Chefin der US-Notenbank
Macht sie uns heute den Franken wieder stark?

Amerikas Wirtschaft ist auf Kurs. Und braucht die Tiefstzinsen nicht mehr. Läutet Janet Yellen deshalb heute Abend das Ende der Nullzinspolitik ein? Auch die Schweiz würde davon profitieren.
Publiziert: 17.09.2015 um 15:26 Uhr
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Aktualisiert: 28.09.2018 um 21:48 Uhr
Hebt US-Notenbank-Chefin Janet Yellen die Zinsen?
Foto: KEYSTONE/AP/SUSAN WALSH

Gebannt schaut die Finanzwelt heute nach Amerika. Um 20 Uhr tritt Janet Yellen (69) vor die Medien. Die Chefin der US-Notenbank Fed wird erklären, ob sie - zum ersten mal seit neun Jahren - die Zinsen erhöht. Ein Entscheid von grosser Tragweite für die Weltwirtschaft. Entsprechend nervös sind Experten und Anleger seit Tagen.

Für die Schweiz wäre eine Erhöhung der Zinsen durchaus positiv. Der Dollar würde an Attraktivität gewinnen. Gelder aus dem Franken nach Amerika abfliessen. Das würde den Franken schwächen. Sehr zur Freude von Exporteuren und Touristikern!

Beobachter glauben nicht an Zinserhöhung

Lässt Yellen die Zinsen aber ein weiteres Mal unverändert, besteht die Gefahr, dass der Franken erneut stärker unter Druck kommt. Und danach sieht es wohl aus: In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters sind 45 von 80 befragten Beobachter der Fed in Nordamerika und Europa der Ansicht, dass diese am Donnerstag stillhalten wird.

Für die EU wäre es positiv, wenn die US-Notenbank die Zinsen erhöht. Der Euro würde zum Dollar schwächer. Das kurbelt die Exporte an. Von einem florierenden Europa profitiert auch die Schweiz. Denn: Der grösste Teil der Schweiz Exporte gehen in den europäischen Raum.

Amerika wäre fit für eine Zinserhöhung: Seit der Finanzkrise 2008 haben sich Konjunktur und Arbeitsmarkt in den USA kräftig erholt, die Arbeitslosenquote ist mit 5,1 Prozent auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren gefallen. 

Schwellenländer stecken in der Klemme

Schwellenländer wie China, Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand hätten aber unter einer Zinserhöhung zu leiden. Investoren würden ihr Geld abziehen. Zudem hätten die Länder Mühe, ihre Kredite zurückzuzahlen.

Eher schlecht wäre eine Zinserhöhung auch für die Aktienmärkte. Obligationen und Staatsanleihen würden an Attraktivität gewinnen. Anleger würden aus den Aktien fliehen. Allerdings nicht schon nach einem ersten homöopathischen Anheben der Zinsen. Sondern erst, wenn die USA die Zinsen in den nächsten Monaten in weiteren Schritten weiter anheben würden.

Nationalbank ändert Zinspolitik nicht

Die Schweizerische Nationalbank weicht derweil nicht von ihrer aktuellen Geldpolitik ab. Im Rahmen ihrer Lagebeurteilung belässt sie das Zielband für den Drei-Monats-Libor weiterhin bei -0,25 bis -1,25 Prozent. Auch der Negativzins auf Giroguthaben bleibt bei 0,75 Prozent, wie die SNB heute mitgeteilt hat. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Nationalbank  ihren geldpolitischen Kurs unverändert fortsetzt. (pbe)

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