Tesla-Aktie steigt stark an – der Rest der Branche darbt
Donald Trump (78) verkündete am Mittwochabend Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Auto-Importe aus dem Ausland. Und die Zölle werden langfristig bleiben, wie Trump klarstellt: «Sie sind dauerhaft.»
Das setzt die grossen globalen Automobilhersteller unter Druck. Deren Aktien haben am Donnerstag durchs Band starke Verluste eingefahren. Die Kurse von Branchenprimus Toyota (Japan) und des asiatischen Herausforderers Hyundai (Südkorea) wie auch jene der deutschen Player BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz büssen zwischen 2 und 3,5 Prozent ein.
Der heimliche Sieger von Trumps Strafzöllen ist Tesla – die Firma von Trump-Intimus Elon Musk (53). Der Elektroautobauer aus Kalifornien legt am Donnerstag im frühen New Yorker Handel um 7 Prozent zu! Warum Musk sich dank Trump ins Fäustchen lachen kann, liest du hier in der Analyse.
Trumps Zollhammer sorgt für grosse Verluste bei Auto-Aktien
Der nächste Zollhammer aus dem Weissen Haus: Donald Trump (78) hat am Mittwochabend Zölle von 25 Prozent auf Auto-Importe aus dem Ausland verkündet. Die Zölle seien «dauerhaft» und sollten für alle Autos gelten, die nicht in den USA produziert worden seien.
Ein harter Schlag für die betroffenen Länder. Darunter Mexiko, Japan, Südkorea, Kanada und Deutschland. Die Auswirkungen sind auch am Aktienmarkt zu sehen. Der deutsche Dax verliert im frühen Handel am Donnerstagmorgen 1,5 Prozent. Besonders betroffen sind natürlich die Autobauer: Die Volkswagen und BMW-Aktie fällt um 4, Porsche und Mercedes um 4,5 Prozent.
In Japan siehts ähnlich aus. Toyota verlor am Donnerstag im Handel über 2 Prozent. Und in den USA notieren die Autobauer vorbörslich ebenfalls tiefer, Ford verliert 4, Tesla 1,5 Prozent.
Wall Street holt auf – Tesla-Aktie steigt stark
An den US-Börsen stehen die Zeichen auf Erholung. Der bekannteste US-Index Dow Jones Industrial knüpfte an die Erholungsversuche der Vorwoche an. Und ist fast zurück auf dem Niveau vom Jahresbeginn. Die Anleger hoffen offenbar, dass die nächste Runde der von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle gezielter und auch massvoller ausfallen könnte als bisher befürchtet.
Die Aktien von Tesla, im Bild CEO Elon Musk, führten die Kursgewinner unter den «Magnificent 7», also den sieben grössten und bedeutendsten Tech-Werten, mit einem Kursanstieg von 10,4 Prozent an. Damit setzten die Aktien des Elektroautobauers ihre jüngste Erholung nach dem massiven Kursverfall der vergangenen Wochen fort und sind Spitzenwert im Nasdaq 100.
Trump-Aktie um 60 Prozent eingebrochen – was steckt dahinter?
Donald Trumps (78) ist im Weissen Haus aber irgendwie auch an der Wall Street. Denn der US-Präsident ist mit seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social an der Börse. Das Konstrukt mit dem Namen «Trump Media & Technology Group (DJT)» macht gerade schwierige Zeiten durch: Seit Ende Oktober ist der Aktienkurs um 60 Prozent eingebrochen – von 51.50 auf nur noch 20 Dollar.
Die Trump-Aktie gilt an der Wall Street eher als Spekulationsobjekt und wird in Internetforen auch als «Meme-Aktie» ohne eigentlichen Wert bezeichnet. Pikant: Aufgrund des Absturzes hat Donald Trump indirekt 6 Milliarden Dollar verloren. Denn die Marktkapitalisierung ist in den letzten Monaten von über 10 Milliarden auf knapp 4 Milliarden Dollar geschrumpft.
Irre Zahlen: 400 Mio Verlust – nur 3,6 Mio Umsatz
Seit Trumps Inauguration als US-Präsident am 20. Januar haben die Aktienmärkte in den USA massive Verluste eingefahren. Vorwiegend aufgrund Trumps Zollpolitik. Mit einem Rückgang von 60 Prozent steht die Trump-Aktie auch im Vergleich besonders miserabel da.
Auch wenn bei diesem Spekulationspapier die tatsächlichen finanziellen Erfolge des Unternehmens eine kleine Rolle spielen, dürften die Jahreszahlen für 2024 mitverantwortlich sein. Sie zeigten einen Verlust von 400 Millionen Dollar – bei nur 3,6 Millionen Umsatz.
Trumps cleverer Trick
Brisant: Trump hat seine Anteile – über 114 Millionen Aktien – in eine Treuhandstruktur übertragen. Ein sogenannter widerrufbarer Trust, wie er im US-Recht üblich ist.
Das heisst: Offiziell sind die Aktien nicht mehr direkt auf ihn registriert, doch als einziger Begünstigter behält er die volle Kontrolle über die Vermögenswerte. Sein Sohn Donald Trump Jr. verwaltet als Treuhänder die Stimmrechte. Sollte Trump den Trust auflösen, kann er die Aktien jederzeit wieder in seinen direkten Besitz überführen – ein legaler, aber cleverer Schachzug.
Elon Musk fleht eigene Mitarbeiter an, Aktie zu halten
Elon Musk (53) ist nervös – und das wohl zurecht. Die Tesla-Aktie hat sich seit dem Hoch im Dezember auf 249 Dollar halbiert. Doch noch brisanter als der Kurssturz ist der wachsende Hass auf Tesla: Kugeln werden auf Tesla-Showrooms abgefeuert, Molotow-Cocktails setzen Ladestationen in Brand, Elektroautos werden in Berlin, Paris oder Las Vegas komplett demoliert. Mittlerweile hat sich der US-Geheimdienst eingeschaltet.
Elon Musk weiss selbst, dass er polarisiert. Auch deshalb soll er am Donnerstag eine irre Online-Betriebsversammlung mit Tesla-Mitarbeitenden einberufen haben, über die «CNBC» berichtete. Er versuchte dort zu versichern, dass Tesla eine «rosige Zukunft» habe und flehte seine Angestellten fast schon an: «Hält an euren Tesla-Aktien fest!» Vor allem das autonome Fahren solle den Aktienkurs in Zukunft weiter beflügeln, so Musk.
Zu den hasserfüllten Demonstrationen auf der Strasse gegen ihn selbst sagte er: «Wenn man die Nachrichten liest, fühlt es sich an wie ein Armageddon. Ich kann nicht am Fernseher vorbeigehen, ohne einen brennenden Tesla zu sehen. Was ist denn da los?» Er verstehe, dass gewisse Leute seine Produkte nicht kaufen möchten. «Aber ihr müsst es nicht niederbrennen. Das ist ein bisschen unvernünftig», sagte Musk. Und rief dann noch in die Kamera: «Das ist psychopathisch, hört auf, psychopathisch zu sein!»
Fakt ist: Die Herausforderungen bleiben gewaltig. Teslas Absatz stockt, insbesondere in Europa und China. Zudem drohen neue Zölle, die Teslas Produktionskosten in die Höhe treiben könnten. Und Konkurrenz schläft nicht: Waymo skaliert sein Robotaxi-Angebot, während chinesische Autobauer wie BYD mit neuen Technologien auftrumpfen.
SEC lässt Klage fallen – Kurs von Kryptowährung XRP explodiert
Eine regelrechte Kursexplosion bei XRP: Der Wert der Kryptowährung hat sich um 10 Prozent auf nun gut 2.20 Dollar erhöht – und das in bloss einer Stunde.
Der Grund: Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat eine Klage gegen das Kryptounternehmen hinter dem XRP-Coin, Ripple, fallengelassen, wie Ripple-CEO Brad Garlinghouse (53) auf X schreibt. «Das ist er – der Moment, auf den wir gewartet haben», heisst es im Post. Garlinghouse nennt es einen «durchschlagenden Sieg für Ripple, für Krypto, in jeder Hinsicht».
Die SEC hatte Ripple und ihre Gründer im Dezember 2020 verklagt. Das Unternehmen soll illegalen Wertpapierhandel betrieben haben, so der Vorwurf. Im Juli 2023 verurteilte ein Gericht das Unternehmen zu einer Geldstrafe von 125 Millionen Dollar. Die Aufsicht SEC ging aber in Berufung – und hat nun das Verfahren eingestellt.
Stadler-Aktie taucht nach schlechten Zahlen
Ein schlechter Start in den Handel: Die Aktie des Thurgauer Zugbauers Stadler Rail hat am Mittwoch kurz nach Börsenbeginn um bis zu 5 Prozent eingebüsst – und fiel auf 22.40 Franken, wie «Cash» berichtet. Dabei war das bisherige Jahr für das Papier des Unternehmens von Patron Peter Spuhler (66) ein ziemlich erfolgreiches. Der Aktienkurs hat seit dem Jahreswechsel um rund 15 Prozent zugelegt.
Noch im November 2024 war die Stadler-Aktie auf das Allzeittief von unter 18 Franken abgestürzt – nachdem der Zughersteller zuvor das Jahresziel gesenkt hatte. «Das tut mir wirklich leid für unsere Aktionäre. Dagegen können wir nicht viel tun, wir sind unverschuldet von Unwetterereignissen getroffen worden», sagte damals Patron Spuhler im Interview mit Blick.
Die Unwetter haben letztlich auch das Stadler-Jahresergebnis für 2024 zerzaust, weshalb nun die Aktie unter Druck ist. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 3,3 Milliarden Franken. Der Reingewinn brach gar um 60 Prozent auf 55 Millionen Franken ein.
SMI knackt 13'000-Marke erneut
Nach den Einbussen von letzter Woche legt der SMI am Montagmorgen leicht zu. Damit knackt der Börsenindex mit den 20 wichtigsten Aktientiteln der Schweiz erneut die Marke von 13'000 Punkten. Zum ersten Mal über die wichtige Marke kletterte der SMI am 25. Februar.
Deutlich zugelegt hat am Montagvormittag die Aktie der Grossbank UBS mit einem Plus von 1,3 Prozent. UBS-Chef Sergio Ermotti verdient für 2024 mit 14,9 Millionen Franken leicht mehr als im Vorjahr, wie früh am Morgen bekannt wurde. Die Aktionäre scheint das nicht zu stören. Auch die Aktien der beiden Pharmariesen Novartis und Roche tragen zum SMI-Plus bei.
Diese Woche werden sowohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) als auch die US-Notenbank Fed über den Leitzins entscheiden. Anlegerinnen und Anleger an der Börse zeigen sich bis dahin deshalb eher zurückhaltend.
Turbulente Börsenwoche endet versöhnlich
Nach einer tiefroten Woche schlossen die US-Börsen am Freitag im Plus. Der Leitindex Dow Jones legte um 1,65 Prozent zu. Trotzdem gab es mit einem Minus von über 3 Prozent den grössten Wochenverlust seit 2023. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann am Freitag sogar 2,5 Prozent. Zuvor hatten auch die europäischen Börsen klar zugelegt. Der SMI schloss 0,6 Prozent höher.
Stimmung an der Wall Street bleibt nervös
Ein Auf und Ab an der US-Börse: Vor dem Handelsstart am Mittwoch deutete sich zuerst eine Erholung an – getrieben von überraschend guten Daten zur US-Inflation. Die Teuerung ist im Februar auf 2,8 Prozent gesunken, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Im Januar lag die Inflation noch bei 3,0 Prozent. Vorbörslich lagen die drei US-Aktienindexe Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq allesamt deutlich im Plus.
Nach Aufnahme des Handels sind die Kurse aber wieder gefallen. Der Leitindex Dow Jones hat ins Negative gedreht – wie auch der breitere S&P 500. Der technologielastige Nasdaq weist noch Kursgewinne von 0,7 Prozent auf. Negativ ausgewirkt haben könnten sich neue Zölle von Kanada als Gegenmassnahme auf die global geltenden US-Importabgaben auf Stahl und Aluminium. Die Gegenzölle machte der kanadische Finanzminister Dominic LeBlanc kurz nach Eröffnung der US-Börsen publik. Der Schweizer SMI hat am Nachmittag ebenfalls Zugewinne vom Morgen wieder eingebüsst – bleibt aber mit 1,1 Prozent weiter im Plus.