kommt überraschend: Trump hatte die Pharmaindustrie am Mittwoch noch verschont, als er seine weltweiten Zölle ankündigte – und die Schweiz mit einem 32 Prozent Strafzoll schockierte. Das Weisse Haus betonte zwar schon am Mittwochabend, dass man Zölle gegen die Pharmabranche noch prüfen werde. Trotzdem rechnete man in Basel nicht direkt mit der Zoll-Drohung. Denn die Papiere von Novartis, Roche und Lonza hielten sich am Donnerstag wacker – obwohl der SMI 2,5 Prozent verlor.
Heute Freitag sieht das anders aus. Nach Trumps Zoll-Drohung gegen die Pharmaindustrie sackten die Aktienkurse von Roche (-4,6 Prozent), Novartis (-4,5 Prozent) und Zulieferer Lonza (-5 Prozent) ab.